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Europawahl 2024: Wird der Green Deal gerettet oder zerschlagen?

Europawahl 2024: Wird der Green Deal gerettet oder zerschlagen?

Erfahren Sie, warum die Europawahl 2024 entscheidend für den Klimaschutz und den Green Deal war und wie sich die Parteien positionierten.

Zuletzt geändert am: 29. September 2026
Kurz & kompakt
  • Die Europawahl 2024 entschied maßgeblich über die Zukunft des EU Green Deals und damit über die Rahmenbedingungen für Nachhaltigkeitsberichterstattung.
  • Die Parteien unterschieden sich stark in ihren Positionen zum Klimaschutz – von ambitionierter Weiterverfolgung bis zur vollständigen Ablehnung.
  • Das WWF-Ranking zeigt erhebliche Diskrepanzen zwischen Wahlprogrammen und tatsächlichem Abstimmungsverhalten im EU-Parlament.
  • Die CSRD und die ESRS sind direkt mit den Zielen des Green Deals verknüpft – politische Kurswechsel wirken sich auf Berichtspflichten aus.
  • Rückblick: Die EVP wurde stärkste Kraft. Mit dem Omnibus-I-Paket (in Kraft seit 18. März 2026) wurden CSRD und CSDDD anschließend stark zurückgeschnitten.
  • Für Nachhaltigkeitsverantwortliche lohnt es sich, die Entwicklungen in Brüssel genau im Blick zu behalten.
Einordnung (Stand September 2026)

Dieser Beitrag entstand vor der Europawahl am 9. Juni 2024 und wurde danach nur in Teilen aktualisiert. Die Europäische Volkspartei (EVP) ging aus der Wahl als stärkste Kraft hervor. In der neuen Wahlperiode folgte statt eines weiteren Ausbaus des Green Deals ein Vereinfachungskurs: Seit dem 18. März 2026 ist die Omnibus-Richtlinie (EU) 2026/470 in Kraft. Berichtspflichtig nach der CSRD sind ab dem Geschäftsjahr 2027 nur noch Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten und mehr als 450 Mio. € Nettoumsatz. Die CSDDD gilt künftig nur noch für Unternehmen mit mehr als 5.000 Beschäftigten und mehr als 1,5 Mrd. € Umsatz, und zwar erst ab dem 26. Juli 2029; die Pflicht zum Klimaübergangsplan wurde gestrichen. Die revidierten ESRS wurden am 3. Juli 2026 angenommen und am 21. September 2026 als Delegierte Verordnung (EU) 2026/1563 im EU-Amtsblatt veröffentlicht. Sie gelten verpflichtend für Geschäftsjahre ab dem 1. Januar 2027. Details findest du in unserem Beitrag zu den finalen ESRS und dem VS.

Die Europawahl 2024 galt als eine der entscheidendsten Wahlen in der Geschichte der Europäischen Union (EU). Im Zentrum der politischen Auseinandersetzungen stand der Green Deal – ein ambitioniertes Gesetzespaket, das die EU bis 2050 klimaneutral machen soll. Diese Wahl hat maßgeblich darüber entschieden, ob der Green Deal weiter vorangetrieben, modifiziert oder gar zerschlagen wird. Für Nachhaltigkeitsmanager:innen und CSRD Beratungen ist dies ein kritischer Moment, denn die Entscheidungen, die in Brüssel getroffen werden, haben direkte Auswirkungen auf die unternehmerische Praxis und die Einhaltung der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD).

Die CSRD und die europäischen Nachhaltigkeitsberichtstandards (ESRS) verlangen von Unternehmen, umfassende Nachhaltigkeitsberichte zu erstellen. Zudem verpflichtet die EU-Taxonomie Unternehmen zur Angabe von taxonomie-fähigen Unternehmensaktivitäten. Diese Berichte sind eng mit den Zielen des Green Deal verknüpft, da sie dazu beitragen sollen, Transparenz und Verantwortlichkeit in Bezug auf Umweltschutzmaßnahmen, Soziale Gerechtigkeit und Governance (ESG) zu erhöhen. Die Ergebnisse der Europawahl 2024 am 9. Juni bestimmten die Richtung der europäischen Klimapolitik. Sie legten die Rahmenbedingungen fest, unter denen Unternehmen ihre Nachhaltigkeitsstrategien entwickeln und umsetzen müssen.

Wieso war die Europawahl 2024 so wichtig?

Die Europawahl 2024 war von entscheidender Bedeutung, denn sie bestimmte den Kurs der Europäischen Union in Bezug auf Klimapolitik und Nachhaltigkeit. Die Dringlichkeit des Klimawandels und somit auch die Relevanz dieser Wahl lässt sich durch eindringliche Worte veranschaulichen, wie etwa die des ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama:

Wir sind die erste Generation, die die Auswirkungen des Klimawandels spürt, und die letzte Generation, die etwas dagegen tun kann.

Barack Obama

Diese Wahl bot den Bürger:innen Europas die Möglichkeit, über die Zukunft des Green Deals abzustimmen, der darauf abzielt, die EU bis 2050 klimaneutral zu machen. Angesichts der zunehmenden Häufigkeit und Intensität von Naturkatastrophen, die bereits jetzt spürbare Auswirkungen auf unser tägliches Leben haben, ist es unerlässlich, dass die politischen Entscheidungen in Brüssel ambitioniert und zukunftsorientiert sind.

Die Wahl entschied darüber, ob Europa den Mut aufbringt, nachhaltige Veränderungen durchzusetzen und nachhaltige Innovationen voranzutreiben, oder ob weiterhin Kompromisse eingegangen werden, die die Zukunft des Planeten aufs Spiel setzen.

Für Nachhaltigkeitsmanager:innen in KMUs und CSRD Berater:innen war diese Wahl besonders relevant, da sie die Rahmenbedingungen festlegte, unter denen Unternehmen ihre Umweltstrategien entwickeln und CSRD Nachhaltigkeitsberichte umsetzen müssen. Die Europawahl 2024 war somit ein Wendepunkt für die europäische Klima- und Nachhaltigkeitspolitik.

Parteien der Europawahl 2024

Nachfolgend ist die detaillierte Analyse der Pläne für den EU Green Deal der wichtigsten Parteien der Europawahl 2024, basierend auf den Wahlprogrammen (Stand vor der Wahl). Die Analyse umfasst die Zuordnung der deutschen Parteien zu ihren europäischen Pendants und eine Darstellung ihrer Positionen zum EU Green Deal. Zudem werden die möglichen Auswirkungen auf klein- und mittelständische Unternehmen beleuchtet.

Europäische Volkspartei (EVP) - CDU/CSU

Position und Maßnahmen

  • Erhalt des Green Deal: Die EVP beabsichtigt, den Green Deal beizubehalten, jedoch mit einer Anpassung der Prioritäten.
  • Technologie „made in Europe": Vorrang für europäische Technologien, um die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den USA und China zu steigern.
  • Unterstützung für Landwirte, Fischer und KMUs: Mehr finanzielle Unterstützung zur Anpassung an den Wandel.
  • Überprüfung des Verbots von Verbrennungsmotoren: Ingenieure und der Markt sollen über die beste Technologie zur Erreichung der Kohlenstoffneutralität entscheiden.
  • Anpassung der Umweltgesetze: Reaktion auf politischen Druck, z. B. durch die Überarbeitung von Gesetzen zur Reduktion des Pestizideinsatzes.

Mögliche Auswirkungen auf KMUs

  • KMUs könnten von der erhöhten finanziellen Unterstützung profitieren, insbesondere in Bereichen wie Technologieentwicklung und Anpassung an neue Umweltstandards.
  • Die flexible Handhabung des Verbots von Verbrennungsmotoren könnte für KMUs im Automobilsektor vorteilhaft sein, für die Umwelt allerdings sehr schädlich.

Progressive Allianz der Sozialdemokraten (S&D) - SPD

Position und Maßnahmen

  • Klimaschutz als Jobmotor: Ziel eines klimaneutralen Europas durch massive Investitionen in klimaneutrale Technologien und Infrastruktur.
  • Förderung erneuerbarer Energien: Ausbau von erneuerbaren Energien, grenzüberschreitenden Wasserstoffpipelines und Stromleitungen.
  • Transformation des Verkehrssektors: Entwicklung einer klimaneutralen Mobilitätsunion und nachhaltiger Flug- und Schiffsverkehr.
  • Unterstützung von Gebäudesanierungen: Energetische Sanierungen und Ausbau von Ladeinfrastruktur für Elektromobilität.
  • Stärkung des Emissionshandelssystems (ETS): Weiterentwicklung des EU-Emissionshandelssystems und Einführung des ETS2.

Mögliche Auswirkungen auf KMUs

  • Unterstützung für KMUs bei der Umstellung auf klimaneutrale Technologien.
  • Vorteile durch verbesserte Infrastruktur und günstigere Energiepreise.

Die Grünen/Europäische Freie Allianz (Grüne/EFA) - Bündnis 90/Die Grünen

Position und Maßnahmen

  • Energieunion und Dekarbonisierung: Ausbau erneuerbarer Energien, Energieeffizienzsteigerung, Dekarbonisierung von Verkehr, Industrie und Wärmeversorgung.
  • Investitionen in nachhaltige Technologien: Massive Investitionen in Windkraft, Photovoltaik, Solar- und Geothermieanlagen sowie Energiespeicher.
  • Infrastrukturunion: Stärkung des europäischen Stromnetzes und Förderung der Integration erneuerbarer Energien.
  • Ablehnung der Atomkraft: Forderung nach einer Vertragsreform der EURATOM für mehr Sicherheit bei Rückbau und Entsorgung.

Mögliche Auswirkungen auf KMUs

  • KMUs könnten von den Investitionen in erneuerbare Energien und der Verbesserung der Infrastruktur profitieren.
  • Mögliche Herausforderungen durch strengere Umweltauflagen.

Renew Europe (RE) - FDP

Position und Maßnahmen

  • Technologieoffenheit und Marktwirtschaft: Ziel der Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad durch den EU-Emissionshandel.
  • Innovationsfreundliche Regulierung: Einsatz für eine innovationsfreundliche Regulierung der Entnahme, Nutzung und Speicherung von CO2.
  • Ablehnung kleinteiliger Regulierungen: Kritische Haltung gegenüber Regulierungen wie der Ökodesign-Verordnung und der europäischen Gebäudeeffizienzrichtlinie.
  • Positive Haltung gegenüber Kernfusion: Unterstützung für die Schaffung eines innovationsfreundlichen Rechtsrahmens für Kernfusion.

Mögliche Auswirkungen auf KMUs

  • Potenzielle Vorteile durch eine marktbasierte und technologieoffene Herangehensweise.
  • Herausforderungen durch den Druck zur schnellen Anpassung an neue Technologien und Marktbedingungen.

Die Linke im Europäischen Parlament (GUE/NGL) - Die Linke

Position und Maßnahmen

  • Sozial gerechter und ökologisch nachhaltiger Umbau: Forderung nach einem Ausbau des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs sowie einer drastischen Reduktion des Straßenverkehrs und Flugverkehrs.
  • Erneuerbare Energien: Ziel, die Energieerzeugung bis 2035 vollständig auf erneuerbare Energien umzustellen.
  • Ablehnung von CO2-Speicherung: Kritik an Technologien zur CO2-Speicherung und an einem marktbasierten Ansatz zur Klimaneutralität.

Mögliche Auswirkungen auf KMUs

  • Potenzielle Unterstützung für KMUs im Bereich der erneuerbaren Energien und nachhaltigen Technologien.
  • Herausforderungen durch strenge Umweltauflagen und regulatorische Maßnahmen zur Reduktion von Emissionen.

Volt Europa - Volt Deutschland

Position und Maßnahmen

  • Klimatransformationsgesetz und EU-Klimanotfallgesetz: Forderung nach umfassenden Maßnahmen zur CO2-Reduzierung bis 2030 und Klimaneutralität bis 2040.
  • Erweiterung des Emissionshandelssystems: Unterstützung für die beschleunigte Einführung des ETS2 und eine Kohlenstoffsteuer.
  • Förderung alternativer Energiequellen: Ausbau von Infrastruktur für kohlenstoffarmen Wasserstoff und Biogas.

Mögliche Auswirkungen auf KMUs

  • KMUs könnten von Förderungen und Investitionen in alternative Energiequellen profitieren.
  • Herausforderungen durch die Einführung neuer Steuern und regulatorischer Maßnahmen.

AfD (bis Mai 2024 Identität und Demokratie, seit Juli 2024 Europa der Souveränen Nationen)

Die AfD gehörte in der Wahlperiode 2019–2024 der Fraktion Identität und Demokratie (ID) an, wurde aber im Mai 2024, kurz vor der Wahl, aus ihr ausgeschlossen. Die ID-Fraktion existiert seit Juli 2024 nicht mehr (Nachfolger: Patrioten für Europa). Die AfD-Abgeordneten bilden seit Juli 2024 den Kern der neuen Fraktion Europa der Souveränen Nationen (ESN).

Position und Maßnahmen

  • Ablehnung des menschengemachten Klimawandels: Ablehnung von Klimaschutzgesetzen und dem EU Green Deal.
  • Renationalisierung der Energiepolitik: Forderung nach Abschaffung aller Klimaschutzgesetze auf nationaler und europäischer Ebene.
  • Fossile Energien und Atomkraft: Unterstützung fossiler Energieträger, Schiefergasgewinnung (Fracking) und Atomenergie.

Mögliche Auswirkungen auf KMUs

  • Geringere regulatorische Belastungen und Kosten durch die Abschaffung von Klimaschutzgesetzen.
  • Potenzielle Risiken durch fehlende langfristige Klimaschutzstrategien und internationale Isolation.

Rückblick: Welche EU-Parteien haben sich für den Klimaschutz eingesetzt?

In den letzten fünf Jahren hatte das Europäische Parlament sowohl die Macht als auch die Gelegenheit, entschlossen gegen die Klimakrise vorzugehen. Die WWF hat gemeinsam mit BirdLife Europe, dem Climate Action Network Europe, sowie dem Europäischen Umweltbüro, Transport & Environment das Abstimmungsverhalten der verschiedenen Parteien über diesen Zeitraum analysiert.

Das WWF Parteien-Ranking zeigt, dass nicht alle Europaabgeordneten diese Chance genutzt haben, um als Beschützer:innen unseres Planeten und des European Green Deals zu agieren.

Ergebnis der Fraktionen des EU-Parlaments

Die folgende Grafik zeigt ein Ranking der Fraktionen im Europäischen Parlament (Wahlperiode 2019–2024) basierend auf ihrem Abstimmungsverhalten zu Klimaschutz, Naturschutz und Umweltpolitik. Die Fraktion Die Grünen/Europäische Freie Allianz führte die Rangliste mit 92 von 100 Punkten an, gefolgt von der Linken (GUE/NGL) mit 84 Punkten. Die Progressive Allianz der Sozialdemokraten erreichte 70 Punkte, während Renew Europe 56 Punkte erzielte. Die Europäische Volkspartei kam auf 25 Punkte, die Europäischen Konservativen und Reformer auf 10 Punkte und die Fraktion Identität und Demokratie bildete das Schlusslicht mit 6 Punkten.

WWF Ranking der Fraktionen im Europa-Parlament

Quelle: WWF

Diese Ergebnisse verdeutlichen, dass die Grünen und die Linke am konsequentesten für umweltfreundliche Maßnahmen gestimmt haben, während die konservativen und rechtspopulistischen Fraktionen deutlich weniger Engagement für Klimaschutz gezeigt haben.

Ergebnis der demokratischen deutschen Parteien im Europa-Parlament

In dieser Grafik wird nicht das Abstimmungsverhalten der EU Fraktionen, sondern der demokratischen deutschen Parteien zu Klimaschutz, Naturschutz und Umweltpolitik gezeigt. Volt führt die Rangliste mit einer perfekten Punktzahl von 100/100 an, gefolgt von der ÖDP mit 97/100 und Bündnis 90/Die Grünen mit 91/100 Punkten. Die Piratenpartei Deutschland erzielt 83 Punkte, Die Linke 82 Punkte und die SPD 71 Punkte.

Weitere Parteien wie Die PARTEI (62 Punkte), die Familien-Partei Deutschlands (27 Punkte), Freie Wähler (21 Punkte), CDU (20 Punkte), CSU (18 Punkte), FDP (17 Punkte) und Bündnis Deutschland (7 Punkte) rangieren weiter unten.

Klimaschutz-Ranking der deutschen Parteien (Europawahl 2024)

Diese Auswertungen verdeutlichen, dass die Bewertungen auf europäischer Ebene und die spezifischen deutschen Parteienbewertungen ähnliche Muster zeigen, insbesondere in Bezug auf die Unterstützung von umweltfreundlichen Maßnahmen durch bestimmte Parteien.

Europawahl 2024: Diskrepanzen zwischen Wahlprogramm und tatsächlicher Umsetzung

ParteiPunkte (WWF)Inhalt des ProgrammsBeurteilung
FDP (Renew Europe)17/100Technologieoffenheit, Emissionshandel, innovationsfreundliche RegulierungGeringe Umsetzung der Klimaschutzversprechen im Abstimmungsverhalten
CDU (EVP)20/100Technologieoffenheit, Emissionshandel, Unterstützung von KMUs und LandwirtenBekenntnis zu Klimaneutralität, aber geringe Umsetzung im EU-Parlament
CSU (EVP)18/100Wie CDUÄhnlich geringe Umsetzung
SPD (S&D)71/100Massive Investitionen in erneuerbare Energien, klimaneutrale MobilitätsunionModerate Diskrepanz zwischen Programm und Umsetzung

Europawahl 2024: Übereinstimmung zwischen Parteiprogramm und Umsetzung

ParteiPunkte (WWF)Inhalt des ProgrammsBeurteilung
Bündnis 90/Die Grünen (Grüne/EFA)91/100Energieunion mit 100 % erneuerbaren Energien, massive Investitionen in nachhaltige TechnologienHohe Übereinstimmung zwischen Programm und Abstimmungsverhalten
Die Linke82/100Drastische Reduktion von Straßen- und Flugverkehr, vollständige Umstellung auf erneuerbare Energien bis 2035Hohe Übereinstimmung zwischen Programm und Umsetzung
Volt100/100Umfassende CO2-Reduzierung, EU-Klimanotfallgesetz, Förderung kohlenstoffarmer EnergiequellenMaximale Übereinstimmung, Klimaschutzversprechen vollständig umgesetzt

Die größten Diskrepanzen zwischen Wahlprogramm und tatsächlicher Umsetzung im Bereich Klimaschutz, Naturschutz und Umweltpolitik zeigen sich bei der FDP und CDU/CSU. Trotz ihrer klimafreundlichen Programme erreichen diese Parteien in der Rangliste des WWF vergleichsweise niedrige Punktzahlen. Im Gegensatz dazu zeigen Parteien wie Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke und Volt eine hohe Übereinstimmung zwischen ihren Programmen und ihrem Abstimmungsverhalten im Europäischen Parlament.

Die Tagesschau hat ebenfalls eine Analyse der Parteiprogramme für die Europawahl 2024 in Bezug auf das Thema Klimaschutz gemacht.

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Rückblick: Was aus der Europawahl 2024 folgte

Am 9. Juni 2024 fand die Europawahl statt. Die EVP wurde stärkste Kraft im Europäischen Parlament. In der neuen Wahlperiode stand weniger der weitere Ausbau des European Green Deals im Vordergrund als die Vereinfachung bestehender Regeln. Das wichtigste Ergebnis für die Nachhaltigkeitsberichterstattung ist das Omnibus-I-Paket: Seit dem 18. März 2026 ist die Omnibus-Richtlinie in Kraft. Berichtspflichtig nach der CSRD sind ab dem Geschäftsjahr 2027 nur noch Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten und mehr als 450 Mio. € Nettoumsatz; börsennotierte KMU fallen aus dem Anwendungsbereich. Auch die CSDDD wurde deutlich eingeschränkt. Mehr dazu liest du in unserem Beitrag zum CSRD-Omnibus.

Häufige Fragen zur Europawahl 2024 und dem Green Deal

Was hat die Europawahl 2024 mit der CSRD zu tun?

Die CSRD und die ESRS sind direkt mit den Zielen des EU Green Deals verknüpft. Das 2024 gewählte Europäische Parlament hat gemeinsam mit dem Rat das Omnibus-I-Paket beschlossen, das seit dem 18. März 2026 in Kraft ist. Dadurch haben sich Anwendungsbereich und Fristen der CSRD deutlich verändert: Berichtspflichtig sind ab dem Geschäftsjahr 2027 nur noch Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten und mehr als 450 Mio. € Nettoumsatz.

Welche Parteien unterstützten den Green Deal am stärksten?

Laut dem WWF-Ranking zur Wahlperiode 2019–2024 schnitten Volt (100/100), die ÖDP (97/100) und Bündnis 90/Die Grünen (91/100) am besten ab. Die stärksten Abweichungen zwischen Programm und tatsächlichem Abstimmungsverhalten zeigten sich bei CDU/CSU und FDP.

Was hat das 2024 gewählte EU-Parlament für Unternehmen verändert?

Die neue Wahlperiode brachte vor allem Vereinfachungen: Mit dem Omnibus-I-Paket (in Kraft seit 18. März 2026) wurden CSRD und CSDDD stark zurückgeschnitten, die revidierten ESRS enthalten deutlich weniger Datenpunkte. Die Entwicklung zeigt aber auch, dass regulatorische Anpassungen die Berichtspflichten zwar verändern, aber nicht vollständig abschaffen.

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