
Ist ESG noch nötig? Warum sich ESG-Manager nicht sorgen sollten
ESG-Manager bangen um ihre Jobs! Erfahre, warum Nachhaltigkeit weiterhin relevant bleibt und wie du deine Karriere zukunftssicher machst.
- Die Omnibus-Richtlinie (seit 18. März 2026 in Kraft) schränkt die CSRD-Berichtspflicht dauerhaft ein, macht ESG aber nicht überflüssig.
- Investoren, Kunden und Fachkräfte verlangen weiterhin ESG-Transparenz.
- ESG-Manager entwickeln sich vom Berichterstatter zum strategischen Treiber von Transformation.
- Andere Regeln greifen trotz Lockerungen: Seit 27. September 2026 gelten in Deutschland die EmpCo-Vorgaben gegen Greenwashing; Ökodesign-Verordnung und Lieferketten-Sorgfaltspflichten bleiben relevant.
- Wer ESG jetzt strategisch aufbaut, sichert sich langfristige Wettbewerbsvorteile.
Die Angst ist real – Doch ist sie berechtigt?
Warum ESG-Manager jetzt unter Druck stehen
Seit der Einführung der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) haben viele Unternehmen panisch ESG-Manager eingestellt, um regulatorische Anforderungen zu erfüllen. Mit der Ankündigung des Omnibus-Pakets Anfang 2025, das viele dieser Berichtspflichten lockert, standen ESG-Experten plötzlich vor einer ungewissen Zukunft. Inzwischen ist klar: Seit dem 18. März 2026 ist die Omnibus-Richtlinie in Kraft. Berichtspflichtig sind ab dem Geschäftsjahr 2027 nur noch Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten und mehr als 450 Mio. € Nettoumsatz. Plötzlich stellen sich Unternehmen die Frage: Brauchen wir ESG-Manager überhaupt noch?

Die bittere Wahrheit: Einige ESG-Manager haben bereits Signale erhalten, dass ihre Positionen infrage gestellt werden, so auch einige Mitglieder der CSRD reddit-Community. Andere befinden sich in der Unsicherheit, ob ihre Arbeit weiterhin geschätzt wird. Bedeutet das wirklich das Ende von ESG? Oder ist dies eine Chance, den Bereich strategisch neu zu positionieren?
Der plötzliche Regulierungswandel lässt viele Unternehmen denken, dass ESG ein „Luxusproblem" sei. Wenn keine strengen Berichtspflichten bestehen, gibt es scheinbar weniger unmittelbare Notwendigkeit, ESG-Teams weiter zu finanzieren. Das ist eine kurzsichtige Betrachtung. Nachhaltigkeit ist ein entscheidender Wettbewerbsvorteil.
- Investoren und Kunden fordern weiterhin ESG-Transparenz. Nachhaltigkeitskriterien sind längst in Investmentstrategien und Kaufentscheidungen integriert.
- Globale Regulierungen bleiben bestehen. Auch wenn einige Vorgaben gelockert wurden, greifen andere bereits oder stehen an (z. B. EmpCo-Regeln gegen Greenwashing, Ökodesign-Verordnung, Lieferketten-Sorgfaltspflichten).
- Nachhaltigkeit als Risikomanagement. Unternehmen, die ESG vernachlässigen, laufen Gefahr, langfristig an Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren.
Die zentrale Frage ist also nicht, ob ESG obsolet wird, sondern wie sich ESG-Manager neu positionieren können, um Unternehmen von ihrer strategischen Bedeutung zu überzeugen.
1. ESG bleibt relevant – Unternehmen, die jetzt handeln, gewinnen!
1.1 ESG ist mehr als nur Regulierung
Viele Unternehmen haben ESG nicht nur aufgrund gesetzlicher Vorgaben implementiert, sondern weil es einen echten geschäftlichen Mehrwert bringt. Nachhaltigkeit reduziert Risiken, stärkt die Reputation und schafft Vertrauen bei Kunden und Investoren.
Während die regulatorischen Verpflichtungen mit dem Omnibus-Paket gelockert wurden, bleibt ESG für Unternehmen essenziell, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben. ESG ist eine strategische Notwendigkeit.
1.2 Jetzt ist der perfekte Moment für den strategischen Aufbau
Durch den reduzierten Druck kurzfristiger Berichtspflichten entsteht die Möglichkeit, ESG-Strukturen nachhaltiger und strategischer zu etablieren. Anstatt sich ausschließlich auf Compliance zu konzentrieren, können Unternehmen jetzt langfristige ESG-Strategien entwickeln, die echte Wirkung entfalten. Zum Beispiel ermöglicht eine auf den Erkenntnissen einer Doppelten Wesentlichkeitsanalyse basierende Nachhaltigkeitsstrategie es, sowohl die unternehmensinternen Risiken und Chancen als auch die externen Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft systematisch zu berücksichtigen. Durch diesen ganzheitlichen Ansatz werden strategische Entscheidungen fundiert getroffen, indem relevante Themen priorisiert und zielgerichtet adressiert werden – was langfristig zu einer nachhaltigen Wertschöpfung und einem positiven Einfluss auf alle Stakeholder führt.
Auch freiwillige Nachhaltigkeitsberichte nach VSME steigern Transparenz, erhöhen die Vergleichbarkeit und stärken das Vertrauen der Stakeholder. Sie bieten zudem eine strukturierte Grundlage, um Nachhaltigkeitsleistungen gezielt zu verbessern und langfristige Wettbewerbsvorteile zu erzielen.
Der VSME-Standard (EFRAG, Dez. 2024) wurde am 3. Juli 2026 von der EU-Kommission als „VS (Voluntary Standard)" angenommen und ist seit dem 24. September 2026 als Delegierte Verordnung (EU) 2026/1560 in Kraft. Er steht allen Unternehmen offen, die nicht unter die CSRD-Berichtspflicht fallen. Ab dem Geschäftsjahr 2027 dürfen CSRD-pflichtige Unternehmen von Unternehmen mit bis zu 1.000 Beschäftigten keine Informationen über den VS hinaus verlangen. Mehr dazu in Finale ESRS und VS-Standard 2026.
Für ESG-Manager bedeutet das: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um sich als strategische Treiber von Innovation und Transformation zu positionieren. Nachhaltigkeitsinitiativen, die über die verpflichtende Berichterstattung hinausgehen, sind gefragter denn je.
1.3 Weitere ESG-Regulierung greift bereits
Auch wenn die CSRD-Berichtspflichten mit dem Omnibus dauerhaft reduziert wurden, bedeutet das keinesfalls das Ende von ESG-Regulierungen. Andere Vorgaben gelten bereits oder stehen an und stellen Unternehmen vor neue Herausforderungen:
- EmpCo-Richtlinie: Seit 27. September 2026 gelten in Deutschland über das UWG strengere Vorschriften gegen Greenwashing, etwa ein Verbot von Klimaneutralitätsaussagen auf Basis von Kompensation. Die ergänzend geplante Green Claims Directive ist dagegen nicht verabschiedet, das Verfahren ist blockiert.
- Product Carbon Footprint (PCF): CO₂-Bilanzen für Produkte werden von Kunden zunehmend verlangt. Eine allgemeine gesetzliche PCF-Pflicht gibt es nicht; über die Ökodesign-Verordnung können aber für einzelne Produktgruppen Anforderungen zum CO₂-Fußabdruck festgelegt werden.
- Ökodesign-Verordnung (EU) 2024/1781 (ESPR): Seit Juli 2024 in Kraft; sie ermöglicht Ökodesign-Anforderungen für nahezu alle physischen Produkte, nicht mehr nur für energieverbrauchsrelevante.
Unternehmen, die ESG jetzt vernachlässigen, riskieren, später überstürzt handeln zu müssen. Vorausschauende Unternehmen nutzen die Zeit, um ihre ESG-Strategien strukturiert auszubauen und sich auf kommende Herausforderungen vorzubereiten.
1.4 ESG-Manager: Vom Berichterstatter zum Umsetzer
Bisher stand die ESG-Rolle oft im Zeichen der Berichtspflicht – Daten sammeln, analysieren und in Berichte überführen. Doch ESG muss mehr sein als nur eine Pflichtaufgabe.
Jetzt geht es darum, nachhaltige Maßnahmen tatsächlich umzusetzen:
- Lieferketten nachhaltiger gestalten
- Klimaneutralitätsziele entwickeln und realisieren
- Kreislaufwirtschaft in Unternehmen integrieren
- CO₂-Reduktionsmaßnahmen messbar umsetzen
Unternehmen benötigen ESG-Manager, die sich aktiv an der nachhaltigen Transformation beteiligen. Wer sich jetzt als strategischer Treiber positioniert, wird in Zukunft unverzichtbar sein.
2. Die wirtschaftliche Perspektive: Warum ESG langfristig sinnvoll ist
2.1 Nachhaltigkeit als Wettbewerbsvorteil
Nachhaltigkeit ist längst kein „Nice-to-have" mehr, sondern ein handfester Wettbewerbsvorteil. Unternehmen, die ESG ernst nehmen, profitieren von:
- Besserer Markenreputation: Verbraucher bevorzugen nachhaltige Produkte und Dienstleistungen.
- Geringeren Kosten durch effizientere Ressourcennutzung: Nachhaltige Prozesse helfen, Energie- und Materialkosten zu senken.
- Erhöhtem Vertrauen von Investoren: Kapitalgeber setzen verstärkt auf nachhaltige Unternehmen mit klaren ESG-Strategien.
2.2 ESG und finanzielle Performance
Studien zeigen, dass nachhaltig wirtschaftende Unternehmen langfristig erfolgreicher sind. Firmen die eine starke Nachhaltigkeitsstrategie entwickeln, haben:
- geringere finanzielle Risiken durch vorausschauendes Umwelt- und Sozialmanagement.
- besseren Zugang zu Kapital durch nachhaltige Investitionsprogramme.
- höhere Resilienz in Krisenzeiten, da sie besser auf regulatorische und gesellschaftliche Veränderungen vorbereitet sind.
2.3 Employer Branding & Fachkräftemangel
Nicht nur Kunden und Investoren legen Wert auf ESG – auch für Arbeitnehmer ist Nachhaltigkeit ein entscheidender Faktor. Besonders junge Talente bevorzugen Arbeitgeber, die ESG ernst nehmen und aktiv umsetzen. Unternehmen, die sich frühzeitig als nachhaltige Arbeitgeber positionieren, haben es leichter, Fachkräfte zu gewinnen und langfristig zu binden.
3. Was tun, wenn dein Unternehmen ESG zurückfährt?
3.1 Dein Know-how ist vielseitig einsetzbar
Falls dein Unternehmen ESG reduziert, bedeutet das nicht das Ende deiner Karriere. ESG-Manager verfügen über wertvolle Fähigkeiten, die in vielen anderen Unternehmensbereichen gefragt sind:
- Projektmanagement: Die Fähigkeit, Nachhaltigkeitsprojekte zu planen und umzusetzen, ist auch in anderen Bereichen nützlich.
- Strategieentwicklung: ESG-Manager sind es gewohnt, langfristige Pläne zu entwerfen – eine gefragte Kompetenz in vielen Branchen.
- Kommunikation & Change Management: Nachhaltigkeit erfordert Überzeugungsarbeit, eine Fähigkeit, die sich auch auf andere strategische Themen übertragen lässt.
Diese Fähigkeiten eröffnen neue Karrierewege in verwandten Bereichen wie Kreislaufwirtschaft, Dekarbonisierung oder nachhaltige Lieferketten.
3.2 Nachhaltigkeitsnahe Karrierepfade entdecken
Falls ESG in deinem Unternehmen keine Priorität mehr hat, gibt es zahlreiche alternative Karrierewege:
- Kreislaufwirtschaft & Recycling: Ressourcenschonung und innovative Recyclingprozesse sind zentrale Zukunftsthemen.
- Dekarbonisierung & Energieeffizienz: Unternehmen suchen Fachkräfte, die sie bei der Reduzierung ihres CO₂-Fußabdrucks unterstützen.
- Nachhaltige Beschaffung & Lieferkettenmanagement: Transparenz und Nachhaltigkeit in globalen Lieferketten sind ein wachsender Schwerpunkt.
3.3 Weiterbildung als Karriere-Booster
Neben klassischen CSRD-Trainings kann eine Spezialisierung auf neue ESG-Themen deine Karrierechancen deutlich verbessern. Zentrale Wachstumsfelder sind:
- Green Claims & Anti-Greenwashing-Strategien: Strengere Vorschriften machen Experten für nachhaltige Kommunikation und Compliance immer gefragter.
- Klimarisikomanagement: Unternehmen müssen Risiken durch den Klimawandel besser verstehen und minimieren.
- CO₂-Bilanzierung (PCF): Firmen benötigen verlässliche Experten, um ihren CO₂-Fußabdruck genau zu berechnen und Reduktionsstrategien zu entwickeln.
- Über den Newsletter „CSRD Kompass" immer auf dem Laufenden bleiben. Auch Nachhaltigkeits-Podcasts helfen, die aktuellen Themen und Neuigkeiten stets auf dem Schirm zu haben.
3.4 Netzwerken & Sichtbarkeit erhöhen
Sichtbarkeit und ein starkes Netzwerk sind entscheidend, um neue Chancen zu erkennen:
- Aktive Teilnahme an Fachkonferenzen und ESG-Events.
- LinkedIn zur Positionierung als ESG-Experte nutzen.
- Gastbeiträge in Fachmagazinen schreiben, um Wissen zu teilen.
Mit diesen Strategien kannst du deine Karriere auch dann voranbringen, wenn dein aktuelles Unternehmen ESG zurückfährt.
4. Globaler ESG-Ausblick: Internationale Entwicklungen & Trends
4.1 Wie entwickelt sich ESG weltweit?
Während Europa mit der CSRD und anderen ESG-Vorgaben als Vorreiter gilt, entwickelt sich das Thema auch in anderen Regionen dynamisch weiter. In den USA gibt es auf Bundesebene kaum verpflichtende ESG-Berichtsvorgaben (die Klimaregel der SEC ist nicht in Kraft), und die Haltung zu ESG ist dort uneinheitlich. In Asien verfolgen viele Länder ehrgeizige Nachhaltigkeitsstrategien, insbesondere mit Blick auf Klimaneutralität und Kreislaufwirtschaft.
- USA: Investoren und Bundesstaaten verfolgen sehr unterschiedliche ESG-Ansätze.
- China & Asien: China plant umfangreiche CO₂-Reduktionsmaßnahmen, während Singapur ein Nachhaltigkeitszentrum für Unternehmen aufbaut.
- Lateinamerika & Afrika: Hier nimmt das Bewusstsein für ESG zu, oft in Verbindung mit sozialen Themen wie faire Arbeitsbedingungen und Biodiversitätsschutz.
4.2 Neue ESG-Chancen in internationalen Märkten
Für ESG-Manager kann der internationale Markt spannende Möglichkeiten bieten. Unternehmen mit globalen Lieferketten brauchen Expertise, um sich an unterschiedliche ESG-Anforderungen in verschiedenen Regionen anzupassen. Spezialisierungen in internationalen Standards, Berichterstattung und nachhaltigem Lieferkettenmanagement können wertvolle Karrierechancen eröffnen.
- Nachhaltige Finanzierungen: Internationale Banken und Investoren setzen verstärkt auf ESG-Kriterien bei der Kreditvergabe.
- Regulatorische Anpassungen: ESG-Experten, die sich mit globalen Richtlinien auskennen, sind besonders gefragt.
- Nachhaltigkeitsberatung: Viele Unternehmen suchen externe Berater, um ihre ESG-Strategien an internationale Vorgaben anzupassen.
Mit diesen Entwicklungen wird deutlich, dass ESG nicht nur eine europäische Angelegenheit ist. Wer sich international vernetzt und weiterbildet, hat hervorragende Zukunftsaussichten in der Nachhaltigkeitsbranche.
5. Fazit: ESG ist nicht tot – es entwickelt sich weiter!
Die Unsicherheiten rund um das Omnibus-Paket und gelockerte ESG-Vorgaben haben bei vielen Unternehmen zu kurzfristigem Umdenken geführt. Doch die Kernbotschaft bleibt: ESG ist nicht überflüssig – es verändert sich nur. Unternehmen, die ESG als strategisches Werkzeug begreifen, werden langfristig davon profitieren.
5.1 ESG bleibt eine unternehmerische Notwendigkeit
Regulierungen mögen sich verändern, doch das gesellschaftliche und wirtschaftliche Umfeld verlangt weiterhin nachhaltiges Wirtschaften. Investoren, Kunden und Fachkräfte achten zunehmend auf ESG-Kriterien. Wer hier aktiv bleibt, sichert sich langfristige Vorteile.
5.2 ESG-Manager müssen sich strategisch positionieren
Die Rolle von ESG-Managern verändert sich. Statt nur Berichte zu erstellen, sind strategisches Denken und operative Umsetzung gefragt. Die Zukunft gehört denen, die Unternehmen konkrete Nachhaltigkeitsmaßnahmen umsetzen können.
5.3 Flexibilität und Weiterentwicklung sind der Schlüssel
Für ESG-Experten bedeutet das: Weiterbildung, Anpassungsfähigkeit und ein starkes Netzwerk sind entscheidend. Themen wie Klimarisikomanagement, Green Claims oder CO₂-Bilanzierung bieten neue Karrierechancen in der Nachhaltigkeitsbranche.
5.4 Nachhaltigkeit bleibt ein langfristiger Megatrend
Unabhängig von kurzfristigen regulatorischen Änderungen wird ESG langfristig ein entscheidender Faktor bleiben. Unternehmen, die sich frühzeitig und ernsthaft mit Nachhaltigkeit beschäftigen, haben einen klaren Wettbewerbsvorteil.
- Klarheit über Risiken und damit gestärkte Resilienz
- Gezielte Steuerungsmöglichkeiten
- Bessere Finanzierungschancen
- Gestärkte Reputation
- Langfristige Wettbewerbsvorteile
Mit dem Wesentlichkeitsanalyse-Template strukturierst du die doppelte Wesentlichkeit Schritt für Schritt – als solide Basis für deine ESG-Strategie.
Häufige Fragen zu ESG und der Zukunft von ESG-Managern
Ist ESG nach dem Omnibus-Paket noch relevant?
Ja. Die Omnibus-Richtlinie schränkt die CSRD-Berichtspflicht dauerhaft ein, hebt aber die strategische Notwendigkeit von ESG nicht auf. Investoren, Kunden und Fachkräfte erwarten weiterhin Nachhaltigkeitstransparenz. Zudem gelten in Deutschland seit dem 27. September 2026 die EmpCo-Regeln gegen Greenwashing, und die Ökodesign-Verordnung ermöglicht produktbezogene Nachhaltigkeitsanforderungen.
Wer muss nach den neuen Schwellenwerten noch CSRD-Bericht erstatten?
Seit dem 18. März 2026 ist die Omnibus-Richtlinie in Kraft: Berichtspflichtig sind ab dem Geschäftsjahr 2027 nur noch Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitenden und über 450 Mio. € Umsatz. Beide Kriterien müssen kumulativ erfüllt sein. Viele mittelgroße Unternehmen fallen damit aus dem Pflichtbereich.
Wie positioniere ich mich als ESG-Manager zukunftssicher?
Die Schlüssel sind Spezialisierung und strategische Ausrichtung. Themen wie Klimarisikomanagement, CO₂-Bilanzierung und Green Claims werden wichtiger. Wer sich vom reinen Berichterstatter zum operativen Umsetzer entwickelt und ein starkes Netzwerk aufbaut, bleibt langfristig gefragt.
Was ist der Unterschied zwischen VSME und dem neuen VS (Voluntary Standard)?
Der VSME-Standard (EFRAG, Dez. 2024) richtete sich ursprünglich an KMU. Am 3. Juli 2026 wurde er als „VS (Voluntary Standard)" angenommen; seit dem 24. September 2026 ist er in Kraft. Der VS steht allen Unternehmen offen, die nicht unter die CSRD-Berichtspflicht fallen, und legt fest, wie viel CSRD-pflichtige Unternehmen ab dem Geschäftsjahr 2027 von Wertschöpfungspartnern mit bis zu 1.000 Beschäftigten verlangen dürfen.


