CSR Tools

ESG und ESG-Berichterstattung: Das Wichtigste in Kürze

Erfahren Sie, was ESG-Berichterstattung bedeutet, welche Vorteile sie bringt und wie Sie von CSRD und doppelter Wesentlichkeit profitieren.

Kurz & kompakt
  • ESG steht für Environmental, Social und Governance und beschreibt die drei Säulen nachhaltiger Unternehmensführung.
  • Die CSRD verpflichtet seit 2024 große Unternehmen zur ESG-Berichterstattung; durch das Omnibus-Paket gelten seit März 2026 neue, engere Schwellenwerte.
  • Die doppelte Wesentlichkeit ist der methodische Kern: Unternehmen analysieren sowohl ihre Wirkung auf Umwelt und Gesellschaft als auch externe Nachhaltigkeitsrisiken für das Unternehmen selbst.
  • Gut gemachte ESG-Berichte schaffen Vertrauen, reduzieren Risiken und öffnen den Zugang zu Kapital und nachhaltigen Lieferketten.
  • Der ESRS VSME-Standard (bald „VS - Voluntary Standard") ermöglicht kleineren Unternehmen freiwillige Berichte nach einheitlichem Rahmen.

Bedeutung von ESG in der heutigen Unternehmenswelt

In einer zunehmend nachhaltigkeitsorientierten Welt sind die Begriffe ESG (Environmental, Social, Governance) und ESG-Berichterstattung unverzichtbar geworden. Unternehmen sehen sich mit steigenden Anforderungen von Stakeholdern konfrontiert, Transparenz zu schaffen und Verantwortung zu übernehmen. Initiativen wie der European Green Deal und Regulierungen wie die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) setzen neue Standards und fordern Unternehmen auf, die doppelte Wesentlichkeit zu berücksichtigen. Dieser Artikel bietet eine kurze Einführung in ESG, zeigt die Vorteile der Berichterstattung auf und liefert praktische Tipps zur Umsetzung.

Was ist ESG?

ESG steht für Environmental, Social und Governance – die drei zentralen Säulen nachhaltiger Unternehmensführung:

  • Environmental (Umwelt): Maßnahmen zur Reduktion von CO2-Emissionen, Energieeffizienz, nachhaltiger Ressourceneinsatz und Schutz der Biodiversität.
  • Social (Soziales): Verantwortung für Mitarbeitende und Gesellschaft, inkl. Diversität, Inklusion, faire Arbeitsbedingungen und die Achtung von Menschenrechten.
  • Governance (Unternehmensführung): Transparente Entscheidungsprozesse, ethische Standards, Compliance und Stakeholder-Orientierung.

Im Gegensatz zur klassischen CSR (Corporate Social Responsibility) integriert ESG messbare Kriterien, die Investoren und andere Interessengruppen bewerten können.

Warum ist ESG-Berichterstattung entscheidend?

Regulatorische Anforderungen

Der European Green Deal zielt auf Klimaneutralität bis 2050 ab und legt den Grundstein für zahlreiche Vorschriften, die Unternehmen betreffen. Dazu gehört die CSRD, die ab dem Berichtsjahr 2024 eine umfassende ESG-Berichterstattung für die größten Unternehmen eingeführt hat.

Neue CSRD-Schwellenwerte seit 18. März 2026

Durch das Omnibus-Paket gelten seit dem 18. März 2026 deutlich engere Schwellenwerte: Berichtspflichtig sind nun nur noch Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten und mehr als 450 Mio. Euro Nettoumsatz (beide Kriterien kumulativ). Viele bisher erwartete Pflichten sind damit entfallen oder nach hinten verschoben.

Unternehmen müssen die doppelte Wesentlichkeit berücksichtigen, also sowohl die Auswirkungen des Unternehmens auf Umwelt und Gesellschaft als auch die Einflüsse externer Faktoren auf das Unternehmen.

Stakeholder-Erwartungen

Investoren, Kunden und Mitarbeitende erwarten zunehmend Transparenz und nachhaltiges Handeln. ESG wird zu einem zentralen Kriterium für Investitionsentscheidungen und die langfristige Bindung von Kunden.

Wettbewerbsvorteil

Unternehmen, die ESG-Berichte vorlegen, können sich von Wettbewerbern abheben, Risiken minimieren und Zugang zu neuen Kapitalquellen schaffen.

Vorteile der ESG-Berichterstattung

  • Vertrauen schaffen: Stakeholder schätzen Transparenz und Authentizität.
  • Risiken minimieren: Eine klare ESG-Strategie hilft, rechtliche und finanzielle Risiken zu erkennen und zu steuern.
  • Interne Effizienz steigern: Die Erhebung von ESG-Daten deckt Potenziale zur Optimierung auf.
  • Marktzugang verbessern: Insbesondere institutionelle Investoren bevorzugen Unternehmen mit starker ESG-Performance.

Praktische Schritte zur Erstellung eines ESG-Berichts

1. Ziele definieren

Identifizieren Sie die für Ihr Unternehmen relevanten ESG-Aspekte. Hier hilft Ihnen die doppelte Wesentlichkeit als Leitprinzip. Weitere Infos zur Durchführung einer doppelten Wesentlichkeitsanalyse haben wir für Sie zusammengestellt.

2. Daten sammeln

Die EFRAG hat eine Liste mit allen ESRS Datenpunkten erstellt, die für die Erfüllung der CSRD (abhängig von der Wesentlichkeitsanalyse) veröffentlicht werden müssen. Unter anderem:

  • Environment: Energieverbrauch, Scope 1-, 2- und 3-Emissionen, ...
  • Social: Mitarbeiterkennzahlen, Anzahl an Schulungsstunden, ...
  • Governance: Verstöße gegen Gesetze zur Korruptions- und Bestechungsbekämpfung, Angaben zu Zahlungspraktiken, ...

3. Rahmenwerke nutzen

Setzen Sie auf bewährte Standards wie die Global Reporting Initiative (GRI), die European Sustainability Reporting Standards (ESRS) oder die UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs).

Die ESRS bieten eine Unterscheidung zwischen den umfassenden Regeln für größere Unternehmen, dem LSME-Standard für börsennotierte KMUs und dem freiwilligen ESRS VSME-Bericht für KMUs. Dieser freiwillige Standard wird gerade unter dem Namen „VS (Voluntary Standard)" ausgeweitet und soll künftig auch für Nicht-KMU unterhalb der CSRD-Schwellen nutzbar sein.

4. Berichterstattung strukturieren

Sorgen Sie für Transparenz, indem Sie klare und nachvollziehbare Datenpräsentationen verwenden. Vermeiden Sie Greenwashing, indem Sie Ihre Angaben mit Belegen unterstützen.

5. Stakeholder einbinden

Führen Sie eine Stakeholder-Analyse durch und holen Sie Feedback von Investoren, Kunden und Mitarbeitenden ein, um Ihre Berichterstattung kontinuiertig zu verbessern.

6. Software auswählen (optional)

ESG-Softwarelösungen können die oft komplexen Anforderungen für die Nutzer:innen herunterbrechen und beim gesamten Prozess, von der Wesentlichkeitsanalyse über die Datensammlung bis zur Erstellung des Nachhaltigkeitsberichts unterstützen. Unser Software-Auswahl-Guide könnte dabei hilfreich sein.

Herausforderungen bei der ESG-Berichterstattung

  • Datenverfügbarkeit: Die Sammlung und Validierung relevanter ESG-Daten ist oft komplex.
  • Regulatorische Anforderungen: Die Einhaltung der CSRD und anderer Vorschriften erfordert umfassendes Wissen und Ressourcen.
  • Greenwashing vermeiden: Unternehmen müssen sicherstellen, dass ihre Berichte glaubwürdig und fundiert sind. Achtung vor Green Claims.

Fazit: Warum jetzt handeln?

ESG-Berichterstattung ist eine Chance, sich als nachhaltiges und zukunftsfähiges Unternehmen zu positionieren. Mit der Einhaltung der CSRD und der Berücksichtigung der doppelten Wesentlichkeit können Unternehmen langfristig Wettbewerbsvorteile sichern.

Wesentlichkeitsanalyse Light: Dein Einstieg ins ESG-Reporting

Mit der kompakten Excel-Vorlage führst du deine erste Wesentlichkeitsanalyse strukturiert und regelkonform durch, ohne dich in komplexen Tools zu verlieren.

Vorlage ansehen

Häufige Fragen zur ESG-Berichterstattung

Was bedeutet ESG und wie unterscheidet es sich von CSR?

ESG steht für Environmental, Social und Governance und beschreibt messbare Kriterien für nachhaltiges Wirtschaften. Im Unterschied zur klassischen CSR (Corporate Social Responsibility), die eher qualitativ ausgerichtet ist, bietet ESG quantifizierbare Kennzahlen, die Investoren und andere Stakeholder vergleichen können.

Welche Unternehmen sind zur ESG-Berichterstattung nach der CSRD verpflichtet?

Seit dem 18. März 2026 gilt: Berichtspflichtig nach der CSRD sind Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten und mehr als 450 Mio. Euro Nettoumsatz. Beide Kriterien müssen gleichzeitig erfüllt sein. Kleinere Unternehmen können freiwillig nach dem VSME-Standard (künftig: VS - Voluntary Standard) berichten.

Was ist die doppelte Wesentlichkeit und warum ist sie wichtig?

Die doppelte Wesentlichkeit bedeutet, dass Unternehmen aus zwei Perspektiven analysieren: Wie wirkt das Unternehmen auf Umwelt und Gesellschaft? Und wie beeinflussen Nachhaltigkeitsthemen das Unternehmen selbst finanziell? Nur als wesentlich eingestufte Themen müssen berichtet werden. Die Analyse ist damit sowohl Pflicht als auch strategisches Steuerungsinstrument.

Wie hilft der VSME-Standard kleinen Unternehmen beim ESG-Reporting?

Der freiwillige VSME-Standard (EFRAG, Dezember 2024) bietet kleineren Unternehmen einen schlanken Rahmen für die Nachhaltigkeitsberichterstattung. Er wird gerade als „VS (Voluntary Standard)" ausgeweitet und soll künftig auch für Unternehmen unterhalb der CSRD-Schwellen nutzbar sein, die Informationen an größere Kunden in der Lieferkette liefern müssen. Eine fertige Berichtsvorlage findest du unter ESRS VSME-Bericht für KMUs.