
- EMAS-zertifizierte Unternehmen können viele ihrer vorhandenen Daten und Prozesse direkt für die ESRS-Berichterstattung nutzen.
- Besonders stark ist die Überschneidung bei den Umweltstandards E1 bis E5, der Wesentlichkeitsanalyse und der Drittprüfung.
- Lücken bleiben bei sozialen und Governance-Themen sowie bei detaillierten Scope-3-Emissionen.
- Es gibt drei Wege, EMAS-Umwelterklärung und CSRD-Bericht zu kombinieren.
- Wer EMAS noch nicht einsetzt, sollte die Einführung als langfristige Investition in Effizienz und Glaubwürdigkeit prüfen.
Die Anforderungen an Unternehmen, Nachhaltigkeitsberichte gemäß der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) zu erstellen, sind sehr umfangreich. Wer nicht rechtzeitig handelt, riskiert hohe Kosten und verpasste Chancen. Gleichzeitig bietet das Eco-Management and Audit Scheme (EMAS) eine bewährte Grundlage für Umweltmanagement und -berichterstattung. Was viele nicht wissen: Die Synergien zwischen EMAS und den Europäischen Nachhaltigkeitsberichtsstandards (ESRS) können Unternehmen helfen, die CSRD-Anforderungen effizient und kostengünstig zu erfüllen.
In diesem Artikel zeigen wir, wie du deine bestehende EMAS-Struktur nutzen kannst, um die neuen Berichtsstandards zu erfüllen, Zeit und Ressourcen zu sparen und gleichzeitig die Glaubwürdigkeit deiner Berichte zu stärken.
EMAS trifft ESRS: Ein starkes Duo
Die ESRS und das Eco-Management and Audit Scheme (EMAS) mögen auf den ersten Blick unterschiedlich erscheinen, doch beide teilen gemeinsame Ziele: Transparenz und die Verbesserung der Umweltleistung von Unternehmen. Die Kombination beider Frameworks bietet Unternehmen eine gute Möglichkeit, Nachhaltigkeitsberichterstattung effizient und ganzheitlich anzugehen.
Gemeinsamkeiten von EMAS und ESRS
EMAS und die CSRD, die die ESRS als Berichtsstandard vorschreibt, verlangen von Unternehmen regelmäßige Berichterstattung. Beide Frameworks fordern:
- Jahresberichte: Fortschritte müssen strukturiert und transparent dokumentiert werden.
- Stakeholder-Engagement: Beide Systeme legen Wert auf die Einbindung von Stakeholdern und die Berücksichtigung ihrer Interessen in der strategischen Ausrichtung.
- Wesentlichkeitsanalyse: Beide verlangen die Identifikation und Bewertung wesentlicher Umweltaspekte sowie direkter und indirekter Auswirkungen. Die CSRD betrachtet daneben auch die finanzielle Perspektive in der doppelten Wesentlichkeit.
- Prüfung durch Dritte: Beide Systeme verlangen eine unabhängige Prüfung. EMAS-Gutachter erfüllen die CSRD-Anforderungen an eine eingeschränkte Prüfung.
Warum EMAS ein starker Partner für ESRS ist
- Fokus auf Umweltmanagement: EMAS konzentriert sich ausschließlich auf die Umwelt und bietet ein solides Fundament für die umweltbezogenen Offenlegungen der ESRS (E1 bis E5).
- Vorhandene Daten und Prozesse: EMAS-zertifizierte Unternehmen verfügen über geprüfte Daten und etablierte Prozesse, die direkt in die ESRS-Berichterstattung integriert werden können.
- Erleichterung durch Synergien: EMAS-Organisationen können viele ihrer bestehenden Offenlegungen, wie Umweltpolitik, Ziele und Leistungskennzahlen, für die Erfüllung der ESRS-Anforderungen nutzen.
Zusätzlicher Mehrwert durch EMAS
EMAS geht über die reine Berichterstattung hinaus und bietet durch das integrierte Umweltmanagementsystem einen kontinuierlichen Verbesserungsansatz. Diese Dynamik lässt sich ideal mit den strategischen Zielen der ESRS verbinden, etwa bei der Festlegung von Maßnahmen und Zielen in den Bereichen Klimaschutz, Ressourcennutzung und Biodiversität.
Zusammengefasst: EMAS und ESRS ergänzen sich ideal. Unternehmen, die bereits EMAS implementiert haben, können die Anforderungen der CSRD einfacher und kosteneffizienter erfüllen.
Seit dem 18. März 2026 sind nur noch Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitenden und über 450 Mio. € Umsatz (beide Kriterien kumulativ) berichtspflichtig. Viele mittelgroße Unternehmen fallen damit aus dem direkten CSRD-Scope. Die Synergien zwischen EMAS und ESRS bleiben trotzdem wertvoll: Wer freiwillig oder auf Druck von Geschäftspartnern berichtet, profitiert genauso von einem effizienten EMAS-Fundament.
Mapping: So unterstützt EMAS die ESRS-Berichterstattung
Die Anforderungen an die CSRD-Berichterstellung sind umfassend und können für Unternehmen eine Herausforderung darstellen. EMAS bietet jedoch eine wertvolle Grundlage, um viele der ESRS-Vorgaben zu erfüllen, besonders in den Bereichen Umweltmanagement und -berichterstattung.
Wie EMAS die CSRD-Berichte ergänzt
EMAS und ESRS weisen zahlreiche Überschneidungen auf, die die Einhaltung der CSRD erleichtern können. Zu den wichtigsten unterstützenden Aspekten gehören:
- Umweltpolitiken und Ziele: Die EMAS-Umweltpolitik sowie die Berichterstattung zu Zielen und Maßnahmen können direkt für die Offenlegungen gemäß ESRS E1 bis E5 genutzt werden.
- KPIs: EMAS fordert Leistungskennzahlen in Bereichen wie Energieverbrauch, Emissionen und Ressourcen. Diese Daten decken viele der in den ESRS geforderten Kennzahlen ab und sind bereits validiert.
- Wesentlichkeitsanalyse: Die EMAS-Anforderungen zur Bewertung direkter und indirekter Umweltauswirkungen entsprechen weitgehend der Impact-Materialitätsanalyse der ESRS.

Neben einem Mapping der ESRS zu EMAS gibt es auch eine Zuordnung der CSRD-Anforderungen zu den verschiedenen ISO Zertifizierungen. Zudem bieten wir eine übersichtliche Darstellung weiterer (kostenloser) CSRD Hilfestellungen wie dem Datenpunkte Mapping Tool.
Lücken und Ergänzungen von EMAS & CSRD
Trotz der zahlreichen Synergien erfordert die Erfüllung der ESRS-Standards teilweise zusätzliche Angaben:
- Granularität der Daten: ESRS verlangt detailliertere Informationen, beispielsweise zu Scope-3-Emissionen, finanziellen Auswirkungen und Biodiversitätsstrategien.
- Erweiterter Geltungsbereich: EMAS konzentriert sich ausschließlich auf Umweltaspekte, während die ESRS auch soziale und Governance-Themen abdecken. Diese Aspekte müssen zusätzlich berücksichtigt werden.
Integration der EMAS Umwelterklärung in die ESRS
Die Integration einer EMAS-Umwelterklärung in den CSRD-Bericht kann auf drei Arten erfolgen:
- ESRS zuerst, dann EMAS: Du erstellst zuerst eine ESRS-konforme Nachhaltigkeitserklärung, die dann als Grundlage oder Entwurf für die EMAS-Umwelterklärung verwendet wird.
- Erweiterte EMAS-Erklärung: Du erstellst eine EMAS-Umwelterklärung, die mit den zusätzlichen Informationen der ESRS (z. B. zu Klima und Ressourcennutzung) ergänzt wird. Diese erweiterte EMAS-Erklärung kann dann per Verweis in die ESRS-Nachhaltigkeitserklärung integriert werden.
- Eine kombinierte Erklärung: Du erstellst eine einzige ESRS-konforme Erklärung, die alle relevanten EMAS-Informationen enthält. In diesem Fall wird keine separate EMAS-Umwelterklärung veröffentlicht, sondern beide Anforderungen in einem Bericht vereint.
Praktische Vorteile durch das Mapping
- Zeit- und Ressourceneinsparungen: Vorhandene EMAS-Daten und -Prozesse reduzieren den Aufwand für die ESRS-Berichterstattung erheblich.
- Integrierte Berichterstattung: Durch die Kombination der EMAS-Umwelterklärung mit den ESRS-Vorgaben lässt sich Doppelarbeit vermeiden.
- Hohe Glaubwürdigkeit: Geprüfte EMAS-Daten bieten eine solide Basis für die Nachvollziehbarkeit und Qualität der Berichte.
EMAS ist damit ein entscheidender Hebel, sofern dieser Standard bereits erfüllt wird, um die komplexen Anforderungen der ESRS effizient und kostengünstig zu meistern. Unternehmen, die bereits EMAS einsetzen, haben einen klaren Vorteil bei der Umsetzung der CSRD-Vorgaben.
Eine detaillierte Zuordnung der EMAS-Anforderungen zu den ESRS findet sich im Dokument „Understanding the synergies between ESRS and EMAS" der EFRAG ab Anhang I (S. 21).
Übersichtliches Template mit allen ESRS-Datenpunkten inkl. Mapping zu EMAS und ISO-Zertifizierungen. Ideal, um Lücken und Synergien auf einen Blick zu erkennen.
Fazit
Die Verbindung von EMAS und ESRS bietet Unternehmen eine gute Gelegenheit, die Anforderungen der CSRD effizient und kostengünstig zu erfüllen. EMAS stellt eine bewährte Grundlage für das Umweltmanagement dar und liefert validierte Daten sowie etablierte Prozesse, die direkt in die ESRS-Berichterstattung übernommen werden können.
Unternehmen, die bereits EMAS implementiert haben, sind solide auf die CSRD vorbereitet und können diese regulatorischen Anforderungen als Chance nutzen, ihre Nachhaltigkeitsstrategie zu stärken. Für Organisationen, die noch nicht EMAS-registriert sind, lohnt sich eine Prüfung, ob die Einführung dieses Systems eine langfristige Investition in Effizienz, Glaubwürdigkeit und Compliance darstellt. Den Extra-Aufwand sollte man dabei ehrlich mit den Vorteilen abwägen.
Häufige Fragen zu EMAS und CSRD
Müssen EMAS-zertifizierte Unternehmen trotzdem einen vollständigen CSRD-Bericht erstellen?
Ja, wenn sie in den CSRD-Pflichtbereich fallen. EMAS ersetzt den CSRD-Bericht nicht, erleichtert aber die Erfüllung der ESRS-Anforderungen erheblich, besonders für die umweltbezogenen Standards E1 bis E5. Lücken bleiben bei sozialen und Governance-Themen.
Welche ESRS-Themen lassen sich besonders gut mit EMAS abdecken?
Am besten lassen sich die Umweltstandards E1 (Klimawandel), E2 (Umweltverschmutzung), E3 (Wasser), E4 (Biodiversität) und E5 (Ressourcen) mit EMAS-Daten unterlegen. Für soziale Standards (S1-S4) und Governance (G1) sind zusätzliche Informationen notwendig.
Gilt EMAS auch als ausreichende Prüfgrundlage für die CSRD-Anforderungen?
EMAS-Gutachter sind anerkannt für die eingeschränkte Prüfung nach CSRD. Das spart Ressourcen, weil kein separater Prüfer für den Umweltteil beauftragt werden muss.
Lohnt sich EMAS auch für Unternehmen, die nicht mehr CSRD-pflichtig sind?
Ja. Seit dem 18. März 2026 sind nur noch Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitenden und über 450 Mio. € Umsatz direkt CSRD-pflichtig. Viele kleinere Unternehmen berichten aber freiwillig oder auf Anforderung ihrer Lieferkette. Für sie bietet EMAS eine strukturierte, glaubwürdige Grundlage.


