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ESG-Softwaremarkt 2026: Wer wen übernommen hat und wer bleibt

ESG-Softwaremarkt 2026: Wer wen übernommen hat und wer bleibt

osapiens, House of Gaia, Diginex, Dcycle & Co.: Welche CSRD- und ESG-Tools im DACH-Raum seit 2024 übernommen wurden, was die Konsolidierung antreibt und worauf du bei der Softwareauswahl jetzt achten solltest.

Erstellt am: 20. Oktober 2026
Kurz & kompakt
  • Der CSRD- und ESG-Softwaremarkt im DACH-Raum konsolidiert sich: Seit Anfang 2024 haben wir rund 20 Übernahmen, Fusionen und Kundenübernahmen mit Zielen in Deutschland, Österreich und der Schweiz gezählt, die meisten davon 2026.
  • Der aktivste heimische Konsolidierer ist House of Gaia, die im Mai 2026 gegründete Holding aus Code Gaia und Planted. Sie sammelt Anbieter und Kunden im Mittelstand ein, zuletzt die Kunden der abgewickelten Global Climate.
  • osapiens (Mannheim, seit Januar 2026 mit über 1 Mrd. US-Dollar bewertet) ist dagegen der Expandierer: Mit Zukäufen wie Nasdaq Metrio versucht der Anbieter, sich vor allem in den USA zu etablieren.
  • Viele Berliner Start-ups gingen an ausländische Plattformen: Plan A an Diginex, Atlas Metrics an Novata, ecolytiq an Clarity AI, Vaayu an Carbonfact, ESG-X an Dcycle.
  • Bezahlt wird oft in Aktien statt in bar, und immer häufiger werden nur Kunden übernommen, nicht das Unternehmen. Öffentliche Insolvenzen bekannter Anbieter gab es bisher nicht.
  • SAP, DATEV, Haufe und die Big Four kaufen nicht zu, sie setzen auf Partnerschaften. Zugekauft haben dagegen Prüfkonzerne wie TÜV SÜD und SGS.
  • Für deine Softwareauswahl heißt das: Fortbestand des Anbieters und Datenexport gehören jetzt auf die Kriterienliste.

Noch 2024 kamen fast wöchentlich neue ESG-Softwareanbieter auf den Markt. Wir haben damals über einen Markt im Aufschwung geschrieben. Zwei Jahre später sieht das Bild anders aus: Der Omnibus hat den Kreis der CSRD-pflichtigen Unternehmen seit dem 18. März 2026 auf Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten und mehr als 450 Mio. € Umsatz begrenzt. Damit fallen nach Branchenschätzungen rund vier von fünf ursprünglich erfassten Unternehmen aus der Pflicht. Der Markt wurde für eine Regulierung gebaut, die dann geschrumpft ist.

Die Folge ist eine Konsolidierung, die wir in diesem Beitrag sortieren: Wer hat wen übernommen, welche Muster stecken dahinter, und wen nehmen wir weiterhin als eigenständigen Anbieter wahr? Stand der Recherche ist der 20. Oktober 2026.

1. Zwei Strategien: House of Gaia konsolidiert, osapiens expandiert

Die beiden bekanntesten heimischen Käufer verfolgen grundverschiedene Ziele. House of Gaia sammelt Anbieter und Kunden im deutschen Mittelstand ein. osapiens kauft sich Fähigkeiten und vor allem den Zugang zum US-Markt.

House of Gaia: der Konsolidierer im Mittelstand

Am 27. Mai 2026 haben sich die Münchner Code Gaia und die Kölner Planted zur Holding House of Gaia zusammengeschlossen. Es war kein klassischer Kauf, sondern ein Anteilstausch, nach dem beide Gesellschafterkreise etwa gleich viel halten. Beide Marken bleiben bestehen (StartingUp, Code Gaia). Die Gruppe hat eine „aggressive Akquisitionsstrategie“ für die nächsten 24 Monate angekündigt und will sie vor allem aus dem eigenen Cashflow finanzieren. Seitdem kamen hinzu:

  • Clime (Berlin): bereits 2024 von Planted übernommen und inzwischen vollständig integriert.
  • Codio Impact (Berlin, Juni 2026): Produkt-Compliance für PPWR, EUDR, Digitalen Produktpass, REACH und RoHS (EUWID).
  • Kunden von Global Climate (September 2026): Die Münchner Global Climate GmbH wird abgewickelt und hat ihre Kunden an House of Gaia übergeben. Code Gaia ist die Anschlusslösung und übernimmt auch die historischen Daten. Das Unternehmen selbst wurde nicht gekauft (Code Gaia).

Nach eigenen Angaben betreut House of Gaia inzwischen über 630 Kunden mit mehr als 60 Mitarbeitenden an fünf Standorten. CEO Markus Adler lädt andere Anbieter offen ein: „Wir bieten ESG-Anbietern die Möglichkeit, Teil der Gruppe zu werden.“ Das ist Konsolidierung im eigentlichen Sinn: mehr Kunden im selben Markt, Anbieter, die aufgeben, finden eine Anschlusslösung.

osapiens: der Expandierer mit Kurs auf die USA

osapiens spielt ein anderes Spiel. Der Mannheimer Anbieter ist der finanzstärkste ESG-Softwareanbieter im DACH-Raum: Im Januar 2026 sammelte er 100 Mio. US-Dollar von Decarbonization Partners (BlackRock und Temasek) ein und wurde mit über 1,1 Mrd. US-Dollar bewertet (Tech.eu). Mit dem Geld kauft osapiens keine deutschen Wettbewerber auf, sondern versucht, sich international und insbesondere in den USA zu etablieren:

  • Nasdaq Metrio (August 2026): der größte und strategisch wichtigste Zukauf. osapiens übernimmt die ESG-Reporting- und CO2-Plattform samt Kunden von der Nasdaq und bekommt damit eine Basis im US-Markt, inklusive der kalifornischen Klimaberichtspflichten (osapiens, ESG Today).
  • Lucent AI (Dezember 2025): Berliner Start-up für KI im Risikomanagement, ein Zukauf von Technologie und Team (osapiens).
  • BYRD Health (April 2025): MedTech-Produktdaten und UDI-Compliance, ausgegliedert aus der Markant-Gruppe, eine Erweiterung in ein neues Compliance-Feld (osapiens).
  • mavue (20. Oktober 2026): Die Mitgründer Julius Engbert und Donatus Boder wechseln zu osapiens, um KI-Agenten aufzubauen. Erste mavue-Kunden sind bereits in den osapiens HUB umgezogen (osapiens).

Das Muster: osapiens kauft Fähigkeiten (KI, neue Compliance-Felder) und Märkte (USA), nicht Marktanteile im DACH-Mittelstand. Ob der Sprung über den Atlantik gelingt, ist offen. Der US-Markt für ESG-Reporting ist politisch umkämpft, und mehrere europäische Anbieter haben ihn zuletzt wieder verlassen, darunter Position Green.

Übernahme oder nicht? Ein genauer Blick auf mavue

Bei BYRD Health, Lucent AI und Metrio schreibt osapiens ausdrücklich „acquires“. Bei mavue heißt es dagegen, die Gründer seien „joining osapiens“ und Kunden seien gewechselt. Kaufpreis und Anteilserwerb werden nicht erwähnt. Präzise formuliert holt osapiens also Gründerteam und Kunden von mavue an Bord. Ob osapiens auch Gesellschafterin der Frankfurter mavue GmbH wird, ist zum Redaktionsschluss nicht öffentlich.

2. Alle Deals im Überblick

Die Tabelle zeigt Übernahmen, Fusionen und Kundenübernahmen mit Ziel im DACH-Raum sowie Zukäufe von DACH-Käufern im Ausland. Kaufpreise werden fast nie veröffentlicht.

DatumKäuferZiel (Sitz)Schwerpunkt des ZielsArt
12/2024EQS Group (München)Daato (Berlin)CSRD/ESRS-ReportingÜbernahme
07/2025Clarity AI (Madrid)ecolytiq (Berlin)CO2-Fußabdruck im BankingÜbernahme
07/2025Atlas Metrics (Berlin)Pelt8 (Zürich)NachhaltigkeitsreportingÜbernahme
10/2025Novata (New York)Atlas Metrics (Berlin)CSRD-Reporting für FinanzbrancheÜbernahme
11/2025Climcycle (Wien)Klima.Metrix (Berlin)CO2-Bilanz Scope 1–3Übernahme
11/2025SGS (Genf)Sami (Paris)CO2- und ESG-Plattform für KMUMehrheitsbeteiligung
01/2026Diginex (London)Plan A (Berlin)Carbon AccountingÜbernahme, ca. 55 Mio. €, davon 3 Mio. € in bar
01/2026Lune (London)gryn (Hamburg)LogistikemissionenFusion
02/2026Dcycle (Madrid)ESG-X (München)KI für CSRD und VSMEÜbernahme
04/2026Makersite (Stuttgart)SiGREEN (Siemens)Austausch von Produkt-CO2-DatenCarve-out
05/2026Code Gaia + PlantedHouse of GaiaESG-, CSRD- und VSME-ReportingFusion per Anteilstausch
05/2026Carbonfact (Paris)Vaayu (Berlin)Produkt-CO2 für ModeÜbernahme
06/2026House of GaiaCodio Impact (Berlin)Produkt-ComplianceÜbernahme
07/2026Assent (Ottawa)IPOINT (Reutlingen)Material-Compliance, LCA/PCFÜbernahme
07/2026TÜV SÜD (München)SustainCERT (Luxemburg)CO2-VerifizierungÜbernahme
08/2026osapiens (Mannheim)Nasdaq Metrio (Nordamerika)ESG-Reporting, CO2-BilanzCarve-out
08/2026Lookthrough (Zürich)BuildingMinds (Berlin, Schindler)ESG-Daten für ImmobilienCarve-out, Closing erwartet Q4
09/2026House of Gaia (Code Gaia)Kunden von Global Climate (München, in Abwicklung)CO2-Bilanz, CSRDKundenübernahme
10/2026osapiensGründer und Kunden von mavue (Frankfurt)KI-Compliance für KMUTeam- und Kundenwechsel

Die wichtigsten Quellen: Diginex/Plan A, Dcycle/ESG-X, Novata/Atlas Metrics, Clarity AI/ecolytiq, Makersite/SiGREEN, Assent/IPOINT, TÜV SÜD/SustainCERT, SGS/Sami, Carbonfact/Vaayu, Lune/gryn, EQS/Daato.

Außerhalb des DACH-Raums prägt vor allem ein Deal den Wettbewerb: Im September 2026 hat Greenly (Paris) den schwedischen Wettbewerber Normative übernommen. Zusammen kommen beide auf über 4.000 Kunden (ESG Today).

3. Fünf Muster hinter der Konsolidierung

  • Berlin verkauft, das Ausland kauft. Etwa die Hälfte der Ziele sitzt in Berlin. Die Käufer kommen aus London, Paris, Madrid, New York, Ottawa, Wien und Zürich. Viele Anbieter, mit denen deutsche Unternehmen heute verhandeln, gehören zu internationalen Gruppen.
  • Aktien statt Bargeld. Diginex zahlte für Plan A nur 3 von rund 55 Mio. € in bar, den Rest in eigenen Aktien. Auch Clarity AI/ecolytiq, Greenly/Normative und House of Gaia liefen über Anteilstausch. Das spricht für eine schwache Verhandlungsposition der Verkäufer.
  • Kunden statt Unternehmen. House of Gaia übernimmt die Kunden der abgewickelten Global Climate, osapiens die von mavue, Carbonfact migriert die Vaayu-Kunden. So verlassen Anbieter den Markt ohne öffentliche Insolvenz.
  • Konzerne trennen sich von Randbereichen. Nasdaq (Metrio), Siemens (SiGREEN) und Schindler (BuildingMinds) haben ihre Nachhaltigkeitssoftware an Spezialisten verkauft.
  • Das Geld wandert zu Produktdaten. IPOINT, SiGREEN, Codio Impact und Vaayu liefern Daten zu Produkt-CO2, Digitalem Produktpass und Verpackungsverordnung. Reine CSRD-Reporting-Tools sind dagegen selten das Ziel.

Bemerkenswert ist, wer nicht kauft. Für SAP, DATEV, Haufe und die Big Four haben wir keinen Zukauf eines ESG-Softwareanbieters im DACH-Raum gefunden. Sie setzen auf Allianzen, etwa PwC mit Envoria oder KPMG mit osapiens. Gekauft haben unter den etablierten Unternehmen nur Prüf- und Zertifizierungskonzerne wie TÜV SÜD und SGS. Die Logik dahinter: Wer Daten prüft, will auch die Software besitzen, in der sie entstehen.

Keine einzige Deal-Mitteilung nennt übrigens den Omnibus als Grund. Die Käufer argumentieren mit Digitalem Produktpass, Scope 3 und „Konsolidierung“. Der Omnibus verändert vor allem, wofür Käufer Geld ausgeben, und hat bislang keine sichtbaren Notverkäufe ausgelöst.

4. Wen wir weiterhin wahrnehmen

Konsolidierung heißt nicht, dass nur noch Käufer übrig bleiben. Diese Anbieter nehmen wir auch ohne eigene M&A-Aktivität 2026 als sichtbar und aktiv wahr:

  • CONSUST (Verl): Die Plattform FramesCube deckt CSRD/ESRS, VSME, EU-Taxonomie, Verpackungsverordnung und CO2-Bilanz ab. CONSUST ist nach eigenen Angaben eigenfinanziert und seit der Gründung profitabel (CONSUST).
  • leadity (Hamburg): ESG- und ISO-Managementsoftware für den Mittelstand mit nach eigenen Angaben über 600 Kunden. Seit Juni 2026 sind Module von IntegrityNext für Lieferkettensorgfalt und CO2-Emissionen integriert, als Partnerschaft und nicht als Beteiligung (IntegrityNext).
  • Tanso (München): ESG- und CO2-Software für die Industrie. Nach der Series A über 12 Mio. € im August 2025 kamen 2026 ein PPWR-Modul, Produkt-CO2 nach TfS und Catena-X sowie KI-Agenten hinzu (UnternehmerTUM).
  • Position Green (Malmö): 2025 der aktivste Käufer in Europa mit Morescope, Greenomy und Factlines. 2026 stehen Integration, Kostensenkung und zum 1. Oktober 2026 ein neuer CEO im Vordergrund (ESG Today).
  • EQS Group (München): Seit der Übernahme von Daato bietet EQS das „Sustainability COCKPIT“ als Teil seiner Compliance-Plattform an. Seit Oktober 2025 gehören Module für Produkt-CO2 und CO2-Reduktion dazu (EQS).
  • Materiality Master: unser eigenes Spezialtool für die doppelte Wesentlichkeitsanalyse. Wir nennen es hier der Vollständigkeit halber, mit dem Hinweis, dass wir als Anbieter nicht neutral sind (Steckbrief).

Wie groß sind die Anbieter? Mitarbeitende laut LinkedIn

Ein grober, aber vergleichbarer Größenindikator ist die Zahl der Mitarbeitenden, die auf LinkedIn ein Profil mit dem Unternehmen verknüpft haben. Die Zahlen enthalten unter Umständen auch Werkstudierende und Freelancer, und wer kein LinkedIn-Profil hat, fehlt.

AnbieterGrößenband (LinkedIn)Mitarbeitende auf LinkedInEinordnung
EQS Group501–1.000641Gesamter Konzern, ESG ist ein Geschäftsbereich
osapiens501–1.000626Expandiert international, vor allem in die USA
Position Green201–500243Nach eigenen Angaben 40 % unter dem Höchststand
House of Gaiakeine eigene Seite100 (Code Gaia 63, Planted 37)Laut eigener Angabe über 60 Mitarbeitende
leadity51–20070
Tanso51–20067Im August 2025 noch 55 Mitarbeitende
CONSUST11–5016Eigenfinanziert
Materiality Master2–10–Produkt von CSR Tools

Stand: 20. Oktober 2026, öffentliche LinkedIn-Unternehmensseiten.

Die Spanne ist groß. osapiens und EQS spielen mit jeweils über 600 Personen in einer anderen Liga als die spezialisierten Mittelstandsanbieter mit 15 bis 70 Personen. Für dich als Kunde ist die Größe aber nur ein Kriterium unter mehreren. Profitabilität, Fokus und Kundenbasis sagen oft mehr über die Zukunftsfähigkeit aus als die Mitarbeiterzahl.

5. Was das für deine Softwareauswahl bedeutet

Bei jedem Anbieter unterhalb der Größe von osapiens solltest du heute mit einkalkulieren, dass er in den nächsten zwei Jahren übernommen wird, mit einem anderen fusioniert oder seine Kunden an einen Nachfolger übergibt. Das ist kein Grund, kleine Anbieter zu meiden. Oft sind sie günstiger, schneller und näher am Mittelstand. Es ist aber ein Grund, ein paar Fragen vorher zu stellen:

  • Datenexport: Kannst du alle Daten, Nachweise und Berichtsstände jederzeit in einem offenen Format exportieren?
  • Vertragsklauseln: Was passiert bei einem Eigentümerwechsel? Gibt es ein Sonderkündigungsrecht oder eine Preisbindung?
  • Finanzierung: Ist der Anbieter profitabel, oder hängt er von der nächsten Finanzierungsrunde ab?
  • Fokus: Passt die Produktstrategie zu deinem Bedarf, etwa VSME statt vollständiger ESRS oder Produkt-CO2 statt Unternehmensbilanz?

Diese Fragen kannst du als zusätzliche Kriterien in unser ESG-Toolauswahl Bewertungsmodell aufnehmen. Den kompletten Auswahlprozess beschreibt unser CSRD-Software Auswahl-Guide.

ESG-Toolauswahl Bewertungsmodell

Excel-Template mit vordefinierten Kriterien zur strukturierten Bewertung verschiedener ESG-Softwarelösungen inklusive automatisch berechnetem Fit-Score.

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Häufige Fragen zur Konsolidierung im ESG-Softwaremarkt

Hat osapiens mavue übernommen?

Nicht im klassischen Sinne, soweit öffentlich bekannt. Laut osapiens-Mitteilung vom 20. Oktober 2026 wechseln die mavue-Mitgründer Julius Engbert und Donatus Boder zu osapiens, und erste mavue-Kunden sind bereits in den osapiens HUB umgezogen. Von einem Kauf des Unternehmens oder von Anteilen ist nicht die Rede. Bei seinen früheren Zukäufen (BYRD Health, Lucent AI, Nasdaq Metrio) hat osapiens dagegen ausdrücklich von einer Übernahme gesprochen.

Was ist House of Gaia?

House of Gaia ist die Holding, zu der sich Code Gaia (München) und Planted (Köln) am 27. Mai 2026 per Anteilstausch zusammengeschlossen haben. Zur Gruppe gehören außerdem Clime und Codio Impact (beide Berlin). Im September 2026 hat die Gruppe zudem die Kunden der abgewickelten Global Climate übernommen. House of Gaia betreut nach eigenen Angaben über 630 Kunden und will in den nächsten 24 Monaten weiter zukaufen.

Warum konsolidiert sich der ESG-Softwaremarkt gerade jetzt?

Der Markt ist mit über 100 Anbietern allein im Carbon Management überfüllt, und der Omnibus hat den Kreis der CSRD-pflichtigen Unternehmen stark verkleinert. Gleichzeitig ist die Finanzierung von Klima- und ESG-Start-ups schwieriger geworden. Wenige gut finanzierte Plattformen kaufen zu, während kleinere Anbieter ohne Anschlussfinanzierung einen Käufer oder Nachfolger für ihre Kunden suchen.

Was passiert mit meinen Daten, wenn mein ESG-Softwareanbieter übernommen wird?

Das hängt vom Deal ab. Bei einer Fusion wie House of Gaia bleiben die Marken bestehen. Bei einer Kundenübernahme wie Global Climate zu House of Gaia oder Vaayu zu Carbonfact wird das alte Produkt eingestellt, und die Daten werden zum neuen Anbieter migriert. Prüfe deshalb schon bei Vertragsschluss, ob du alle Daten jederzeit exportieren kannst und welche Rechte du bei einem Eigentümerwechsel hast.

Welche ESG-Softwareanbieter im DACH-Raum sind weiterhin unabhängig?

Unter anderem CONSUST, leadity, Tanso, Envoria, IntegrityNext, Prewave, carbmee, Cozero und Climatiq waren bis Oktober 2026 nicht an Übernahmen beteiligt. Mehrere von ihnen haben stattdessen Wachstumskapital aufgenommen oder Partnerschaften geschlossen, etwa leadity mit IntegrityNext oder Envoria mit PwC und Vodafone Business.