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CSRD-Software Auswahl: Guide für Unternehmen

CSRD-Software Auswahl leicht gemacht mit dem Guide für Unternehmen. Lernen Sie den ESG-Markt kennen und nutzen Sie die Toolauswahl-Anleitung.

Zuletzt geändert am: 7. Juni 2026
Kurz & kompakt
  • Der ESG-Software-Markt ist groß und fragmentiert. Eine echte Standardsoftware wie SAP unter den ERP-Systemen gibt es bislang nicht.
  • Sortiere Anbieter nach Anbieter-Typ und Software-Kategorie. Beide Achsen helfen dir, die passende Lösung einzugrenzen.
  • Ein strukturierter 5-stufiger Auswahlprozess senkt das Risiko einer Fehlentscheidung deutlich.
  • Ein vordefiniertes Bewertungsmodell mit gewichteten Kriterien spart Zeit und macht die Auswahl nachvollziehbar.
  • Software ist anfangs aufwendiger als eine Excel-Sammlung, dafür robuster und in den Folgejahren effizienter.

Die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) verpflichtet betroffene Unternehmen, jährlich einen Nachhaltigkeitsbericht als Teil des Lageberichts zu veröffentlichen. Die konkreten Anforderungen der CSRD sind in den European Sustainability Reporting Standards (ESRS) festgehalten.

Wer ist nach dem Omnibus-Paket überhaupt noch berichtspflichtig?

Mit dem Omnibus-Paket hat die EU den Kreis der Pflichtigen stark verkleinert. Berichtspflichtig sind seit dem 18. März 2026 nur noch Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten und über 450 Mio. € Nettoumsatz. Beide Kriterien müssen zusammen erfüllt sein. In Deutschland ist das nationale CSRD-Umsetzungsgesetz noch nicht verabschiedet. Das Inkrafttreten wird im Laufe 2026 erwartet.

Wieso der Einsatz von CSRD-Software sinnvoll sein kann

Die 12 ESRS-Standards umfassen mehr als 1.000 Datenpunkte. Selbst wer alles durchliest, hat danach noch viele offene Fragen. Wer für die CSRD verantwortlich ist, ringt damit, diese Menge an Informationen zu aggregieren und die Daten zu beschaffen. Auch die Durchführung einer doppelten Wesentlichkeitsanalyse samt Einbeziehung der Stakeholder kann sehr ressourcenaufwendig sein. Hinzu kommt: Der Nachhaltigkeitsbericht muss maschinenlesbar sein und am Ende von einem Wirtschaftsprüfer auditiert werden.

Weniger Datenpunkte mit den revised ESRS

Die EU-Kommission hat im Mai 2026 einen Entwurf vereinfachter ESRS zur Konsultation gestellt. Die Pflicht-Datenpunkte sollen um über 60 Prozent sinken, die Datenpunkte insgesamt um über 70 Prozent. Auch die Berichtskosten je Unternehmen sollen um mehr als 30 Prozent zurückgehen, unter anderem durch eine vereinfachte Wesentlichkeitsanalyse. Der Bedarf an Software bleibt. Der Umfang der zu verarbeitenden Daten wird aber deutlich überschaubarer.

Klingt das nach einem Ding der Unmöglichkeit? CSRD-Software kann Unternehmen bei dieser Mammutaufgabe spürbar unterstützen:

  • Einhaltung der ESRS-Standards: Software verschafft Überblick über die relevanten Themenbereiche und leitet häufig durch den Erstellungsprozess.
  • Effizienzsteigerung: Automatisierung fehleranfälliger manueller Prozesse bei Datenerhebung und -verwaltung führt zu höherer Effizienz.
  • Stakeholder-Engagement: Über Nutzer-Berechtigungen lassen sich Interessensgruppen direkt einbeziehen und Aufgaben effizient delegieren.
  • Audit- und Publikationsanforderungen: CSRD-Tools unterstützen bei der Dokumentationspflicht für Wirtschaftsprüfer sowie bei der digitalen Berichterstattung mit XBRL-Tags.

Eine CSRD-Studie von PwC bestätigt, dass jedes zweite Unternehmen den Einsatz einer Reporting-Softwarelösung zur Erfüllung der CSRD-Berichtspflicht plant.

Auswahl-Guidelines für CSRD-Software

Die Auswahl von CSRD-Softwareanbietern gestaltet sich meist schwieriger als gedacht. Es gibt noch keine „Standardsoftware“ wie es etwa SAP unter den ERP-Anbietern ist. Stattdessen ist der ESG-Software-Markt sehr dynamisch und fragmentiert, wie auch eine CSRD-Studie von Ubirch bestätigt.

Bei der Auswahl von ESG-Softwareanbietern solltest du in erster Linie zwei Aspekte berücksichtigen:

  1. Art des Software-Anbieters
  2. Software-Kategorien von ESG-Tools

Beide Aspekte schauen wir uns jetzt genauer an.

Art der CSRD-Software-Anbieter

Der Sustainability Software Radar von Swisscom und Atlantic Ventures spricht von über 240 Anbietern von Nachhaltigkeitssoftware. Andere Quellen nennen Zahlen von über 700 Tools in diesem Bereich. Die Gesamtanzahl der Anbieter ist nicht sonderlich relevant. Wichtiger ist, um welche Art von Anbieter es sich handelt und welche Anbieter-Typen zum eigenen Unternehmen passen.

Der Sustainability Software Radar unterscheidet die Software-Anbieter in folgende Arten:

  • Startups: Jungunternehmen mit Fokus auf Innovation. Sie entwickeln oft neue technologische Lösungen, nutzen Marktlücken und schaffen neue Kategorien.
  • Independent Software Vendors (ISV) / Software as a Service (SaaS): Anbieter, die eigenständig entwickelte Softwareprodukte direkt vermarkten, oft cloud-basiert als Dienstleistung.
  • Globale Tech-Konzerne: Große, etablierte Unternehmen, die in verschiedenen Technologiebereichen tätig sind und ein breites Spektrum an Produkten und Dienstleistungen anbieten.
  • Professionelle Service-Anbieter: Firmen, die auf beratende Dienstleistungen spezialisiert sind und kundenorientierte Lösungen bieten, etwa die Big-4-Beratungs- und Prüfungsgesellschaften.
  • Open Source: Organisationen, die Software mit frei zugänglichem Quellcode entwickeln und pflegen.

In nachfolgender Übersicht sind Beispiele sowie konkrete Vor- und Nachteile für jede Art von CSRD-Softwareanbietern dargestellt.

ESG Software-Anbieter

Die Untersuchungen von Swisscom und Atlantic Ventures haben ergeben, dass Startups der Innovationsmotor der Branche sind. Durch das regulatorische Umfeld in der EU sind europäische Anbieter ein Treiber und führend in dieser rasanten Entwicklung neuer Softwaretools.

Neben etablierten ESG-Software-Anbietern sind auch globale Software-Konzerne wie IBM, SAP und Salesforce in den Markt eingestiegen. Insgesamt ist ein Trend weg von Insellösungen hin zu Plattformen für ganzheitliches Sustainability Management zu erkennen.

Software-Kategorien von ESG-Software

Neben der Aufteilung des Software-Marktes in Anbieter-Arten gibt es auch eine Unterscheidung der verschiedenen Software-Kategorien:

KategorieWofür sie stehtBeispiele
BerichterstattungssoftwareUnterstützt bei der Erstellung, Verwaltung und Veröffentlichung von ESG- bzw. CSRD-Berichten.Greenomy; Atlas Metrics; Luup
ESG-ManagementErmöglicht eine kontinuierliche Überwachung und Verwaltung von ESG-Daten und -Initiativen.Workiva; CONSUST FramesCube; Daato
CO2- / THG-ManagementUnterstützt bei der Messung, Festlegung und Überwachung von CO2-Zielen sowie bei der Energieeffizienz.Global Climate; Code Gaia; Carbmee
Lieferketten-ManagementFokussiert sich auf ESG-Herausforderungen in der Lieferkette, up- wie downstream.osapiens; IBM Envizi ESG Suite; IntegrityNext
ESG-RatingsBietet Bewertungen und Rankings der ESG-Praktiken eines Unternehmens für mehr Vergleichbarkeit.EcoVadis; GRESB; Sustainalytics
SchulungsplattformenVermittelt Wissen und Kompetenzen in den Bereichen Nachhaltigkeit, ESG oder CSRD.XU sustainable; Greenomy Academy

Dabei ist anzumerken, dass es Überschneidungen der Kategorien gibt. Einzelne Tools lassen sich auch mehreren Kategorien zuordnen.

ESG Software-Kategorien

Bei der Entscheidung für die am besten geeignete ESG-Software-Kategorie helfen die folgenden konkreten Schritte zur CSRD-Software-Auswahl.

Prozess zur CSRD-Software-Auswahl

CSR Tools hat einen 5-stufigen Prozess zur CSRD-Toolauswahl entwickelt:

  1. Bedarfsanalyse und Zielsetzung: Zielsetzung definieren und ein Bewertungs-Modell bzw. Lastenheft erstellen, das spezifische Anforderungen an eine Softwarelösung samt Gewichtung der Kriterien festlegt.
  2. Recherche und Vergleich von Tools: Desk Research und Nutzung von Datenbanken wie der ESG-Tool-Übersicht zur Erstellung einer Longlist. Eine erste Eingrenzung der relevanten Anbieter durchführen und Demo-Termine vereinbaren.
  3. Anbieterbewertung: Die Softwareanbieter anhand der vorliegenden Informationen bewerten und bei Bedarf Rückfragen an die Tools stellen.
  4. Verhandlung und Testphase: Finale Vertragsverhandlungen mit den präferierten 2 bis 3 Anbietern führen und Details klären. Idealerweise gibt es einen Testzugang, um das Tool mit relevanten Stakeholdern zu prüfen. Danach für die präferierte Software entscheiden und den Vertrag unterschreiben.
  5. Implementierung: Klare Verantwortlichkeiten und einen Tool-Owner festlegen. Relevante Stakeholder einbeziehen und schulen, bei Bedarf Change Management betreiben. Daten- und Systemintegrationen in die bestehende Software-Landschaft umsetzen. Prüfen, ob die Zielsetzung erfüllt wurde.

CSRD Software Auswahl Prozess

Bewertungsmodell zur Auswahl von CSRD-Software

CSR Tools hat ein Bewertungsmodell entwickelt, das Unternehmen bei der Auswahl von CSRD-Software unterstützt. Das Modell enthält eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, vordefinierte Kriterien, die sich beliebig anpassen und erweitern lassen, sowie eine Bewertungslogik inklusive Gewichtung der Anforderungen. Diese Vorteile ergeben sich durch den Einsatz des Bewertungsmodells für die ESG-Toolauswahl:

  • Zeitersparnis durch ein strukturiertes und einsatzbereites Bewertungsinstrument
  • Anpassungsfähigkeit des Modells an deine Anforderungen und Prioritäten
  • Fundierte Entscheidungen auf Basis eines systematischen Auswahlprozesses

CSRD Toolauswahl Bewertungsmodell

ESG-Toolauswahl-Bewertungsmodell

Strukturiertes Bewertungsinstrument mit vordefinierten, gewichtbaren Kriterien und Schritt-für-Schritt-Anleitung. So findest du systematisch und nachvollziehbar die passende CSRD-Software.

Zum Bewertungsmodell

Fazit für die CSRD-Toolauswahl

Die Einführung von Software zur Erfüllung der CSRD-Berichtspflicht ist zu Beginn möglicherweise aufwendiger, bietet aber enorme Vorteile und Effizienzpotenziale für die Folgejahre. Zudem ist eine Softwarelösung meist robuster als eine Sammlung von Excel-Dateien.

Die Bandbreite an Anbietern und Kategorien für ESG-Software ist riesig. Durch eine klare Zielsetzung und einen strukturierten Prozess findest du das passende Tool für deine Bedürfnisse.

Häufige Fragen zur CSRD-Software-Auswahl

Brauche ich für die CSRD zwingend eine Software?

Pflicht ist keine Software. Bei der Menge an Datenpunkten und der Audit-Anforderung kann ein Tool die Arbeit aber stark erleichtern. Für kleinere Reporting-Umfänge reichen oft strukturierte Vorlagen, etwa eine ESRS-Datenpunkte-Vorlage. Wächst der Umfang, ist eine Software meist robuster als eine Excel-Sammlung.

Wonach sortiere ich die vielen Anbieter am besten?

Nach zwei Achsen: dem Anbieter-Typ (Startup, ISV/SaaS, globaler Tech-Konzern, professioneller Service-Anbieter, Open Source) und der Software-Kategorie (Berichterstattung, ESG-Management, CO2-Management, Lieferkette, Ratings, Schulung). Beide Achsen zusammen grenzen die Auswahl schnell ein.

Wie läuft die Auswahl strukturiert ab?

In fünf Schritten: Bedarfsanalyse und Zielsetzung, Recherche und Vergleich, Anbieterbewertung, Verhandlung und Testphase, Implementierung. Ein vordefiniertes Bewertungsmodell mit gewichteten Kriterien macht die Entscheidung nachvollziehbar.

Ändert sich der Software-Bedarf durch die revised ESRS?

Der Bedarf bleibt. Mit den im Mai 2026 vorgeschlagenen vereinfachten ESRS sinkt aber der Umfang der zu verarbeitenden Daten deutlich. Die Pflicht-Datenpunkte sollen um über 60 Prozent zurückgehen. Das macht viele Reporting-Prozesse schlanker.