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VSME-Update: Vereinfachte Nachhaltigkeitsberichterstattung für KMUs

VSME-Update: Vereinfachte Nachhaltigkeitsberichterstattung für KMUs

VSME-Update: Entdecken Sie die wichtigsten Änderungen und Vorteile zur vereinfachten Nachhaltigkeitsberichterstattung für KMUs.

Zuletzt geändert am: 29. September 2026
Kurz & kompakt
  • Die finale EFRAG-Fassung des VSME (Dezember 2024) vereinfacht den Standard deutlich: zwei Module statt drei, 20 statt 28 Überpunkte.
  • Die doppelte Wesentlichkeitsanalyse ist im VSME nicht verpflichtend. Scope-3-Emissionen bleiben freiwillig.
  • KMUs profitieren von niedrigeren Einstiegskosten, besserer Finanzierung und stärkerer Marktposition.
  • Seit dem 24. September 2026 ist der VSME als „VS (Voluntary Standard)" in Kraft (Delegierte Verordnung (EU) 2026/1560) und steht allen Unternehmen offen, die nicht unter die CSRD-Berichtspflicht fallen.
  • Freiwillige Berichterstattung lohnt sich jetzt: Sie schafft Transparenz, stärkt Kundenbeziehungen und bereitet auf künftige Pflichten vor.
Aus VSME wird VS

Der freiwillige Berichtsstandard VSME wurde am 3. Juli 2026 von der EU-Kommission als VS (Voluntary Standard) angenommen. Seit dem 24. September 2026 ist er als Delegierte Verordnung (EU) 2026/1560 in Kraft, steht allen Unternehmen offen, die nicht unter die CSRD-Berichtspflicht fallen, und baut inhaltlich auf dem VSME auf. Dieser Beitrag verwendet noch die frühere Bezeichnung VSME. Was sich geändert hat, liest du in Finale ESRS und VS-Standard 2026.

Die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) und die European Sustainability Reporting Standards (ESRS) haben den Weg für eine nachhaltigere Unternehmensberichterstattung geebnet. Ein zentraler Bestandteil dieser Entwicklung ist das VSME-Update (Voluntary Sustainability Reporting Standard for non-listed SMEs): die finale EFRAG-Fassung vom Dezember 2024, die nach öffentlicher Konsultation angepasst wurde. Auf ihr baut der VS auf, den die EU-Kommission am 3. Juli 2026 angenommen hat. Was bedeuten diese Neuerungen konkret, welche Vorteile bringt das VSME-Update, und für welche Unternehmen ist es relevant?

Was ist das VSME-Update und warum ist es wichtig?

Das VSME-Update ist die Anpassung der EFRAG des VSME-Standards von der Draft-Version zur finalen Version, die im Dezember 2024 veröffentlicht wurde. Während die umfassenden Anforderungen der ursprünglichen ESRS (Set 1) mit über 1.000 Datenpunkten zahlreiche Anforderungen an die Berichterstattung über Umwelt-, Sozial- und Governance-Aspekte (ESG) stellt, ist der VSME-Standard freiwillig und erfordert nur einen Bruchteil der Offenlegungspflichten, um den administrativen Aufwand für KMUs zu minimieren.

Der Standard wurde stark vereinfacht. Das sind die wichtigsten Neuerungen:

  • Zwei Module statt drei: Das PAT-Modul wurde gestrichen, es bleibt das Basic- und Comprehensive-Modul.
  • Nur noch 20 statt 28 zu berichtende Überpunkte.
  • Die Durchführung der doppelten Wesentlichkeitsanalyse ist nicht verpflichtend.
VS-Berichtsvorlage

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Die wichtigsten Änderungen im Überblick

Zwei Module statt drei

Eine der auffälligsten Änderungen: Der bisherige VSME-Standard wurde von drei auf zwei Module reduziert.

Das bisherige Narrative-Policies, Actions and Targets (PAT) Module wurde komplett gestrichen. Die zwei verbleibenden Module sind:

a) Basic Module

Das Basic Module ist die Einstiegsbasis für die Nachhaltigkeitsberichterstattung von KMUs. Es umfasst Mindestangaben zu:

  • Umwelt (Energieverbrauch, Treibhausgasemissionen, Ressourcenverbrauch)
  • Sozialen Themen (Mitarbeiterbedingungen, Gesundheit und Sicherheit)
  • Geschäftsethik (Korruptionsvorfälle, Compliance)

b) Comprehensive Module

Das Comprehensive Module richtet sich an KMUs, die zusätzliche Anforderungen erfüllen wollen oder müssen, z. B. für Investoren, Banken oder größere Geschäftspartner.

Das Modul enthält detaillierte Offenlegungen, z. B. zu Klimarisiken, GHG-Reduktionszielen und sozialen Kennzahlen wie Geschlechterdiversität im Management.

Mit dieser neuen Struktur ist der VSME-Standard deutlich übersichtlicher, weniger umfangreich und besser an die Bedürfnisse von KMUs angepasst.

Wir haben alle Angabepflichten in einer übersichtlichen VS-Datenpunkte-Liste zusammengetragen, inklusive Hinweise, ob qualitative oder quantitative Angaben gefordert sind, und ob ein Datenpunkt optional oder an eine Bedingung geknüpft ist.

Weniger Überpunkte, Wesentlichkeitsanalyse entfällt

Der neue VSME-Standard entlastet kleinere Unternehmen, indem er die Pflicht zur doppelten Wesentlichkeitsanalyse streicht. Gleichzeitig werden viele Überpunkte gestrichen, und der Standard reduziert sich von 28 auf 20 zu berichtende Überpunkte.

Flexibilität bei Scope-3-Emissionen

Die Offenlegung von Scope-3-Emissionen (indirekte Emissionen aus der Wertschöpfungskette) ist freiwillig. Unternehmen, die ihre Scope-3-Daten erheben, können damit zusätzliche Transparenz schaffen und ihre Nachhaltigkeitsstrategie aufwerten.

Kosten und Vorteile des neuen VSME-Standards

Die EFRAG hat eine umfassende Studie mit einer Cost-Benefit Analyse des neuen VSME-Standards veröffentlicht. Hier sind die wichtigsten Ergebnisse:

  • Wettbewerbsfähigkeit steigern: KMUs, die den VSME-Standard nutzen, verbessern ihre Marktposition durch erhöhte Transparenz. Das schafft Vertrauen bei Geschäftspartnern und Investoren, besonders auf grünen Märkten.
  • Finanzielle Vorteile nutzen: Die ESG-Berichterstattung ermöglicht den Zugang zu nachhaltigeren Finanzierungsquellen. Laut Studie sind Zinsvorteile zwischen 10 und 30 Basispunkten bei Krediten möglich. Bis 2028 könnten die finanziellen Vorteile laut EFRAG insgesamt 580 Millionen Euro erreichen.
  • Interne Organisation verbessern: Die Anwendung des VSME-Standards hilft, interne Prozesse und Managementpraktiken zu optimieren. Regelmäßige ESG-Analysen fördern strategische Entscheidungen und stärken die interne Zusammenarbeit.
  • Geringere Einstiegskosten: Die Überarbeitung hat die Kosten deutlich gesenkt. Der Wegfall der Wesentlichkeitsanalyse spart zwischen 6.000 und 20.000 Euro. Digitale Tools reduzieren den zeitlichen Aufwand um 10 bis 30 %.

Fazit: Was bedeuten die Änderungen für KMUs?

Der überarbeitete VSME-Standard erleichtert kleinen und mittelständischen Unternehmen den Einstieg in die Nachhaltigkeitsberichterstattung. Dank der neuen Zweigliederung und der Streichung des PAT-Moduls werden Aufwand und Kosten erheblich reduziert. Gleichzeitig bleibt genug Flexibilität, um den Standard an individuelle Bedürfnisse anzupassen.

Handlungsempfehlungen für Unternehmen

Regulatorische Unsicherheit in Deutschland

Das nationale CSRD-Umsetzungsgesetz ist noch nicht verabschiedet. Das parlamentarische Verfahren läuft, eine Anhörung fand im April 2026 statt. Abzuwarten und nichts zu tun ist dennoch nicht empfehlenswert. Sinnvoll sind sogenannte No-Regret-Moves: Aktivitäten, die dem Unternehmen einen Nutzen stiften und bei einer späteren Berichtspflicht wiederverwendet werden können. Dazu zählen die Wesentlichkeitsanalyse sowie die Erstellung eines VSME-Berichts.

  • ESG-Strategie überarbeiten: Stimme deine Nachhaltigkeitsstrategie auf die neuen Materialitätskriterien und Reporting-Anforderungen ab.
  • Digitale Tools einsetzen: Mit unserem aktualisierten Nachhaltigkeitsbericht-Template für KMUs setzt du den neuen VSME-Standard mühelos um. Die Word-Vorlage liefert einen bereits verfassten Bericht, den du nur noch mit deinen Daten befüllen musst.
  • Freiwillige Berichterstattung starten: Kleinere Unternehmen, die nicht direkt unter die CSRD fallen, profitieren von freiwilliger Berichterstattung, um Transparenz bei Stakeholdern zu schaffen oder den Anforderungen von Kunden und Lieferanten gerecht zu werden.
  • Regelmäßige Updates verfolgen: Halte dich über weitere Änderungen der ESRS und CSRD auf dem Laufenden. In unserem 2-wöchentlichen Newsletter berichten wir regelmäßig über relevante Änderungen.
VS-Nachhaltigkeitsbericht-Template

Starte direkt mit der Word-Vorlage: strukturiert, praxisnah und auf die Anforderungen des aktuellen VS-Standards (vormals VSME) abgestimmt.

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Häufige Fragen zum VSME-Update

Was ist der Unterschied zwischen dem Basic und dem Comprehensive Module im VSME?

Das Basic Module deckt Mindestangaben zu Umwelt, Sozialem und Governance ab. Es ist der einfache Einstieg für KMUs. Das Comprehensive Module ergänzt detailliertere Angaben, z. B. zu Klimarisiken, GHG-Zielen und sozialen Kennzahlen. Es eignet sich, wenn Investoren, Banken oder große Geschäftspartner mehr Transparenz einfordern.

Müssen KMUs eine Wesentlichkeitsanalyse durchführen, wenn sie nach VSME berichten?

Nein. Die doppelte Wesentlichkeitsanalyse ist im VSME nicht verpflichtend. Das ist einer der zentralen Unterschiede zu den ESRS, die für große CSRD-pflichtige Unternehmen gelten.

Was bedeutet die Umbenennung von VSME zu VS (Voluntary Standard)?

Die EU-Kommission hat den VSME am 3. Juli 2026 als „VS (Voluntary Standard)" angenommen. Seit dem 24. September 2026 ist er als Delegierte Verordnung (EU) 2026/1560 in Kraft. Der Standard richtet sich nicht mehr nur an KMU, sondern steht allen Unternehmen offen, die nicht unter die CSRD-Berichtspflicht fallen. Inhaltlich bleibt er nah am VSME, ergänzt um neue Flexibilitäten. Außerdem schützt ein Value-Chain-Cap kleinere Unternehmen: CSRD-pflichtige Unternehmen dürfen ab dem Geschäftsjahr 2027 von Unternehmen mit bis zu 1.000 Beschäftigten keine Informationen verlangen, die über den VS hinausgehen.

Lohnt sich freiwillige VSME-Berichterstattung, wenn mein Unternehmen nicht CSRD-pflichtig ist?

Ja. Freiwillige Berichterstattung schafft Transparenz gegenüber Kunden, Lieferanten und Finanzierungspartnern. Sie bereitet auf mögliche künftige Pflichten vor und kann konkrete finanzielle Vorteile bringen, z. B. bessere Kreditkonditionen. Mit unserer VS-Berichtsvorlage ist der Einstieg überschaubar.