
EmpCo-Tools im Überblick: 17 Helfer für EmpCo-konforme Werbeaussagen
EmpCo gilt – vage Green Claims sind jetzt abmahnfähig. Welche Tools helfen dir, deine Werbeaussagen zu prüfen? 17 Checks, Scanner und Datenbanken im Vergleich, dazu Werkzeuge für Onlineshops, Nachweise und Monitoring – mit klarer Einordnung, was kostenlos ist und was ein Tool nicht leisten kann.
- Seit dem 27. September 2026 gilt die EmpCo-Richtlinie (EU) 2024/825 – in Deutschland umgesetzt über das Dritte Gesetz zur Änderung des UWG (BGBl. 2026 I Nr. 43). Eine gesetzliche Übergangsfrist gibt es nicht; für Waren, die vor dem Stichtag in Verkehr gebracht wurden, verlangt der neue § 15b UWG (seit 27. Oktober 2026) lediglich eine verhältnismäßige Durchsetzung.
- Der Markt hat reagiert: Innerhalb weniger Monate sind zahlreiche EmpCo-Checks und Claim-Scanner entstanden. Die meisten bieten eine kostenlose Einstiegsstufe.
- Neu im Überblick: der kostenlose GreenClaim-Check der IHK Dortmund, Crawler, die auch PDFs und Produktblätter durchsuchen, Apps für Onlineshops und ein Werkzeugkasten, mit dem du deine Website so durchsuchst, wie es ein Abmahner tun würde.
- Die Tools unterscheiden sich in drei Kategorien: strukturierte Selbstchecks, automatisierte Claim-Scanner und dauerhafte Management-Software. Für den Anfang brauchst du meist zwei davon.
- Der größte Irrtum: Die meisten Unternehmen scheitern nicht am Wortlaut, sondern an den Nachweisen und daran, dass niemand Claims formal freigibt.
- Kein Tool ersetzt die rechtliche Einzelfallprüfung – das sagen die seriösen Anbieter selbst. Als Triage sind sie trotzdem Gold wert.
Seit dem 27. September 2026 ist Schluss mit vager grüner Werbung – und damit beginnt die eigentliche Arbeit erst. Wettbewerber und Verbände können Verstöße jetzt abmahnen, und Online-Aussagen müssen sofort angepasst sein – auch solche, die schon vor dem Stichtag veröffentlicht wurden und noch immer auffindbar sind. Was genau erlaubt bleibt und was nicht, haben wir in unserem Artikel zur EmpCo-Richtlinie und der EU-FAQ ausführlich aufgeschlüsselt, den großen Überblick zu Fristen, Verbotskatalog und UWG-Umsetzung findest du unter EmpCo-Richtlinie: alles, was du jetzt wissen musst. Dieser Beitrag geht einen Schritt weiter: Er zeigt, mit welchen Werkzeugen du die Umstellung praktisch bewältigst.
Denn die eigentliche Arbeit ist kein juristisches, sondern ein organisatorisches Problem. Umweltaussagen verstecken sich in Produktbeschreibungen, Footer-Texten, alten Kampagnenseiten, Messeflyern und LinkedIn-Posts. Wer 200 Unterseiten manuell durchgeht, ist Wochen beschäftigt – und übersieht trotzdem die Hälfte.
Drei Arten von EmpCo-Tools – und wann du welche brauchst
Bevor du dich durch Anbieterlisten arbeitest, lohnt sich die Frage, was du eigentlich suchst. Die Angebote lassen sich sauber in drei Gruppen einteilen:
| Kategorie | Was es tut | Wann sinnvoll |
|---|---|---|
| Strukturierter Selbstcheck | Fragebogen zu Claims, Nachweisen, Siegeln und Freigabeprozessen; Ergebnis ist ein Reifegrad | Ganz am Anfang: Wo stehen wir überhaupt? |
| Claim-Scanner | Automatisierte Prüfung von Website, Texten, PDFs oder Werbemitteln gegen die Verbotstatbestände | Wenn du den Bestand kennst, aber nicht weißt, wo die Risiken liegen |
| Management-Software | Laufende Verwaltung aller Kommunikationsmittel mit Risikostufe, Version, Nachweisen und Freigabe | Wenn Claims dauerhaft entstehen – also in fast jedem Unternehmen mit aktivem Marketing |
Die meisten Unternehmen kommen mit der Kombination aus Selbstcheck und Scanner in die Gänge. Dauerhaft tragfähig wird es aber erst mit der dritten Kategorie, denn EmpCo ist keine Einmalaufgabe: Jeder neue Flyer, jeder Produkttext und jede Kampagne erzeugt neue Claims. Wie sich solche Werkzeuge in die restliche ESG-Toollandschaft einordnen, zeigt unsere CSR Tool Übersicht.
1. leadity – vom kostenlosen Check zur EmpCo-Software
Kategorie: Selbstcheck + Management-Software · Kostenlos: Check ohne Login, Testversion mit fünf Prüfungen · Sitz: Hamburg
Der EmpCo-Check von leadity ist der strukturierteste kostenlose Einstieg, den wir im DACH-Raum gefunden haben. In 19 Fragen und rund vier Minuten bekommst du einen Score von 0 bis 100 – aufgeschlüsselt nach vier Blöcken:
- Block A – Claim-Art und Sensitivität: Welche Arten von Aussagen verwendest du überhaupt?
- Block B – Nachweis und Belegfähigkeit: Kannst du sie belegen, und liegen die Belege greifbar vor?
- Block C – Siegel und Zertifizierung: Nutzt du Labels, und stehen echte Zertifizierungssysteme dahinter?
- Block D – Governance und Freigabe: Wer gibt bei euch Claims frei – und nach welchen Kriterien?
Genau dieser vierte Block macht den Unterschied zu reinen Textprüfern. Denn die typische Lücke im Mittelstand ist nicht die Formulierung, sondern dass der Nachweis irgendwo auf einem Laufwerk liegt und niemand formal zuständig ist. Ein Tool, das nur Wörter prüft, findet dieses Problem nie – und genau daraus entstehen die klassischen Fehler in der Nachhaltigkeitskommunikation.
Kein Login, keine Registrierung für das Ergebnis. Grundlage sind die EmpCo-Richtlinie, der ZNU-Leitfaden und leadity's eigene EmpCo-Checkliste.
Wenn der Check zeigt: Es ist mehr als eine Aufräumaktion
Fällt dein Ergebnis dünn aus – und das tut es bei den meisten – reicht eine einmalige Korrekturrunde nicht. Dann brauchst du eine Stelle, an der alle Kommunikationsmittel mit ihren Claims, Nachweisen und Freigaben zusammenlaufen. Genau dafür hat leadity ein eigenes EmpCo-Modul in seiner ESG-Software gebaut.

Der Aufbau folgt der Logik, die auch der Check vorgibt: erst Überblick, dann Bestand, dann laufende Prüfung.
Das Herzstück ist die Verwaltung der Kommunikationsmittel. Jeder Social Post, jede Broschüre und jede Website-Seite liegt dort als eigener Eintrag – mit Typ, Status, Datum der letzten Bewertung, Risikostufe, Anzahl der enthaltenen Claims, Versionsstand und einem Verantwortlichen mit Termin.

Was in der Praxis am meisten spart: die Filter. „Hohes Risiko“, „Website“, „Unvollständig“ – damit arbeitest du die kritischen Fälle zuerst ab, statt dich alphabetisch durch 80 Einträge zu quälen. Der Bearbeitungsstatus rechts zeigt jederzeit, wie viele Kommunikationsmittel noch offen sind. Für die Freigabe im Team gibt es Kommentarfunktionen und Statuswerte wie „Prüfung“ oder „Bearbeitung“ – das ersetzt die E-Mail-Schleifen zwischen Marketing, Nachhaltigkeit und Recht.

Beim Anlegen kannst du Text einfügen, eine URL verknüpfen oder Dateien anhängen – PDF, DOCX, PNG, JPG oder TXT. Alles wird gemeinsam auf Claims geprüft. Interessant ist die Live-Prüfung: Verknüpfte Websites lassen sich regelmäßig automatisch auf neue Claims kontrollieren. Damit fällt es auf, wenn jemand im Marketing einen „klimaneutral“-Baustein wieder einbaut, ohne die Nachhaltigkeitsabteilung zu fragen.
Ausprobieren kostet nichts: In der leadity-Testversion prüfst du bis zu fünf Claims oder Kommunikationsmittel kostenfrei. Der KI-basierte EmpCo Claims Check bewertet deine Inhalte, zeigt Risiken auf und macht konkrete Verbesserungsvorschläge. Damit siehst du an deinem eigenen Material, ob sich die dauerhafte Verwaltung überhaupt lohnt – bevor du über ein Abo nachdenkst.
Unser Fazit zu leadity: Der Check ist auch dann sinnvoll, wenn du die Software nie nutzt – er ist schlicht der beste kostenlose Reifegrad-Test. Die Software lohnt sich, sobald mehrere Personen an Claims arbeiten oder du mehr als eine Handvoll Kanäle bespielst.
2. EmpCo Scanner – der schnellste Blick auf den Bestand
Kategorie: Claim-Scanner · Kostenlos: bis 5 Seiten, ohne Login · Sitz: Deutschland
Domain eingeben, Scan starten, Ergebnis lesen. Der EmpCo Scanner prüft Websites, einzelne Texte, hochgeladene PDFs und Werbemittel gegen die Verbotstatbestände der Richtlinie. Bis zu fünf Seiten sind kostenlos, ohne Registrierung.
Geprüft wird auf Per-se-Verbote („klimaneutral“, „umweltfreundlich“), kompensationsbasierte Aussagen, unbelegte Zukunftsversprechen und allgemeine Umweltaussagen. Der kostenpflichtige Report liefert zusätzlich eine Excel-Checkliste mit Status-Tracking – praktisch, wenn mehrere Leute die Korrekturen abarbeiten. Entwickelt wurde das Tool zusammen mit der REIMAGINE 2050 GmbH.

Stärke: Findet die vergessenen Altlasten – Footer-Texte, alte Landingpages, PDF-Downloads aus 2022.
Grenze: Sagt dir, wo etwas steht, nicht ob du es belegen kannst.
3. VERDAI – prüfen und direkt umformulieren
Kategorie: Claim-Scanner mit Textvorschlägen · Kostenlos: 7 Tage Testphase · Sitz: Stuttgart
VERDAI erkennt Umweltaussagen automatisch auf Website, in PDFs und Social-Media-Kanälen und bewertet jede einzelne mit einem Transparenz-Score von 0 bis 100. Der eigentliche Mehrwert liegt aber im dritten Schritt: Das Tool schlägt konkrete Umformulierungen vor.
Aus „Nachhaltigkeit ist uns wichtig“ (Score 18) wird „Wir reduzieren unseren CO₂-Fußabdruck jährlich um 15 % und dokumentieren unsere Fortschritte nach GHG Protocol“ (Score 89). Das ist genau die Übersetzungsleistung, an der Marketing-Teams sonst hängenbleiben – sie wissen, dass die alte Formulierung nicht geht, aber nicht, wie die neue klingen soll.

Dazu kommt ein Transparenz-Hub, über den geprüfte Aussagen mit verlinktem Nachweis öffentlich sichtbar gemacht werden können. Für Branchenverbände und Destinationen bietet VERDAI außerdem anonymisierte Benchmark-Studien an.
Stärke: Liefert Lösungen statt nur Befunde.
Grenze: Nach sieben Tagen kostenpflichtig.
4. TÜV Rheinland Green Claims Quick-Check – mit offengelegter Bewertungslogik
Kategorie: Selbstcheck · Kostenlos: ja · Sitz: Köln
Der Green Claims Quick-Check von TÜV Rheinland Consulting braucht drei bis fünf Minuten und bewertet auf drei Ebenen: Claim-Sensitivität, Nachweislage und Governance-Reife. Das Ergebnis kommt als Ampel mit drei Stufen, ergänzt um ein ausführliches Begriffs-FAQ.
Was ihn auszeichnet: Die Bewertungslogik ist dokumentiert. Du kannst also nachvollziehen, warum eine Aussage als kritisch gilt – und das intern weiterreichen, ohne auf „das Tool sagt das halt“ ausweichen zu müssen. Ergänzend gibt es ein kostenloses On-Demand-Webinar zu EmpCo und UWG.

5. IHK Dortmund GreenClaim-Check – kostenlos und ohne Datenübertragung
Kategorie: Selbstcheck · Kostenlos: ja, ohne Registrierung · Sitz: Dortmund
Der GreenClaim-Check der IHK zu Dortmund ist das datensparsamste Werkzeug in diesem Überblick: Die Prüfung läuft vollständig im Browser, deine Texte, Dateien und Ergebnisse werden nicht an einen Server übertragen. Du gibst eine Aussage ein oder importierst ein PDF oder Word-Dokument, und das Tool führt dich Regel für Regel durch sechs Prüffelder: allgemeine Umweltaussagen, Siegel, Klimaneutralität, Reichweite einer Aussage (ganzes Produkt oder nur ein Teil), Zukunftsversprechen und gesetzliche Selbstverständlichkeiten. Ein siebtes Feld deckt B2B-Konstellationen ab.
Das Ergebnis ist eine Ampel je Aussage, die du als PDF sichern kannst. Grundlage ist der Regelstand vom 1. August 2026; bei älteren gespeicherten Prüfungen warnt das Tool, wenn sich Regeln geändert haben. Marken- und Firmennamen verweist es konsequent an die anwaltliche Prüfung.
Stärke: Kostenlos, ohne Anmeldung und ohne Datenschutzfragen – auch für vertrauliche Kampagnenentwürfe geeignet.
Grenze: Das Tool prüft deine Antworten, nicht deine Website. Den Bestand musst du selbst hineinkopieren.
6. everwave EmpCo-Check – KI-Audit der ganzen Website
Kategorie: Claim-Scanner · Kostenlos: ja, nach manueller Freigabe · Sitz: Aachen
Der EmpCo-Check von everwave scannt die gesamte Website und sortiert die Funde in vier Risikofelder: allgemeine Umweltaussagen, kompensationsbasierte Claims wie „plastikneutral“, unbelegte Ziele zu Plastikfreiheit und Kreislaufwirtschaft sowie Eigen-Siegel. Ergebnis ist ein PDF-Report mit Ampelsystem.

Bemerkenswert: Der Check ist laut Anbieter vollständig kostenlos für etablierte Unternehmen und Marken – jede Anfrage wird aber manuell freigegeben, damit nur eigene Domains geprüft werden. Das kostet ein paar Tage, ist aber ein Qualitätssignal.
7. Glacier EmpCo Checker – aus Österreich, mit Normbezug
Kategorie: Claim-Scanner · Kostenlos: Sofort-Einschätzung gratis · Sitz: Wien
Der EmpCo Checker von Glacier prüft Websites, Dokumente und Kampagnen und liefert je Befund eine konkrete Maßnahme – mit Verweis auf die einschlägige Norm und die EU-FAQ. Für die erste Einschätzung braucht es nur die URL, kein Setup und keine Kreditkarte.

Für Beratungen interessant: Der Report lässt sich im eigenen Branding ausgeben.
8. Gilbert EMPCO Scanner – günstig skalierbar, mit API
Kategorie: Claim-Scanner · Kostenlos: 5 Scans, ohne Kreditkarte · Sitz: Den Haag
Der Gilbert EMPCO Scanner der niederländischen Gilbert RegTech B.V. crawlt Websites, Dokumente und Produktetiketten, zieht die Umweltaussagen heraus und bewertet sie gegen sieben Verbotskategorien der Richtlinie – mit Ampel, Umformulierungsvorschlag und einer Checkliste, welche Nachweise du brauchst.
Interessant ist das Preismodell: Nach den fünf Gratis-Scans geht es ab 12,50 € im Monat für zehn Scans los, eine URL zählt als ein Scan, ein Dokument als ein Scan je zehn Seiten. Wer viele Produktseiten hat, kann über eine API anbinden oder die Prüfung als Managed Service an das Team von Gilbert abgeben.
9. Rödl EmpCo Screening – findet auch die vergessenen PDFs
Kategorie: Claim-Scanner · Kostenlos: nein, 399 € netto · Sitz: Nürnberg
Die meisten Scanner lesen HTML-Seiten. Das EmpCo Screening von Rödl geht weiter: Der Crawler durchsucht die angegebene Domain samt aller öffentlich erreichbaren PDF-, Word-, Excel- und PowerPoint-Dateien – also genau die Produktdatenblätter, Kataloge und alten Präsentationen, die bei einer manuellen Prüfung durchrutschen. Eine generative KI bewertet die Aussagen im Kontext, nicht nur nach Schlagworten.
Ergebnis ist ein PDF-Bericht mit Management Summary, priorisierten Fundstellen samt Textkontext und einer Dokumentation, welche Inhalte analysiert werden konnten und welche nicht. Auf Wunsch bewerten Rödl-Juristen die Funde rechtlich und schlagen Formulierungen vor (Preis auf Anfrage).
Stärke: Der Festpreis macht das Ergebnis planbar, und der Bericht taugt als Dokumentation deiner Sorgfalt.
10. Händlerbund Green Claims Check – für Onlinehändler
Kategorie: rechtliche Einzelprüfung · Kostenlos: nein, 49,90 € netto einmalig · Sitz: Leipzig
Der Green Claims Check des Händlerbunds richtet sich an Shops, Websites und Marktplatz-Angebote. Für einen Festpreis werden fünf URLs deiner Wahl rechtlich geprüft – einschließlich Siegeln und Bildsprache. Du bekommst konkrete Anpassungsvorschläge und eine dokumentierte Einschätzung, die du als Nachweis deiner Sorgfalt ablegen kannst. In den größeren Mitgliedspaketen des Händlerbunds ist der Check enthalten.
Stärke: Kein Algorithmus, sondern eine rechtliche Bewertung – zum Preis eines Tool-Abos.
Grenze: Fünf Seiten sind eine Stichprobe. Sinnvoll für die umsatzstärksten Produktseiten, nicht für den ganzen Shop.
11. Matchilla EmpCo-Check
Kategorie: Selbstcheck · Kostenlos: ja, Registrierung nötig · Sitz: Deutschland
Der EmpCo-Check von Matchilla läuft innerhalb der Matchilla-Plattform und prüft Nachhaltigkeitsaussagen interaktiv. Vollständig kostenlos, allerdings ist eine Plattform-Registrierung erforderlich. Sinnvoll vor allem dann, wenn du die Plattform ohnehin nutzt.
12. empco-check.com
Kategorie: Claim-Scanner · Kostenlos: Testphase
empco-check.com prüft Websites, Dokumente und Marketingaussagen auf EmpCo-Risiken. Kostenloser Einstieg mit Registrierung, danach kostenpflichtig. Funktional nah an VERDAI und Glacier – ein Vergleich der drei lohnt sich, bevor du dich festlegst.

13. EmpCo-Skill für KI-Assistenten – der ungewöhnlichste Ansatz
Kategorie: Redaktionswerkzeug · Kostenlos: ja, ohne Anmeldung
WeShyft stellt einen herunterladbaren EmpCo-Skill bereit: eine einzelne Datei, die deinen KI-Assistenten befähigt, Werbetexte gegen die Richtlinie zu prüfen, jede Umweltaussage per Ampel zu bewerten und Umformulierungen vorzuschlagen.
Der Charme liegt in der Anwendung: Statt einer Einmalprüfung am Ende wird EmpCo Teil des Schreibprozesses. Wer ohnehin mit KI textet, prüft jeden Entwurf direkt beim Entstehen. Das ist näher an der Realität eines Marketing-Teams als jedes Audit. Wenn du den gleichen Effekt ohne zusätzliches Tool willst, helfen unsere 10 EmpCo KI-Prompts zur Umsetzung der Richtlinie.
Voraussetzung ist ein entsprechender KI-Assistent. Wie wir bei CSR Tools mit dieser Art von Werkzeugen arbeiten, haben wir am Beispiel unserer eigenen Website hier beschrieben.
14.–15. Siegel prüfen: Siegelklarheit und LABEL-ONLINE
Kategorie: Datenbank · Kostenlos: ja, ohne Registrierung
Der am häufigsten übersehene Punkt der ganzen Regelung: Ein Nachhaltigkeitssiegel ist nur noch zulässig, wenn ein echtes Zertifizierungssystem dahintersteht – mit transparenten Kriterien und, laut aktualisierter EU-FAQ, rechtlich getrennten Einheiten für Systeminhaber und Prüfstelle. Selbst gestaltete Logos und interne „Green Awards“ fallen komplett heraus.
Zwei kostenlose Datenbanken helfen bei der Bewertung:
- Siegelklarheit – betrieben von der Verbraucherzentrale NRW, gefördert vom BMZ. Bewertet Siegel nach Anspruchsniveau und Glaubwürdigkeit, mit den Prädikaten „Gute Wahl“ und „Sehr gute Wahl“. Schwerpunkte: Mode und Textil, Multimedia, Haushalt, Bauen und Wohnen.
- LABEL-ONLINE – von der Verbraucher Initiative e. V., die größte deutsche Label-Datenbank. Erklärt zusätzlich die Label-Typen und macht sichtbar, wo ein vermeintliches Prüfsiegel in Wahrheit ein reines Marketinglabel ist.
Ausdrücklich privilegiert sind das EU-Ecolabel und Typ-I-Umweltzeichen nach EN ISO 14024, etwa der Blaue Engel. Ob die Lizenz für genau dein Produkt gilt, prüfst du im EU-Ecolabel-Produktkatalog (über 100.000 Produkte, Suche nach Lizenznummer) und in der Produktwelt des Blauen Engels (über 70.000 Produkte).
Nutzt du das Label eines Kompensationsanbieters, lohnt ein Blick auf dessen aktuelle Fassung: myclimate vergibt „klimaneutral“ nicht mehr an neue Partner und hat zum 27. September 2026 ein neues Label eingeführt; ClimatePartner hat den Begriff bereits 2023 durch „ClimatePartner-zertifiziert“ ersetzt und stellt eine kostenlose EmpCo-Checkliste bereit. Alte Logos auf Verpackungen und Websites solltest du entsprechend austauschen. Warum Siegel überhaupt so schnell zum Greenwashing-Vorwurf führen, zeigt unsere Green-Claims-Checkliste.
16.–17. Die offiziellen Quellen – kostenlos und ohne Verkaufsinteresse
Kein Tool, aber die Grundlage für alle Tools:
- Q&A der EU-Kommission zur EmpCo-Richtlinie – die einzige belastbare Auslegungshilfe, aktuell in der Fassung vom September 2026 (u. a. mit Frage 18 zu Altbeständen). Nicht rechtsverbindlich, aber von Gerichten und Behörden herangezogen. Inzwischen auch in deutscher Übersetzung verfügbar, über die Themenseite der Kommission.
- Fachbeitrag des Bayerischen Landesamts für Umwelt – die beste deutschsprachige Behördenzusammenfassung: Verbotsliste, neue Informationspflichten, Zulässigkeitsbeispiele, alle Primärquellen verlinkt.
Dazu zwei Quellen, die du dir für die kommenden Monate auf die Beobachtungsliste setzen solltest: die Themenseite der Wettbewerbszentrale – hier siehst du als Erstes, wer abgemahnt wird und wo die Grenzen in der Praxis verlaufen – und das Dritte Gesetz zur Änderung des UWG im Bundesgesetzblatt, also den Gesetzestext, der in Deutschland tatsächlich gilt.
Suchen wie ein Abmahner: Werkzeuge, die du schon hast
Wettbewerber und Verbände brauchen kein Spezialtool, um deine Umweltaussagen zu finden. Sie nutzen, was öffentlich ist – und genau das kannst du auch:
- Google-Suche mit
site:–site:deine-domain.de "klimaneutral", dasselbe für „nachhaltig“, „umweltfreundlich“, „CO₂“ und „grün“. Kostenlos und in fünf Minuten erledigt; laut Google aber nicht immer vollständig. Gut für eine erste Stichprobe. - Website-Crawler – Der Screaming Frog SEO Spider durchsucht mit der Funktion „Custom Search“ jede Unterseite nach bis zu 100 Begriffen oder regulären Ausdrücken. Die kostenlose Version crawlt bis zu 500 URLs, die Suchfunktion gibt es aber nur mit Lizenz (199 £ pro Jahr). Für SEO-Teams oft schon im Haus.
- Google Search Console – zeigt, über welche Suchanfragen Nutzer auf deine Seite kommen. Wer über „klimaneutral“ gefunden wird, hat den Begriff vermutlich noch irgendwo stehen.
- Werbebibliotheken – Die Meta Ad Library, das Google Ads Transparency Center und die TikTok Commercial Content Library zeigen öffentlich, welche Anzeigen du geschaltet hast. Dort schauen auch Wettbewerber nach.
- Wayback Machine – Mit „Save Page Now“ im Internet Archive hältst du datiert fest, wann du eine Aussage entfernt hast. Das hilft, wenn später über den Zeitpunkt gestritten wird.
- Google Alerts – Ein Alert auf deinen Markennamen plus „klimaneutral“ meldet, wenn Händler oder Partner alte Texte weiterverwenden.
Für Onlineshops: Apps und Plugins
Wer Hunderte Produktbeschreibungen pflegt, prüft am besten direkt im Shopsystem:
- Shopify: Die App EU Green Claims & EmpCo Check von Appsentials aus Dresden prüft Produkttexte, kostenlos bis 25 Produkte, danach ab 19,99 $ im Monat. Eine Alternative ist GreenClaims EmpCo Compliance mit Gratis-Stufe und Bezahlplänen ab 19 $ im Monat.
- WordPress/WooCommerce: Das Plugin Lodestone Green Claims scannt Seiten und Produkte lokal und dokumentiert Nachweise. Es ist kostenlos, aber noch sehr jung – vor dem Einsatz testen.
Kanzleien und Prüfstellen: wenn es belastbar sein muss
Für größere Unternehmen, viele Marken oder mehrere Länder haben Kanzleien, Prüfungsgesellschaften und Zertifizierer eigene Angebote aufgebaut, meist als Kombination aus KI-Vorprüfung und juristischer oder technischer Bewertung. Preise gibt es fast überall nur auf Anfrage:
- RSM EmpControl (RSM Ebner Stolz) – KI-Vorprüfung von Texten und Bildelementen, Ampel mit juristischer Begründung.
- SAIM Green Claims Compass – KI-gestützte Claim-Inventur über Website, PDFs und Social Media mit anschließendem Experten-Review.
- Clifford Chance AI Greenwashing Scanner – für EU-weite Webauftritte großer Konzerne.
- Deloitte Green Claims Navigator – deckt neben EmpCo auch das Schweizer UWG ab.
- Fraunhofer IAIS Quick-Check Nachhaltigkeitskommunikation – Prüfung der Aussagen einschließlich Nachweisen, Festpreis 9.990 €.
- DQS und DEKRA – externe Prüfung und Verifizierung einzelner Claims, bei DQS auch von Umsetzungsplänen für Zukunftsaussagen.
Gerade beim letzten Punkt wird externe Hilfe zur Pflicht: Wer gegenüber Verbrauchern mit Zielen wie „klimaneutral bis 2035“ wirbt, braucht einen Umsetzungsplan, den ein unabhängiger externer Sachverständiger regelmäßig prüft. Neben Zertifizierern kommen dafür auch Wirtschaftsprüfer infrage.
Nachweise: Datenbanken und Rechner
Kein Scanner beantwortet die Frage, ob du eine Aussage belegen kannst. Diese kostenlosen oder günstigen Werkzeuge helfen beim Aufbau der Belege:
- ecocockpit der Effizienz-Agentur NRW – kostenlose Software für die CO₂-Bilanz von Unternehmen und Produkten, gezielt für KMU.
- openLCA – Open-Source-Software für Ökobilanzen, zusammen mit den frei verfügbaren Datensätzen aus ProBas des Umweltbundesamts.
- SBTi Target Dashboard – zeigt, ob ein Klima- oder Netto-Null-Ziel von der Science Based Targets initiative validiert ist, und markiert zurückgezogene Zusagen. Nützlich, bevor du mit dem Ziel eines Lieferanten oder deinem eigenen wirbst.
Rechtsprechung im Blick behalten
Welche Aussagen in der Praxis abgemahnt werden, zeigt sich erst in den kommenden Monaten. Drei Quellen halten dich auf dem Laufenden:
- Die Rubrik Green Claims der Wettbewerbszentrale – mit RSS-Feed, den du in jedem Feed-Reader oder per E-Mail-Weiterleitung abonnieren kannst.
- Die Urteilsdatenbank des vzbv mit Filter „Nachhaltigkeit“ und Newsletter.
- Der Greenwashing-Check des VKI – für Österreich, mit etwa einem neuen Fall pro Monat.
Kostenlose Leitfäden und Checklisten
Wenn du lieber liest als klickst, sind diese sieben Dokumente ihre Zeit wert:
| Dokument | Herausgeber | Zugang |
|---|---|---|
| EmpCo-Checkliste | CSR Tools | kostenloser Download, ohne Kaufabschluss |
| EmpCo kompakt: Checkliste für sichere Klimakommunikation | leadity | kostenlos, Schwerpunkt Climate Claims |
| Handlungsleitfaden EmpCo | Deutsche Zentrale für Tourismus | Direktdownload, kein Formular |
| Checkliste EmpCo-Richtlinie | Mittelstand-Digital Zentrum Tourismus (BMWE-gefördert) | frei zugänglich |
| FAQ Umweltwerbung unter EmpCo und UWG | Bundesverband Druck und Medien | Infoseite frei, Volldokument für Mitglieder |
| EmpCo-Pflichten und Quick Check | intep (DACH/Schweiz) | frei zugänglich |
| EmpCo-Check: Checkliste mit acht Punkten | IHK Darmstadt | frei zugänglich, für Mitglieder mit telefonischer Erst-Einordnung |
Unsere eigene EmpCo-Checkliste führt dich Schritt für Schritt durch Claim-Inventur, Nachweisprüfung, Siegel-Check und Freigabeprozess – sie ist also genau die Arbeitsliste, die du nach einem Scan brauchst. Wer vor allem mit Klimazielen und CO₂-Aussagen wirbt, findet in der leadity-Checkliste die sechs Anforderungen, die Climate Claims unter EmpCo erfüllen müssen. Beide Tourismus-Dokumente sind zwar branchenspezifisch beschriftet, methodisch aber allgemein nutzbar – gerade der DZT-Leitfaden ist eines der wenigen wirklich umfangreichen deutschsprachigen PDFs ohne Lead-Gate.
Von der Claim-Inventur bis zum Freigabeprozess: Die Checkliste führt dich durch alle Prüfschritte, die dir kein Scanner abnimmt.
Alle EmpCo-Tools verglichen auf einen Blick
| Tool | Kategorie | Kostenlos | Registrierung | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|
| leadity EmpCo-Check | Selbstcheck | ja | nein | 19 Fragen, 4 Blöcke inkl. Governance |
| leadity EmpCo-Software | Management | Testversion: 5 Prüfungen | ja | Claims Check, Portfolio, Versionen, Live-Prüfung |
| EmpCo Scanner | Scanner | bis 5 Seiten | nein | Website, Text, PDF, Werbemittel |
| VERDAI | Scanner | 7 Tage | ja | Umformulierungsvorschläge |
| TÜV Rheinland Quick-Check | Selbstcheck | ja | nein | offengelegte Bewertungslogik |
| IHK Dortmund GreenClaim-Check | Selbstcheck | ja | nein | läuft nur im Browser, PDF/Word-Import |
| everwave EmpCo-Check | Scanner | ja | manuelle Freigabe | PDF-Ampelreport |
| Glacier EmpCo Checker | Scanner | Erstcheck | nein | Normbezug, White-Label |
| Gilbert EMPCO Scanner | Scanner | 5 Scans | ja | ab 12,50 €/Monat, API |
| Rödl EmpCo Screening | Scanner | nein (399 €) | ja | durchsucht auch PDF, Word, Excel |
| Händlerbund Green Claims Check | Rechtsprüfung | nein (49,90 €) | ja | 5 URLs juristisch geprüft |
| Matchilla | Selbstcheck | ja | ja | in Plattform integriert |
| empco-check.com | Scanner | Testphase | ja | Website und Dokumente |
| WeShyft EmpCo-Skill | Redaktion | ja | nein | prüft beim Schreiben |
| Siegelklarheit | Datenbank | ja | nein | behördlich gestützt |
| LABEL-ONLINE | Datenbank | ja | nein | größte Label-Datenbank |
| EU-Kommissions-FAQ | Quelle | ja | nein | maßgebliche Auslegung |
Was ein Tool nicht leisten kann
Drei Grenzen solltest du kennen, bevor du dich auf ein Ergebnis verlässt:
Alle seriösen Anbieter schreiben das selbst in ihre FAQ. Ob eine Aussage irreführend ist, entscheidet sich aus Sicht eines durchschnittlich informierten Verbrauchers im konkreten Kontext – und darüber urteilen am Ende Gerichte, nicht Algorithmen.
Tools finden Wörter, keine fehlenden Nachweise. Ein Scanner kann nicht wissen, ob hinter „30 % weniger CO₂“ eine belastbare Berechnung steht oder eine Schätzung aus 2019. Diese Lücke schließt nur ein strukturierter Nachweisprozess.
Bilder und Namen bleiben Auslegungssache. Grüne Blätter, Naturmotive und Produktnamen mit „Eco“ können je nach Kontext Umweltaussagen sein. Automatisierte Prüfungen tun sich damit schwer – hier brauchst du menschliches Urteil. Wenn du diesen Blick von außen brauchst, prüfen wir im EmpCo-Check alle Umweltaussagen deiner Website mit Ampel, Umformulierungen und Nachweisliste (Festpreis 490 €). Für alle Kanäle inklusive Workshop ist unser Kommunikations-Check Nachhaltigkeit der passende nächste Schritt.
Wir lesen deine Website KI-gestützt aus und bewerten jede Aussage selbst: Ampel, Grund, Umformulierung und benötigter Nachweis in einer Tabelle. Bis zu 30 Unterseiten und 3 PDFs, Ergebnis in 5 Werktagen.
So gehst du vor: fünf Schritte
- Reifegrad bestimmen. Ein strukturierter Selbstcheck zeigt dir in wenigen Minuten, ob du ein Formulierungs- oder ein Nachweisproblem hast. Das entscheidet über alles Weitere.
- Bestand scannen. Website, PDFs, Kataloge und Social-Media-Kanäle automatisiert durchsuchen. Ziel ist eine vollständige Liste aller Umweltaussagen – nicht deren Bewertung.
- Harte Verbote sofort entfernen. Kompensationsbasierte Klimaneutralität, pauschale Begriffe ohne Erläuterung, Eigen-Siegel. Das ist der schnellste Risikoabbau und kostet keine Diskussion.
- Siegel prüfen. Jedes verwendete Label gegen Siegelklarheit oder LABEL-ONLINE abgleichen. Was kein Zertifizierungssystem hat, kommt raus.
- Prozess etablieren. Nachweise an einem Ort ablegen, Verantwortlichkeiten festlegen, Freigabe definieren. Sonst wiederholst du die Aufräumaktion in zwölf Monaten.
Die ersten vier Schritte schaffst du in ein bis zwei Wochen. Der fünfte entscheidet darüber, ob es dabei bleibt – und ist zugleich der Punkt, an dem aus Pflichterfüllung gute Nachhaltigkeitskommunikation wird.
Häufige Fragen zu EmpCo-Tools
Reicht ein kostenloses EmpCo-Tool aus?
Für die Bestandsaufnahme ja. Die kostenlosen Checks und Scanner zeigen dir zuverlässig, wo kritische Aussagen stehen und wie reif deine Prozesse sind. Für die dauerhafte Verwaltung vieler Kommunikationsmittel und die Dokumentation von Nachweisen stoßen sie an Grenzen – dort beginnt der Bereich der Management-Software.
Welches EmpCo-Tool sollte ich zuerst nutzen?
Starte mit einem Selbstcheck, nicht mit einem Scanner. Ein Scanner liefert dir eine Liste von Fundstellen, bevor du weißt, ob du sie überhaupt belegen kannst – das führt zu Aktionismus an der Oberfläche. Der Reifegrad zuerst, der Bestand danach.
Was ist der Unterschied zwischen einem EmpCo-Check und einem Claim-Scanner?
Ein Check fragt dich nach deinen Prozessen: Welche Arten von Aussagen nutzt du, liegen Nachweise vor, wer gibt Claims frei? Ein Scanner liest dagegen deine Inhalte – Website, PDFs, Werbemittel – und markiert konkrete Formulierungen. Der Check beantwortet also die Frage „Wie gut sind wir aufgestellt?“, der Scanner die Frage „Wo steht was?“. Du brauchst in der Regel beides.
Was sagt der Score eines EmpCo-Scanners aus?
Er zeigt, wie stark eine Formulierung den typischen Verbotsmustern ähnelt – nicht, ob sie rechtlich zulässig ist. Ein hoher Score heißt „sprachlich unauffällig“, ein niedriger „genauer hinschauen“. Ob eine Aussage irreführend ist, hängt aber vom Kontext und von den Nachweisen ab. Bei strittigen Formulierungen, Bildsprache oder konkretem Abmahnrisiko brauchst du deshalb weiterhin eine anwaltliche Einschätzung.
Wie finde ich alle Umweltaussagen auf meiner Website?
Starte mit einer Google-Suche nach site:deine-domain.de "klimaneutral" und weiteren Schlüsselbegriffen – das zeigt in Minuten die offensichtlichen Fälle. Für eine vollständige Liste brauchst du einen Crawler: entweder einen spezialisierten EmpCo-Scanner oder ein SEO-Werkzeug wie Screaming Frog mit Begriffssuche. Achte darauf, dass auch PDFs, Datenblätter und Kataloge erfasst werden; das leisten nicht alle Scanner. Anzeigen findest du in den öffentlichen Werbebibliotheken von Meta, Google und TikTok.
Wie oft sollte ich meine Kommunikation erneut prüfen?
Nicht nur einmal. Jede neue Kampagne, jeder Produkttext und jeder Social-Media-Post kann neue Claims enthalten. Sinnvoll ist eine Prüfung vor jeder Veröffentlichung plus ein regelmäßiger Scan des Bestands, etwa quartalsweise. Tools mit Live-Prüfung überwachen verknüpfte Websites automatisch und melden neue Umweltaussagen, sobald sie auftauchen.
Eignen sich EmpCo-Tools auch für B2B-Kommunikation?
Ja, auch wenn der neue Verbotskatalog der EmpCo-Richtlinie auf Geschäftspraktiken gegenüber Verbrauchern zielt. Im B2B gilt weiterhin das Irreführungsverbot des § 5 UWG, und viele Kunden übernehmen die EmpCo-Kriterien in ihre Lieferantenanforderungen. Außerdem landen B2B-Aussagen oft auf öffentlich zugänglichen Websites – spätestens dort ist eine Prüfung sinnvoll.
Fazit
Der Werkzeugkasten für EmpCo ist in den vergangenen Monaten erstaunlich gut geworden. Zwischen kostenlosen Selbstchecks, KI-gestützten Scannern und offiziellen Behördenquellen findet jedes Unternehmen einen Einstieg – unabhängig von Größe und Budget.
Entscheidend ist, die Werkzeuge in der richtigen Reihenfolge einzusetzen: erst verstehen, wo du stehst, dann den Bestand durchleuchten, dann die harten Verbote entfernen. Und danach das Wichtigste: einen Prozess aufsetzen, damit nicht bei der nächsten Kampagne wieder „klimaneutral“ auf dem Flyer landet.
EmpCo ist am Ende kein Textproblem, sondern ein Nachweisproblem. Die Aussagen sind an einem Nachmittag umgeschrieben. Die Belege dahinter aufzubauen, dauert Monate – und genau dafür lohnt sich ein Werkzeug, das nicht nur Wörter zählt.
leadity unterstützt CSR Tools als Partner. Die Auswahl, Reihenfolge und Bewertung der übrigen Tools erfolgte redaktionell unabhängig; alle genannten Angebote wurden von uns geprüft.
Die Screenshots zum leadity-EmpCo-Modul hat uns der Anbieter zur Verfügung gestellt. Alle übrigen Abbildungen sind Bildschirmaufnahmen der öffentlich zugänglichen Anbieterseiten, aufgenommen am 23. September 2026; die Rechte an den gezeigten Inhalten liegen beim jeweiligen Anbieter. Die im November 2026 ergänzten Tools und Preise haben wir am 1. November 2026 auf den Anbieterseiten geprüft.
Quellen und weiterführende Links
- Richtlinie (EU) 2024/825 im EU-Amtsblatt
- Drittes Gesetz zur Änderung des UWG, BGBl. 2026 I Nr. 43
- Gesetz zur Modernisierung des Designrechts und zur Änderung des UWG (§ 15b UWG), BGBl. 2026 I Nr. 322
- FAQ der EU-Kommission zur EmpCo-Richtlinie (PDF)
- Bayerisches Landesamt für Umwelt: EmpCo-Richtlinie
- Wettbewerbszentrale: Umwelt, Klima und Nachhaltigkeit
- EmpCo-Richtlinie und die neue EU-FAQ: Welche grünen Werbeaussagen erlaubt bleiben
- EmpCo-Richtlinie: alles, was du jetzt wissen musst
- Überblick Nachhaltigkeitskommunikation: von der Pflicht zur Kür
- Nachhaltigkeitskommunikation bei CSR Tools


