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Workiva ESG-Studie 2024: CSRD-Daten eine Herausforderung

Workiva ESG-Studie 2024: CSRD-Daten eine Herausforderung

Die Workiva ESG-Studie 2024 zeigt die größten (technologischen) Herausforderungen und Chancen für die CSRD Berichterstattung.

Zuletzt geändert am: 11. Juni 2026
Kurz & kompakt
  • 87 % der ESG-Fachleute finden es herausfordernd, ihre Berichtsprozesse an neue Vorschriften anzupassen.
  • 98 % der Befragten vertrauen ihrer Datenqualität, doch 83 % sehen das Sammeln CSRD-konformer Daten gleichzeitig als schwierige Aufgabe.
  • 88 % sind überzeugt, dass ein starker ESG-Bericht einen echten Wettbewerbsvorteil verschafft.
  • 92 % der Unternehmen investieren aktiv in Technologie zur Verbesserung der Zusammenarbeit in Berichtsteams.
  • Wer frühzeitig eine doppelte Wesentlichkeitsanalyse durchführt, weiß genau, welche Datenpunkte tatsächlich relevant sind.

Neue regulatorische Anforderungen zur Nachhaltigkeitsberichterstattung bzw. dem Reporting über Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG) führen zu deutlich gestiegener Komplexität aber auch einer höheren Bedeutung der Thematik. In diesem Kontext spielt die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) eine entscheidende Rolle, indem sie Unternehmen dazu anhält, ihre Nachhaltigkeitspraktiken transparent zu machen.

Doch wie gut sind Unternehmen auf diese Anforderungen vorbereitet und welche Herausforderungen und Chancen ergeben sich aus den neuen Regelungen? Basierend auf den neuesten Erkenntnissen der Workiva ESG-Studie aus dem März 2024, die mehr als 2.000 Nachhaltigkeitsbeauftragte und Führungskräfte befragt hat, beleuchtet dieser Artikel die aktuellen Herausforderungen, Chancen und den Einfluss technologischer Innovationen auf die ESG-Berichterstattung.

Workiva ESG-Studie 2024

Kernaussagen der Workiva Studie

Die wesentlichen Aussagen der Workiva ESG-Studie sind folgende:

  • Globale ESG-Regulierungen beginnen zu greifen: 87 % der ESG-Fachleute finden es herausfordernd, ihre Berichtsprozesse an neue Vorschriften anzupassen.
  • Integrierte Berichterstattung wird zum neuen Goldstandard: 81 % der Unternehmen, die nicht der CSRD unterliegen, beabsichtigen dennoch, diese zu erfüllen.
  • Zuversicht fördert Verantwortlichkeit: 88 % der ESG-Praktiker:innen glauben, dass Vertrauen in die ESG-Daten die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass ein Unternehmen seine Ziele erreicht.
  • Vertrauen und Herausforderung schließen sich nicht aus: 98 % geben an, Vertrauen in ihre ESG-Daten zu haben, doch 83 % sehen das Sammeln genauer Daten zur Erfüllung der CSRD-Anforderungen gleichzeitig als schwierige Aufgabe.
  • Technologie-Investment steigt: 92 % der Unternehmen investieren in Technologie zur Verbesserung der Zusammenarbeit innerhalb der Berichtsteams.

Die größten CSRD Herausforderungen für Unternehmen

Die Einhaltung der ESG-Anforderungen (z. B. der CSRD, der EU-Taxonomie und der CSDDD) stellt viele Unternehmen vor bedeutende Herausforderungen, die sich quer durch verschiedene Abteilungen ziehen. Die größte Sorge der Verantwortlichen in den Bereichen Finanzen, Nachhaltigkeit und Compliance liegt im hohen Umfang der Vorschriften. Dies wird als die Hauptbelastung wahrgenommen, vor allem weil sie oft mit der Notwendigkeit einhergeht, mit mehreren globalen Nachhaltigkeitsstandards (z. B. GRI, IFRS) übereinzustimmen. Zudem stellt die Beschaffung der Daten für spezifische Datenpunkte eine Herausforderung dar.

Qualitätsinitiativen, unklare Vorschriften und die Notwendigkeit der Datenverifizierung durch Dritte erschweren das Reporting zusätzlich. Mangelnde Technologie und die Herausforderungen, die sich durch die erforderliche Abstimmung verschiedener Teams ergeben, sind weitere Hürden, die den Unternehmen im Rahmen der CSRD-Einhaltung zusätzliche Schwierigkeiten bereiten. Diese Komplexität verdeutlicht, wie umfassend die CSRD-Anforderungen sind und wie wichtig eine sorgfältige Planung und Umsetzung für die Unternehmen ist.

Herausforderungen bei der Datenbeschaffung für den CSRD Bericht

Obwohl 98 % der Nachhaltigkeitsmanager:innen zuversichtlich hinsichtlich ihrer Datenqualität sind, offenbart die Umfrage von Workiva signifikante Herausforderungen hinsichtlich der Daten, die mit den Anforderungen der CSRD verbunden sind. Die Liste der EFRAG umfasst immerhin über 1.100 Datenpunkte.

Datenpunkte: Überarbeitung im Gange

Die EU-Kommission hat im Mai 2026 einen Entwurf vereinfachter ESRS zur Konsultation gestellt. Kernpunkte: Die Pflicht-Datenpunkte sollen um über 60 % reduziert werden, die Gesamtzahl der Datenpunkte sogar um über 70 %. Das würde die Datenbeschaffung für viele Unternehmen erheblich erleichtern.

83 % der Befragten betrachten das Sammeln spezifischer Daten, um die CSRD-Vorgaben zu erfüllen, als eine schwierige Aufgabe für ihre Organisation. Die Anpassung der ESG- und Nachhaltigkeitsberichtsprozesse an neue Regulierungen wird von 87 % als herausfordernd angesehen, und 79 % finden die Verifizierung dieser Daten innerhalb ihrer Berichtsprozesse problematisch.

Zusätzlich sehen 77 % der Praktiker:innen die Einholung einer Drittprüfung als schwierig an, um den CSRD-Anforderungen gerecht zu werden. Die Umfrage hebt zudem hervor, dass 81 % der Befragten die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Abteilungen und Teams, die in die ESG- und Nachhaltigkeitsberichterstattung involviert sind, als herausfordernd empfinden.

Diese Umfrageergebnisse der Workiva ESG-Studie unterstreichen die Komplexität und die umfassenden Anstrengungen, die Organisationen unternehmen müssen, um den neuen gesetzlichen Anforderungen zu entsprechen. Es ist in jedem Fall empfehlenswert, sich frühzeitig anzuschauen, welche Daten das Unternehmen tatsächlich berichten muss. Diese Aussage kann erst nach Durchführung der doppelten Wesentlichkeitsanalyse getroffen werden.

Chancen der Nachhaltigkeitsberichterstattung

Die Nachhaltigkeitsberichterstattung bietet laut der Studie Unternehmen erhebliche Chancen:

  • Differenzierung im Wettbewerb: 88 % der Fachleute stimmen zu, dass ein starker ESG-Bericht ihrer Organisation einen Wettbewerbsvorteil verschafft. 89 % geben an, ESG-Berichterstattung stärker als in den Vorjahren zu priorisieren.
  • Attraktivität für Investor:innen: 46 % der für einen IPO vorgesehenen Unternehmen sehen einen klaren Vorteil in starker ESG-Berichterstattung, gegenüber nur 37 % der privat gehaltenen Unternehmen ohne Börsengang-Pläne.
  • Wertsteigerung und bessere Entscheidungen: 8 von 10 Befragten sind sich einig, dass integrierte Finanz- und ESG-Daten eine bessere Entscheidungsfindung ermöglichen und sich positiv auf die langfristige Wertschöpfung auswirken.
  • Verbesserung der Unternehmensreputation: Unternehmen, die ihre Nachhaltigkeitsverpflichtungen transparent kommunizieren, können ihre Markenstärke und ihr Ansehen erheblich steigern.
  • Risikomanagement: Die vorgelagerte doppelte Wesentlichkeitsanalyse hilft, langfristige operative und rechtliche Risiken zu identifizieren und zu minimieren.
  • Förderung von Innovation: Nachhaltigkeitsziele können Innovationen in Produkten, Dienstleistungen und Geschäftsmodellen anstoßen, die sowohl die Umwelt entlasten als auch soziale Vorteile bieten.

Die Bedeutung von Technologie für das CSRD Reporting

Die Bedeutung von Technologie für ESG-Initiativen wird von Unternehmen immer stärker anerkannt, wie die Umfrageergebnisse der Workiva Studie verdeutlichen.

  • Investition in Technologie: 89 % der Unternehmen planen, in den nächsten drei Jahren ihr Budget für ESG-bezogene Technologien zu erhöhen.
  • Strategische Relevanz: 87 % der Praktiker:innen sind der Meinung, dass der Zugang zu Technologie und Daten entscheidend ist, um strategische Entscheidungen für die zukünftige Nachhaltigkeitsstrategie zu treffen.

Die Umfrage zeigt außerdem, dass die meisten Nachhaltigkeitsbeauftragten die Bedeutung von Technologie in verschiedenen Bereichen des ESG-Reportings hervorheben:

BereichAnteil der Befragten
Zusammenstellen von Daten aus mehreren Quellen97 %
Analyse von Daten und Gewinnen von Einsichten97 %
Einhalten neuer Vorschriften96 %
Zuordnen von Berichten zu Vorschriften und Standards95 %

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine umfassende Transformation notwendig ist, um den Anforderungen des modernen ESG-Reportings gerecht zu werden. Die Anzahl der Befragten, die die Bedeutung von Technologie erkennen, ist im Vergleich zur Vorjahresumfrage gestiegen.

Diese Punkte verdeutlichen, dass Unternehmen zunehmend in Technologien investieren, die Compliance unterstützen und eine effizientere Datenanalyse ermöglichen. Jedoch berichtet die CSRD-Studie von Ubirch von einem sehr fragmentierten ESG-Softwaremarkt. Für eine bessere Übersicht der Software-Landschaft haben wir eine CSRD Tool-Übersicht erstellt und einen Software-Auswahl Guide zusammengestellt. Neben dem Investment in Technologien sollen auch die Mitarbeitenden in spezifischen CSRD Trainings geschult werden.

Informationen zur Workiva Studie 2024

Die globale Workiva „2024 ESG Practitioners"-Umfrage vereint Einsichten von über 2.000 Fachleuten aus dem Finanzwesen, Nachhaltigkeit und Risikomanagement. Die Fragen zielen spezifisch auf die ESG und die CSRD Berichterstattung ab. Die Teilnehmenden, definiert als Personen, die aktiv in das ESG-Reporting involviert sind, repräsentieren ein breites Spektrum an Rollen von der Geschäftsführung (25 %) über Nachhaltigkeitsmanager:innen (28 %) bis zu Mitarbeitenden des Operations Team (20 %). Die Studie konzentrierte sich auf Mitarbeiter:innen von Organisationen mit mindestens 250 Angestellten, wobei die meisten Personen (46 %) bei Unternehmen zwischen 501 und 5.000 Mitarbeitenden angestellt sind.

Die Studienteilnehmenden stammen aus Nordamerika, EU, Großbritannien und Asien-Pazifik. Die Umfrage wurde in Zusammenarbeit mit dem Gründer des Carbon Disclosure Project (CDP) und der Direktorin des NYU Stern Center for Sustainable Business entwickelt und mit Unterstützung von Ascend2 durchgeführt.

Was ist Workiva?

Workiva ist ein Technologieunternehmen, das sich auf Lösungen für das Berichtswesen spezialisiert hat. Durch die Integration von Datenmanagement, Zusammenarbeit und Echtzeit-Bearbeitungsfunktionen unterstützt Workiva Organisationen dabei, Finanz-, ESG- und Compliance-Berichte effizient und präzise zu erstellen. Dies geschieht in einer cloud-basierten Umgebung, die den Zugriff auf und die Verwaltung von Unternehmensdaten erleichtert, was sowohl die interne als auch die externe Berichterstattung verbessert.

Schlussfolgerungen der Workiva ESG-Studie

Aus diesen Studien-Erkenntnissen lassen sich mehrere wichtige Schlussfolgerungen für Unternehmen und Nachhaltigkeitsmanager:innen ziehen:

  1. Bedeutung von Compliance und Assurance: Unternehmen sollten die Einhaltung von ESG-Vorschriften und die Gewissheit von Daten als eine Chance betrachten, ihre Glaubwürdigkeit und Leistungsfähigkeit zu steigern.
  2. Proaktive Anpassung: Trotz der Komplexität ist es wichtig, dass Unternehmen proaktiv ihre Berichtsprozesse anpassen und verbessern, um auf zukünftige Anforderungen vorbereitet zu sein.
  3. Investition in Technologie: Der Einsatz von Technologie, wie z. B. den Top 10 ESG Softwarelösungen, kann wesentlich dazu beitragen, die Effizienz der ESG-Berichterstattung zu verbessern und die interne Zusammenarbeit zu stärken.
  4. Vorbereitung auf zukünftige Anforderungen: Die Tatsache, dass viele Unternehmen sich freiwillig an die CSRD halten, selbst wenn sie nicht dazu verpflichtet sind, zeigt, dass ein proaktiver Ansatz in Bezug auf ESG-Normen zunehmend zum Standard wird.

Diese Punkte verdeutlichen, dass Nachhaltigkeitsberichterstattung, insbesondere im Rahmen der CSRD, ein zunehmend wichtiger Aspekt der Unternehmensführung ist, der sowohl strategische Planung als auch kontinuierliche Anpassung und technologische Unterstützung erfordert.

ESRS-Datenpunkte im Überblick

Mit unserem ESRS-Datenpunkte-Template behältst du den Überblick über alle relevanten Berichtspflichten und sparst dir wertvolle Zeit bei der Datenbeschaffung.

Template ansehen

Häufige Fragen zur Workiva ESG-Studie und CSRD-Datenbeschaffung

Was sind laut Workiva-Studie die größten Herausforderungen bei der CSRD-Datenbeschaffung?

Der hohe Umfang der Vorschriften ist die Hauptbelastung, verstärkt durch die Notwendigkeit, mehrere globale Standards (z. B. GRI, IFRS) gleichzeitig zu erfüllen. Hinzu kommen fehlende Technologie, unklare Vorgaben und die Abstimmung verschiedener interner Teams. 83 % der Befragten sehen das Sammeln spezifischer CSRD-Daten als schwierige Aufgabe.

Wie viele Datenpunkte müssen Unternehmen für die CSRD berichten?

Die ursprünglichen ESRS umfassten über 1.100 Datenpunkte. Die EU-Kommission hat im Mai 2026 einen Entwurf vereinfachter ESRS vorgestellt, der die Pflicht-Datenpunkte um über 60 % und die Gesamtzahl um über 70 % reduzieren soll. Welche Datenpunkte für dein Unternehmen konkret relevant sind, ergibt sich erst nach der doppelten Wesentlichkeitsanalyse.

Lohnt sich ESG-Reporting auch für Unternehmen, die nicht CSRD-pflichtig sind?

Ja. Laut der Workiva-Studie beabsichtigen 81 % der nicht CSRD-pflichtigen Unternehmen dennoch, die Anforderungen zu erfüllen. 88 % der Fachleute sehen einen starken ESG-Bericht als Wettbewerbsvorteil. Seit den Omnibus-Anpassungen sind zudem nur noch Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten und über 450 Mio. € Umsatz CSRD-pflichtig. Wer darunter liegt, kann den freiwilligen VSME-Standard nutzen, der perspektivisch als breiterer „VS (Voluntary Standard)" weiterentwickelt wird.

Welche Rolle spielt Technologie bei der CSRD-Berichterstattung?

Eine zentrale. 89 % der Unternehmen planen, ihr Budget für ESG-Technologien zu erhöhen. Besonders beim Zusammenstellen von Daten aus verschiedenen Quellen (97 %) und der Analyse für strategische Entscheidungen (97 %) sehen die Befragten Technologie als unverzichtbar an. Eine gute Übersicht bietet unser Software-Auswahl Guide.