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CSRD-Reporting: PwC Studie enthüllt die beliebteste Software

CSRD-Reporting: PwC Studie enthüllt die beliebteste Software

CSRD Software Studie von PwC enthüllt die beliebtesten Tools für CSRD Reporting. Und eine Anleitung zur CSR Tool-Auswahl.

Zuletzt geändert am: 9. Juni 2026
Kurz & kompakt
  • Excel ist mit 27 % das meistgenannte Tool für CSRD-Reporting, obwohl PwC ausdrücklich davon abrät.
  • Nur jedes zweite Unternehmen plant überhaupt Software einzusetzen; 20 % haben es ausgeschlossen.
  • 53 % der Befragten kennen die Unterschiede zwischen den CSRD-Softwarelösungen noch nicht gut genug.
  • Dedizierte ESG-Plattformen bieten klare Vorteile bei Nutzerverwaltung, Auditfähigkeit und Standards-Updates.
  • Vor der Tool-Auswahl empfiehlt sich ein strukturierter 5-Schritte-Prozess, der mit einer Stakeholder- und Bedarfsanalyse beginnt.

Eine im Oktober 2023 veröffentlichte CSRD Software Studie von PwC beleuchtet, ob die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) bereits einen Einfluss auf Unternehmen hat. Dabei analysiert das Beratungshaus auch, ob und in welchem Umfang dedizierte Softwarelösungen für das CSRD-Reporting zum Einsatz kommen, und liefert aufschlussreiche Erkenntnisse.

Haupterkenntnisse der PwC CSRD Studie

  • Über 70 % der befragten Unternehmen haben eine Nachhaltigkeitsstrategie erstellt und größtenteils in die Gesamtstrategie integriert. Fast eine Verdreifachung im Vergleich zu 2021.
  • 15 % haben mit der Implementierung der CSRD noch nicht begonnen, während 61 % bereits Daten für relevante KPIs erheben.
  • In 42 % der Unternehmen trägt eine Sustainability-Abteilung die Hauptverantwortung. Alternativ ist meist Accounting (30 %) zuständig.
  • Jedes zweite Unternehmen plant eine Reporting-Softwarelösung einzusetzen. Als beliebtestes Tool wurde Excel (27 %) angegeben.

Die Studie gibt Einblicke darin, wie weit Unternehmen das Thema CSRD strategisch betrachten, welche Implementierungsmaßnahmen (z. B. Scope-Analyse oder Materialitätsanalyse nach der Doppelten Wesentlichkeit) bereits getroffen wurden, welche Herausforderungen bevorstehen und welche Abteilungen innerhalb eines Unternehmens verantwortlich sind.

In diesem Beitrag fokussieren wir uns auf die Studienergebnisse zum Einsatz von Softwarelösungen für das CSRD-Reporting.

Beliebteste CSRD Software

Die Anforderungen der CSRD an Unternehmen sind in den Europäischen Standards zur Nachhaltigkeitsberichterstattung (ESRS) festgehalten. Die ESRS umfassen 281 Seiten. Richtig gelesen: 281!

Um dieser Vielzahl an Anforderungen gerecht zu werden und die Nachhaltigkeitsbemühungen strukturiert erfassen und optimieren zu können, hat sich ein Markt an CSR-Tools und Softwarelösungen entwickelt.

Da sich der Markt an CSRD-Reporting-Software derzeit rasant entwickelt, herrscht laut der Studie bei Unternehmen große Unklarheit, ob und wenn ja welches Tool für die Berichterstattung eingesetzt werden soll. Während sich etwas mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen für den Einsatz von Software entschieden haben, äußern 20 %, dass sie keinen Software-Einsatz planen. Die restlichen Befragten (28 %) haben noch keine Entscheidung getroffen.

  • Excel ist mit 27 % die am häufigsten genannte Softwarelösung.
  • 19 % der Unternehmen setzen auf dedizierte Nachhaltigkeitslösungen, ein weiteres Fünftel nutzt ERP-Systeme (ebenfalls 19 %).
  • Andere Tools wie Disclosure-Management-Tools (7 %), Konsolidierungssoftware (5 %) und andere Lösungen (4 %) werden in geringerem Maße verwendet.

Einsatz von CSRD Softwarelösungen

Quelle: PwC-Studie Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) 2023

Excel ist bevorzugtes CSRD Reporting Tool

Besonders überraschend ist die hohe Zahl der Unternehmen (27 %), die Microsoft Excel als Tool für ihr CSRD-Reporting einsetzen möchten. Excel bietet verschiedene Vorteile für das CSRD-Reporting:

  • Kosten: In vielen Unternehmenslizenzen von Microsoft Office enthalten, sodass häufig keine zusätzlichen Kosten anfallen.
  • Vertrautheit: Viele Mitarbeitende sind bereits mit Excel vertraut, sodass keine Einarbeitung nötig ist.
  • Flexibilität: Daten lassen sich auf vielfältige Weise organisieren, filtern und analysieren. Diagramme und Grafiken sind schnell erstellt.
  • Kompatibilität: Excel lässt sich leicht mit Word, PowerPoint oder ERP-Systemen integrieren.
  • Vorlagen: Es gibt zahlreiche verfügbare Excel-Vorlagen für verschiedene Reporting-Anforderungen.
PwC rät von Excel als alleinigem Tool ab

Laut PwC ist Excel nicht unbedingt die beste Lösung, da es keine sichere Dokumentation ermöglicht und kein Nutzer-Rollen-Management bietet. Da Excel bei der Dateneingabe fehleranfällig sein kann und es sich beim Nachhaltigkeitsreporting um einen prüfpflichtigen Bericht handelt, empfiehlt PwC, andere Softwarelösungen in Betracht zu ziehen.

Wesentlichkeitsanalyse-Template (Excel)

Dieses Excel-Template führt dich durch die doppelte Wesentlichkeitsanalyse, inklusive Stakeholderanalyse, und ist CSRD-konform aufgebaut.

Mehr erfahren

Dedizierte Softwarelösung für CSRD Reporting

Jedes fünfte Unternehmen der Studie plant den Einsatz eines dedizierten Tools für das Management und Reporting über Nachhaltigkeitsaktivitäten. Derzeit sprießen zahlreiche neue digitale Plattformen aus dem Boden.

Je nach Bedarf können dedizierte ESG-Tools umfangreiche Vorteile bieten:

  • Fachspezifische Funktionalitäten: Speziell für Nachhaltigkeitsberichte entwickelt, mit Funktionen, die den Reporting-Prozess vereinfachen.
  • Konsistenz und Standardisierung: Vorgefertigte Vorlagen und Richtlinien gewährleisten Konsistenz über verschiedene Berichte hinweg.
  • Automatisierte Datenintegration: Umfassende Plattformen können Daten automatisch aus verschiedenen Quellen importieren.
  • Compliance und Aktualität: Ausgerichtet auf aktuelle Standards und Vorschriften im Bereich der Nachhaltigkeitsberichterstattung.
  • Zugriffs- und Rechteverwaltung: Differenzierte Zuweisung von Bearbeitungs- und Zugriffsrechten für verschiedene Nutzer:innen.

Eine dedizierte Softwarelösung kann aber auch Nachteile haben: Neben Zusatzkosten müssen Mitarbeitende im Umgang geschult werden. Nicht alle CSRD-Tools sind vollständig kompatibel mit bestehenden Unternehmenssystemen, sodass manueller Aufwand nötig bleiben kann. Zudem droht eine gewisse Abhängigkeit vom Software-Anbieter.

Kategorien der CSRD Reporting Tools

Man kann die CSR-Softwarelösungen in verschiedene Kategorien einteilen:

  1. Nachhaltigkeitsmanagement-Plattformen: Bieten eine umfassende Lösung zur Verwaltung und Steuerung von Nachhaltigkeitsinitiativen, inklusive Erfassung, Analyse und Überwachung von Nachhaltigkeitsdaten.
  2. THG-Emissionsrechner: Speziell entwickelt, um Treibhausgasemissionen eines Unternehmens zu berechnen und Reduktionsstrategien zu entwickeln.
  3. CSR-Rating-Anbieter: Unternehmen oder Plattformen, die Bewertungen und Rankings zu CSR-Praktiken anbieten und diese Informationen Investoren oder Kunden bereitstellen.
  4. CSRD-Berichterstattungssoftware: Spezialisierte Lösungen zur effizienten Erstellung, Verwaltung und Veröffentlichung von CSRD-Berichten, oft mit Vorlagen und Richtlinien.
  5. CSRD-Schulungsplattformen: Bieten Schulungen und Bildungsressourcen zu Anforderungen, Best Practices und Trends im CSRD-Bereich.

Es ist wichtig, dass Unternehmen ihre spezifischen Bedürfnisse sorgfältig bewerten, bevor sie sich für eine Sustainability-Softwarelösung entscheiden. In einer weiteren CSRD-Studie von Ubirch wurden Unternehmen konkret befragt, welche ESG-Software sie einsetzen.

Nutzung bestehender ERP-Systeme für das Nachhaltigkeitsreporting

Die CSRD-Software-Studie von PwC gibt an, dass 41 % der Unternehmen ausschließlich (11 %) oder zumindest teilweise (30 %) dieselben Tools für ihr finanzielles Reporting und das CSRD-Reporting einsetzen möchten. Am häufigsten genannt wird dabei das Enterprise-Resource-Planning (ERP) System.

Vorteile eines ERP-Einsatzes:

  • Integration von Datenquellen: ERP-Systeme zentralisieren Daten aus verschiedenen Geschäftsbereichen, sodass CSRD-relevante Daten häufig bereits vorhanden sind.
  • Kosteneffizienz: Unternehmen können vorhandene Systeme nutzen und so Kosten für eine separate Softwarelösung sparen.
  • Anpassbarkeit: Viele ERP-Systeme können erweitert werden, um spezifische CSRD-Berichtsanforderungen zu erfüllen.

Dementgegen stehen Komplexität und Schwerfälligkeit als Nachteile. Das Hinzufügen von CSRD-Berichtsfunktionen kann die Benutzerfreundlichkeit beeinträchtigen. Änderungen in den CSRD-Anforderungen können zudem erfordern, dass das ERP-System angepasst oder aktualisiert wird, was Zeit und Ressourcen bindet. Auch zusätzliche Schulungen können nötig sein.

Vor- und Nachteile der Software-Optionen im Überblick

ToolVorteileNachteile
ExcelEinfach zu verwenden und weit verbreitet; flexibel und anpassbar; keine ZusatzkostenSkalierungsprobleme bei großen Datenmengen; Fehlerrisiko bei manueller Eingabe; keine spezialisierten Funktionen
Dedizierte ESG-SoftwareSpezialisiert auf ESG-Berichtsanforderungen; integrierte Nutzerverwaltung; regelmäßige Standards-UpdatesKann teuer sein; Einarbeitungszeit für Mitarbeitende; mögliche Integrationsschwierigkeiten
ERP-SystemeIntegration von Datenquellen; kosteneffizient; anpassbarKomplex und schwerfällig; mögliche Lücken in CSRD-spezifischen Funktionen; ggf. zusätzliche Schulung nötig

Unterschiede zwischen CSRD-Softwarelösungen noch wenig bekannt

Die PwC-Studie, an der sich 170 Unternehmen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden beteiligt haben, bestätigt: Den Überblick über die CSRD-Softwarelandschaft zu behalten ist eine echte Herausforderung.

Erstaunliche 53 % der befragten Unternehmen gaben an, sich noch intensiv mit den Unterschieden zwischen den CSRD-Softwarelösungen auseinandersetzen zu müssen. Während 14 % sich bereits gut informiert fühlen, hat ein Drittel (31 %) das Thema noch gar nicht auf dem Schirm. Zwei Prozent machten keine Angabe.

Unterschiede zu CSRD Softwarelösungen

Quelle: PwC-Studie Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) 2023

Das Hauptaugenmerk für Unternehmen sollte daher darauf liegen, die diversen Softwarelösungen und ihre spezifischen Eigenschaften zu verstehen, besonders hinsichtlich Benutzerfreundlichkeit und Detailtiefe.

Wie du dich über CSRD-Software informieren kannst

Die PwC-Studie deckt auf, dass sich 3 von 4 Unternehmen bereits über Softwarelösungen für ihr CSRD-Reporting informiert haben. Im Umkehrschluss haben sich 26 % der Unternehmen bisher noch nicht mit möglichen Tools beschäftigt. Die Expert:innen von PwC empfehlen, „dringend aktiv" zu werden, um Effizienz- und Qualitätssteigerungen in der Nachhaltigkeitsberichterstattung zu erzielen.

Unternehmen nutzen verschiedene Kanäle, um sich über Softwarelösungen zu informieren: Veranstaltungen und Webinare (46 %), Austausch mit Berater:innen und Wirtschaftsprüfer:innen (41 %), Eigenrecherche oder direkter Kontakt zu Anbietern (jeweils 8 %). Überraschend: Nur 6 % tauschen sich mit Fachkolleg:innen zur Tool-Auswahl aus.

CSRD Tool-Übersicht

Einen umfassenden Überblick der verschiedenen Softwarelösungen für das CSRD-Reporting findest du in unserer Tool-Übersicht, mit Funktionalitäten und Einordnung in die Softwarekategorien.

Zur Tool-Übersicht

5 Schritte zur CSRD Reporting Tool-Auswahl

Bei der Auswahl einer CSRD-Reporting-Software solltest du mehrere wichtige Schritte berücksichtigen, um eine Lösung zu finden, die deinen spezifischen Anforderungen entspricht:

  1. Stakeholderanalyse: Kläre, welche Personen in die Tool-Auswahl eingebunden werden müssen, damit alle Anforderungen berücksichtigt werden.
  2. Bedarfsanalyse: Bestimme die spezifischen Anforderungen und Ziele deines Unternehmens. Was soll das Tool leisten? Wie viel Budget steht zur Verfügung?
  3. Recherche: Informiere dich über die verfügbaren Tools auf dem Markt. Lies Bewertungen, hole dir Kundenreferenzen und vergleiche Funktionen und Merkmale.
  4. Demo und Testphase: Viele Anbieter bieten Demoversionen oder Testphasen an. Nutze diese Möglichkeit, um zu prüfen, ob das Tool zu deinen Anforderungen passt.
  5. Entscheidung treffen: Bewerte die Softwarelösungen anhand deiner festgelegten Kriterien und entscheide dich für das am besten geeignete Tool.

Durch diese Schritte stellst du sicher, dass du eine Lösung wählst, die deinen Bedürfnissen entspricht und einen echten Mehrwert bietet.

Häufige Fragen zur CSRD-Software-Auswahl

Warum empfiehlt PwC trotz der hohen Excel-Nutzung keine Excel-Lösung für CSRD-Reporting?

Excel bietet zwar Flexibilität und niedrige Kosten, hat aber entscheidende Schwächen: kein Nutzer-Rollen-Management, keine sichere Dokumentation und hohes Fehlerrisiko bei manueller Dateneingabe. Da der Nachhaltigkeitsbericht prüfpflichtig ist, empfiehlt PwC Lösungen mit integrierter Audit-Fähigkeit.

Welche CSRD-Software-Kategorie passt zu meinem Unternehmen?

Das hängt von Größe, Komplexität und vorhandenem IT-Umfeld ab. Kleine Teams mit überschaubarem Datenvolumen starten oft gut mit einem strukturierten Excel-Template. Größere Unternehmen mit vielen Datenpunkten und Prüfanforderungen profitieren meist von einer dedizierten ESG-Plattform. Wer bereits ein modernes ERP-System nutzt, kann dort beginnen und gezielt ergänzen.

Wie viele Unternehmen kennen die Unterschiede zwischen CSRD-Softwarelösungen gut genug?

Laut der PwC-Studie von 2023 fühlen sich nur 14 % der befragten Unternehmen bereits gut informiert. 53 % müssen sich noch intensiver damit beschäftigen, und 31 % haben das Thema noch gar nicht angegangen. Das zeigt: Frühzeitige Recherche verschafft einen echten Vorsprung.

Muss ich bei der CSRD-Tool-Auswahl auch die Wesentlichkeitsanalyse berücksichtigen?

Ja. Die doppelte Wesentlichkeitsanalyse ist der erste Schritt im CSRD-Reporting und bestimmt, welche ESRS-Themen und Datenpunkte du überhaupt berichten musst. Wähle ein Tool, das diese Analyse entweder selbst unterstützt oder gut damit kombinierbar ist.