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VSME Nachhaltigkeitsbericht: Mapping der wesentlichen ESRS Themen

Der VSME Nachhaltigkeitsbericht erleichtert KMU die ESG-Berichterstattung. Erfahren Sie mehr zur strukturierten Zuordnung der ESRS-Standards.

Zuletzt geändert am: 24. Mai 2026
Kurz & kompakt
  • Der VSME-Standard bietet KMU eine freiwillige, praxisnahe Möglichkeit, ESG-Themen strukturiert zu berichten.
  • Ein Mapping der wesentlichen ESRS-Themen zu den VSME-Angabepunkten hilft, Prioritäten zu setzen und Ressourcen effizient einzusetzen.
  • Die doppelte Wesentlichkeitsanalyse ist nach dem VSME-Standard nicht verpflichtend, kann aber als strategisches Steuerungsinstrument wertvolle Orientierung geben.
  • Aus dem VSME wird voraussichtlich der breitere „VS (Voluntary Standard)", der künftig auch Nicht-KMU unterhalb der CSRD-Schwellen einschließt.
  • KMU, die frühzeitig ESG-Daten erfassen, sichern sich Wettbewerbsvorteile und bessere Finanzierungsbedingungen.

Die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) bringt neue Anforderungen an die Nachhaltigkeitsberichterstattung mit sich. Während große Unternehmen zur doppelten Wesentlichkeitsanalyse verpflichtet sind, stellt sich für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) die Frage, wie sie ihre Nachhaltigkeitsstrategie sinnvoll ausrichten können. Hier kommt der ESRS VSME Nachhaltigkeitsbericht ins Spiel.

Der VSME Standard (Voluntary standard for non-listed micro-, small- and medium-sized undertakings) bietet eine freiwillige, aber praxisnahe Lösung für KMU, um ESG-relevante Themen zu berichten. Doch wie lassen sich die wesentlichen Themen der ESRS AR 16 Liste effizient mit den Angabepunkten im VSME Nachhaltigkeitsbericht verknüpfen?

In diesem Artikel zeigen wir, wie du ein systematisches Mapping der wesentlichen Themen für deinen VSME Nachhaltigkeitsbericht erstellst. Wir erklären, welche Themen der European Sustainability Reporting Standards (ESRS) besonders relevant sind und wie sie den einzelnen VSME-Berichtsangaben zugeordnet werden können.

Aus VSME wird VS (Voluntary Standard)

Die EU-Kommission plant, den bisherigen VSME-Standard zum breiteren „VS (Voluntary Standard)" auszuweiten. Dieser soll voraussichtlich als delegierter Rechtsakt noch 2026 verabschiedet werden und auch Nicht-KMU mit weniger als 1.000 Beschäftigten erfassen. Inhaltlich baut er auf dem VSME (EFRAG, Dezember 2024) auf. Für Value-Chain-Anfragen gilt: CSRD-pflichtige Unternehmen dürfen von Partnern mit höchstens 1.000 Beschäftigten keine Angaben verlangen, die über diesen freiwilligen Standard hinausgehen.

Überblick über den ESRS VSME Nachhaltigkeitsbericht

Was ist der VSME Nachhaltigkeitsbericht?

Der ESRS VSME Nachhaltigkeitsbericht basiert auf dem freiwilligen VSME Standard der EFRAG, der speziell für nicht börsennotierte kleine und mittlere Unternehmen (KMU) entwickelt wurde. Ziel ist eine praxisnahe und vereinfachte Nachhaltigkeitsberichterstattung, die sich an den Anforderungen der European Sustainability Reporting Standards (ESRS) orientiert.

Warum sollten KMU den VSME Nachhaltigkeitsbericht nutzen?

Auch wenn der VSME-Standard keine gesetzliche Pflicht ist, bietet er klare Vorteile:

  • Mehr Transparenz für Geschäftspartner, die zunehmend ESG-Daten von Zulieferern einfordern
  • Bessere Finanzierungschancen, da Banken und Investoren Nachhaltigkeitsinformationen stärker gewichten
  • Klarere Nachhaltigkeitsstrategie, die hilft, Risiken früh zu erkennen und Chancen zu nutzen
  • Modularer Aufbau: KMU erfassen nur die Daten, die für sie tatsächlich relevant sind

Was ist die Struktur des VSME Nachhaltigkeitsberichts?

Der VSME Standard gliedert den Bericht in zwei Module:

  1. Basis-Modul (Pflichtbestandteile für eine grundlegende Berichterstattung)
    • Allgemeine Unternehmensinformationen
    • Umwelt-Metriken (z. B. Energieverbrauch, CO₂-Emissionen, Abfallmanagement)
    • Soziale Metriken (z. B. Arbeitsbedingungen, Gleichberechtigung)
    • Governance-Aspekte (z. B. Korruptionsprävention)
  2. Umfassendes Modul (Zusätzliche optionale Angaben für eine detaillierte Nachhaltigkeitsbewertung)
    • Klimastrategie und Reduktionsziele
    • Risikomanagement in Bezug auf Nachhaltigkeit
    • Erweiterte soziale und Governance-Aspekte

Wir haben alle Angabepflichten des freiwilligen Berichtsstandards gesammelt und in einer VSME Datenpunkte-Liste aufbereitet, sodass du alle relevanten Informationen übersichtlich erhältst und unmittelbar mit der Datenerhebung loslegen kannst.

Wie hängen der VSME Nachhaltigkeitsbericht und die Wesentlichkeitsanalyse zusammen?

Eine doppelte Wesentlichkeitsanalyse (DWA) ist nach dem VSME Update vom Dezember 2024 nicht mehr verpflichtend. Die Wesentlichkeitsanalyse kann aber als strategisches Tool dienen. Unternehmen bewerten gezielt, welche ESRS-Themen materielle Chancen und Risiken für ihr Geschäftsmodell haben. Das umfasst die finanzielle Wesentlichkeit (Auswirkungen von Nachhaltigkeitsthemen auf das Unternehmen) ebenso wie die Impact-Wesentlichkeit (Auswirkungen des Unternehmens auf Mensch und Umwelt).

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Methodik des Mappings der wesentlichen Themen

Warum ist ein Mapping im VSME Nachhaltigkeitsbericht sinnvoll?

Obwohl die DWA nach dem ESRS VSME Standard nicht verpflichtend ist, hilft sie Unternehmen, ihre Nachhaltigkeitsstrategie gezielt auszurichten. Das Mapping der wesentlichen Themen verknüpft relevante ESG-Themen aus den ESRS-Standards mit den Offenlegungspflichten im VSME Standard. Das ermöglicht:

  • Prioritäten setzen: Welche Nachhaltigkeitsthemen sind strategisch relevant?
  • Effizienz steigern: Ressourcen auf die wichtigsten Berichtspflichten konzentrieren.
  • Vergleichbarkeit schaffen: ESG-Daten konsistent mit den Anforderungen größerer Unternehmen abstimmen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung für das Mapping

Ein systematisches Mapping kann in vier Schritten erfolgen:

1) Themen aus der ESRS-Themenliste identifizieren

Die ESRS AR 16 Liste enthält ESG-Themen, die auch für den VSME Nachhaltigkeitsbericht von Bedeutung sein können. Dazu gehören:

  • Klimawandel (ESRS E1): CO₂-Emissionen, Klimarisiken, Energieverbrauch
  • Umweltverschmutzung (ESRS E2): Luft-, Wasser- und Bodenverschmutzung
  • Wasser- und Meeresressourcen (ESRS E3): Wasserverbrauch, Meeresökosysteme
  • Biologische Vielfalt (ESRS E4): Biodiversität, Ökosystemschutz
  • Kreislaufwirtschaft (ESRS E5): Ressourcenverbrauch, Abfallmanagement
  • Arbeitsbedingungen (ESRS S1-S2): Sicherheit, Vergütung, soziale Standards
  • Governance (ESRS G1): Korruptionsprävention, Unternehmensethik

Nach der Analyse nach dem Prinzip der doppelten Wesentlichkeit weißt du, welchen Themen du dich konkreter widmen solltest.

2) Wesentliche Themen priorisieren

Nicht jedes Thema aus der ESRS AR 16 Liste ist für jedes Unternehmen relevant. Die Priorisierung erfolgt durch die strukturierte Erfassung und Bewertung von IROs (Impacts, Risks, Opportunities). Hilfreich dabei sind:

  • Branchenzugehörigkeit (z. B. für produzierende Unternehmen: Energieverbrauch und Abfallmanagement)
  • Regulatorische Anforderungen (z. B. Lieferkettengesetz für global tätige Unternehmen)
  • Stakeholder-Erwartungen (z. B. Nachhaltigkeitskriterien von Investoren und Banken)

3) Abgleich mit den VSME Offenlegungspflichten

Nachdem die relevanten ESRS-Themen identifiziert wurden, werden sie den Berichtsanforderungen im VSME Nachhaltigkeitsbericht zugeordnet.

VSME AngabepunktZugehörige ESRS-Themen
B1 – Allgemeine UnternehmensinformationenGenerelle Angaben
B2 – Nachhaltigkeitsrichtlinien und ZukunftsstrategienESRS E1 (Klimawandel), ESRS E5 (Kreislaufwirtschaft), ESRS S1 (Eigene Belegschaft), ESRS G1 (Governance)
B3 – Energie- und TreibhausgasemissionenESRS E1 (Klimawandel)
B4 – Luft-, Wasser- und BodenverschmutzungESRS E2 (Umweltverschmutzung)
B5 – Flächenverbrauch und BiodiversitätsmaßnahmenESRS E4 (Biologische Vielfalt und Ökosysteme)
B6 – Wasserverbrauch und Wasserstress-ManagementESRS E3 (Wasser- und Meeresressourcen)
B7 – Ressourcennutzung und AbfallvermeidungESRS E5 (Kreislaufwirtschaft)
B8 – Arbeitsbedingungen und BeschäftigungsstrukturESRS S1 (Eigene Belegschaft)
B9 – Gesundheit und SicherheitESRS S1 (Eigene Belegschaft)
B10 – Vergütung, Tarifverträge und WeiterbildungESRS S1 (Eigene Belegschaft)
B11 – Ethik, Compliance und KorruptionspräventionESRS G1 (Governance und Unternehmenspolitik)
C1 – Allgemeine Beschreibung des Geschäftsmodells und StrategieGenerelle Angaben
C2 – Wesentliche Nachhaltigkeitsauswirkungen, Risiken und ChancenGenerelle Angaben
C3 – Klimaziele und ÜbergangspläneESRS E1 (Klimawandel)
C4 – Klimabedingte RisikenESRS E1 (Klimawandel)
C5 – Zusätzliche Informationen zur BelegschaftESRS S1 (Eigene Belegschaft)
C6 – Menschenrechtspolitiken und -prozesseESRS S1 (Eigene Belegschaft)
C7 – Schwere MenschenrechtsverletzungenESRS S1, S2 (Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette), S3 (Betroffene Gemeinschaften)
C8 – Umsätze aus bestimmten Sektoren und Ausschluss von EU-BenchmarksESRS G1 (Governance und Unternehmensethik)
C9 – Geschlechtervielfalt in der UnternehmensführungESRS G1 (Governance und Unternehmenspolitik)

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4) Integration ins VSME Reporting

Nach Abschluss des Mappings kannst du gezielt:

  • Kernindikatoren für den VSME Nachhaltigkeitsbericht definieren
  • Datenlücken schließen und interne Prozesse für die ESG-Berichterstattung optimieren
  • Wesentliche Themen im Nachhaltigkeitsbericht transparent kommunizieren

Mapping der Umwelt-Themen (ESRS E1–E5) im VSME Nachhaltigkeitsbericht

Ein zentrales Element des VSME Nachhaltigkeitsberichts ist die Offenlegung von Umweltkennzahlen. Dabei spielen die ESRS Umwelt-Themen (E1–E5) eine entscheidende Rolle.

ESRS E1 – Klimawandel

Der Klimawandel hat direkte Auswirkungen auf Unternehmen: von steigenden Energiekosten bis hin zu physischen Risiken durch extreme Wetterereignisse. Gleichzeitig tragen viele Unternehmen durch ihre Emissionen aktiv zum Klimawandel bei. Die relevanten Berichtspflichten im VSME Nachhaltigkeitsbericht sind:

  • B3 – Energie- und Treibhausgasemissionen: Erfassung des Energieverbrauchs und der CO₂-Emissionen.
  • C3 – Klimaziele und Übergangspläne: Falls ein Unternehmen konkrete Klimastrategien hat, können diese im umfassenden Modul offengelegt werden.
  • C4 – Klimabedingte Risiken: Bewertung der physischen und transitorischen Klimarisiken, einschließlich extremer Wetterereignisse, regulatorischer Veränderungen und finanzieller Auswirkungen auf das Unternehmen.

Praxisbeispiel: Ein Produktionsbetrieb kann im VSME Nachhaltigkeitsbericht angeben, wie viel CO₂ durch den Energieverbrauch entsteht und welche Maßnahmen zur Reduktion geplant sind.

ESRS E2 – Umweltverschmutzung

Luft-, Wasser- und Bodenverschmutzung sind zentrale Herausforderungen in vielen Branchen. Der VSME Nachhaltigkeitsbericht deckt diese Themen ab durch:

  • B4 – Luft-, Wasser- und Bodenverschmutzung: Unternehmen geben hier relevante Emissionswerte an.

Praxisbeispiel: Eine Druckerei kann im Bericht darlegen, wie Lösungsmittel-Emissionen reduziert und Recycling-Techniken für Abwasser eingesetzt werden.

ESRS E3 – Wasser- und Meeresressourcen

Wassermanagement ist besonders in wasserintensiven Branchen relevant. Die entsprechende Angabepflicht im VSME Nachhaltigkeitsbericht:

  • B6 – Wasserverbrauch und Wasserstress-Management: Unternehmen geben ihre Wasserentnahme, -verbrauch und -rückführung an.

Praxisbeispiel: Ein Hotel kann im Bericht aufzeigen, wie es durch wassersparende Technologien den Verbrauch reduziert und Regenwassernutzung integriert.

ESRS E4 – Biologische Vielfalt und Ökosysteme

Unternehmen, die in oder nahe an biodiversitätssensiblen Gebieten operieren, sollten ihre Auswirkungen berücksichtigen. Wichtiger Punkt im VSME Nachhaltigkeitsbericht:

  • B5 – Flächenverbrauch und Biodiversitätsmaßnahmen: Angaben zu Standorten in Schutzgebieten und Maßnahmen zum Erhalt der Biodiversität.

Praxisbeispiel: Eine landwirtschaftliche Genossenschaft kann darlegen, wie sie durch nachhaltige Anbaumethoden die Bodengesundheit schützt.

ESRS E5 – Kreislaufwirtschaft

Die Nutzung von Ressourcen und Abfallmanagement sind zentrale Themen in der Kreislaufwirtschaft. Der VSME Nachhaltigkeitsbericht umfasst:

  • B7 – Ressourcennutzung und Abfallvermeidung: Offenlegung der Materialflüsse und Abfallmengen sowie Recyclingquoten.

Praxisbeispiel: Ein Elektronikhersteller kann angeben, wie er recycelbare Materialien einsetzt und Elektroschrott vermeidet.

Mapping der sozialen Aspekte (ESRS S1–S4) im VSME Nachhaltigkeitsbericht

Neben den ökologischen Faktoren spielen soziale Nachhaltigkeitsthemen eine zentrale Rolle im VSME Nachhaltigkeitsbericht. Die ESRS-Standards S1 bis S4 decken verschiedene soziale Aspekte ab, darunter Arbeitsbedingungen, Menschenrechte und Verbraucherschutz.

ESRS S1 – Eigene Belegschaft

Der Schutz und die Förderung der eigenen Mitarbeitenden sind essenziell für nachhaltige Unternehmen. Im VSME Standard werden diese Themen erfasst durch:

  • B8 – Arbeitsbedingungen und Beschäftigungsstruktur: Angaben zur Belegschaft, Vertragsarten und Arbeitnehmerrechte.
  • B9 – Gesundheit und Sicherheit: Maßnahmen zur Unfallverhütung und betrieblichen Gesundheitsförderung.
  • B10 – Vergütung, Tarifverträge und Weiterbildung: Lohntransparenz, Weiterbildungsmöglichkeiten und Tarifbindung.
  • C5 – Zusätzliche Informationen zur Belegschaft: Erweiterte Angaben zur Beschäftigungsstruktur, einschließlich Vertragsarten, Arbeitsmodelle und Diversitätskennzahlen.
  • C6 – Menschenrechtspolitiken und -prozesse für die eigene Belegschaft: Darstellung interner Richtlinien und Maßnahmen zum Schutz der Arbeitnehmerrechte.
  • C7 – Schwere Menschenrechtsverletzungen: Offenlegung potenzieller oder festgestellter Menschenrechtsverstöße sowie ergriffener Maßnahmen zur Prävention und Abhilfe.

Praxisbeispiel: Ein Produktionsbetrieb könnte berichten, dass 80 % seiner Mitarbeitenden tariflich gebunden sind und jährliche Sicherheitsschulungen durchgeführt werden.

ESRS S2 – Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette

Unternehmen sind zunehmend für die Bedingungen in ihrer Lieferkette verantwortlich. Relevante Offenlegungspflicht im VSME Nachhaltigkeitsbericht:

  • C7 – Schwere Menschenrechtsverletzungen: Offenlegung potenzieller oder festgestellter Menschenrechtsverstöße in der eigenen Belegschaft, der Wertschöpfungskette und betroffenen Gemeinschaften sowie ergriffene Maßnahmen zur Prävention und Abhilfe.

Praxisbeispiel: Ein Modeunternehmen könnte angeben, dass 95 % seiner Zulieferer auditiert wurden und Sozialstandards gemäß BSCI eingehalten werden.

Mapping der Governance-Aspekte (ESRS G1) im VSME Nachhaltigkeitsbericht

Neben Umwelt- und Sozialthemen sind Governance-Faktoren ein entscheidender Bestandteil der Nachhaltigkeitsberichterstattung. Der ESRS G1 Standard deckt Aspekte wie Unternehmensethik, Korruptionsprävention und verantwortungsvolle Geschäftspraktiken ab.

ESRS G1 – Unternehmenspolitik und Ethik

Die Einhaltung ethischer Geschäftspraktiken stärkt das Vertrauen von Investoren, Kunden und Stakeholdern. Die relevanten Berichtspflichten im VSME Nachhaltigkeitsbericht sind:

  • B11 – Korruption und Unternehmensethik: Offenlegung von Maßnahmen zur Korruptionsprävention, Hinweisgebersystemen und ethischen Geschäftspraktiken.
  • C8 – Umsätze und EU-Benchmark-Ausschlüsse: Offenlegung von Umsätzen in sensiblen Branchen und möglichen Ausschlüssen aus Nachhaltigkeits-Benchmarks.
  • C9 – Geschlechtervielfalt in der Führung: Angaben zur Geschlechterverteilung im Management und Diversitätsmaßnahmen.

Praxisbeispiel: Ein Unternehmen könnte berichten, dass alle Führungskräfte jährliche Anti-Korruptionsschulungen absolvieren und ein internes Hinweisgebersystem existiert.

Governance und Nachhaltigkeitsstrategie

Auch Governance-Strukturen spielen eine Rolle bei der strategischen Steuerung von Nachhaltigkeitsthemen. Im VSME Nachhaltigkeitsbericht kannst du darlegen:

B2 – Nachhaltigkeitsrichtlinien und Zukunftsstrategien: Darstellung unternehmensinterner ESG-Richtlinien und Nachhaltigkeitsziele.

Praxisbeispiel: Ein KMU könnte angeben, dass es eine Nachhaltigkeitsverantwortliche benannt hat und regelmäßige Schulungen für Mitarbeitende durchführt.

Herausforderungen und Lösungsansätze für KMU

Obwohl der VSME-Standard eine vereinfachte Berichterstattung für KMU bietet, gibt es bei der Implementierung typische Hürden.

1) Mangel an internen Ressourcen und Know-how

Problem: Viele KMU haben keine eigenen Nachhaltigkeitsabteilungen oder ESG-Experten.

Lösung:

Praxis-Tipp: Viele Unternehmen, Handelskammern und Branchenverbände bieten kostenlose CSRD-Webinare an.

2) Datenerhebung und Dokumentation

Problem: Unternehmen müssen eine Vielzahl von ESG-Daten erfassen, die bisher nicht systematisch dokumentiert wurden.

Lösung:

  • Einführung einer einfachen ESG-Datenbank, um relevante Informationen systematisch zu sammeln.
  • Nutzung von ERP-Systemen oder ESG-Reporting-Software, die ESG-Daten automatisch auswertet.
  • Integration von Lieferantenbefragungen, um Umwelt- und Sozialstandards in der Wertschöpfungskette zu dokumentieren.

Praxis-Tipp: Bestehende Energie- und Finanzberichte sowie ISO-Zertifizierungen oder EMAS können als Basis für die Datenerhebung dienen, um doppelte Arbeit zu vermeiden.

3) Fehlende Vergleichbarkeit mit großen Unternehmen

Problem: KMU befürchten, dass ihr Nachhaltigkeitsbericht nicht mit den umfassenden CSRD-Berichten großer Unternehmen mithalten kann.

Lösung:

  • Fokus auf Relevanz statt Vollständigkeit: Der VSME Nachhaltigkeitsbericht erlaubt es KMU, sich auf die wesentlichen Themen zu konzentrieren.
  • Nutzung von Benchmark-Daten aus der Branche, um vergleichbare Kennzahlen darzustellen.
  • Klare Kommunikation der eigenen ESG-Strategie, um glaubwürdige Fortschritte nachzuweisen.

Praxis-Tipp: Transparenz zählt mehr als Perfektion. Auch kleine Unternehmen profitieren von einem schrittweisen ESG-Ansatz.

4) Fehlende finanzielle Mittel für Nachhaltigkeitsmaßnahmen

Problem: Investitionen in Nachhaltigkeit, wie CO₂-Reduktion oder Kreislaufwirtschaft, können kostenintensiv sein.

Lösung:

  • Nutzung von Förderprogrammen und ESG-Finanzierungen, die speziell für KMU bereitgestellt werden.
  • Einbindung nachhaltiger Lieferkettenstrategien, um langfristige Einsparungen zu erzielen.
  • Kooperation mit anderen Unternehmen oder Branchenverbänden, um Nachhaltigkeitsinitiativen gemeinsam umzusetzen.

Praxis-Tipp: Banken bieten zunehmend grüne Kredite mit besseren Konditionen für nachhaltige Investitionen an.

Zusammenfassung: Praktische Lösungsansätze für eine erfolgreiche ESG-Integration

Trotz einiger Herausforderungen können KMU den VSME Nachhaltigkeitsbericht erfolgreich umsetzen, indem sie:

  • Einfache und praxisnahe CSRD Reporting-Software nutzen.
  • Schrittweise ESG-Daten erfassen und optimieren.
  • Sich an bewährten Branchenstandards orientieren.
  • Fördermöglichkeiten und Finanzierungsoptionen ausschöpfen.

Fazit und Handlungsempfehlungen für KMU

Der VSME Nachhaltigkeitsbericht bietet KMU eine praxisnahe Möglichkeit, ihre ESG-Strategie zu strukturieren und Transparenz zu schaffen. Auch wenn die CSRD für KMU nicht verpflichtend ist, bringt eine freiwillige Berichterstattung Wettbewerbsvorteile, bessere Finanzierungsbedingungen und eine effizientere Ressourcennutzung.

Mit Blick auf die geplante Ausweitung zum „VS (Voluntary Standard)" wird der Standard künftig noch mehr Unternehmen außerhalb des CSRD-Pflichtbereichs ansprechen. Wer frühzeitig handelt, ist gut vorbereitet.

Handlungsempfehlungen für eine einfache Umsetzung

  1. Relevante ESG-Themen identifizieren: Fokus auf die wichtigsten Nachhaltigkeitsaspekte legen.
  2. Einfache Datenerfassung starten: Bestehende Unternehmensdaten als Basis nutzen.
  3. Kleine Maßnahmen mit großer Wirkung umsetzen: Energieeffizienz, Lieferkettenmanagement, soziale Initiativen.
  4. Nachhaltigkeitsbericht als Kommunikationsinstrument nutzen: Vertrauen bei Investoren, Kunden und Partnern stärken.
  5. Förderungen und Beratung nutzen: Unterstützung durch ESG-Experten und Finanzierungsprogramme in Anspruch nehmen.

Mit steigenden ESG-Anforderungen wird der VSME Nachhaltigkeitsbericht für KMU immer relevanter. Wer frühzeitig Nachhaltigkeitsaspekte integriert, sichert sich langfristig Wettbewerbsvorteile und bleibt zukunftsfähig.

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Häufige Fragen zum VSME Nachhaltigkeitsbericht

Wer muss den VSME Nachhaltigkeitsbericht erstellen?

Der VSME-Standard ist freiwillig und richtet sich an nicht börsennotierte KMU. Mit der geplanten Ausweitung zum „VS (Voluntary Standard)" soll er künftig auch für Nicht-KMU mit weniger als 1.000 Beschäftigten zugänglich sein. CSRD-pflichtige Unternehmen dürfen von Wertschöpfungspartnern mit höchstens 1.000 Beschäftigten keine weitergehenden Informationen verlangen, als der freiwillige Standard vorsieht.

Ist die doppelte Wesentlichkeitsanalyse im VSME verpflichtend?

Nein. Nach dem VSME Update vom Dezember 2024 ist die doppelte Wesentlichkeitsanalyse für den VSME-Standard nicht mehr verpflichtend. Sie kann aber als strategisches Tool eingesetzt werden, um zu erkennen, welche Nachhaltigkeitsthemen für das eigene Geschäftsmodell wirklich relevant sind.

Wie viele Angabepunkte umfasst der VSME Standard?

Der VSME Standard gliedert sich in ein Basis-Modul (B-Angabepunkte, B1–B11) und ein umfassendes Modul (C-Angabepunkte, C1–C9). Im Basis-Modul sind die Kernpflichten für eine grundlegende ESG-Berichterstattung enthalten; das umfassende Modul erlaubt eine vertieftere Offenlegung auf freiwilliger Basis. Alle Angabepunkte findest du in der VSME Datenpunkte-Liste.

Welche konkreten Vorteile bringt ein VSME Nachhaltigkeitsbericht für KMU?

Ein VSME Bericht stärkt die Transparenz gegenüber Geschäftspartnern, verbessert die Finanzierungschancen bei Banken und Investoren und hilft, Nachhaltigkeitsrisiken frühzeitig zu erkennen. Große Unternehmen fordern zunehmend ESG-Daten von Zulieferern ein. Mit einem VSME Bericht bist du auf diese Anfragen vorbereitet, ohne den Aufwand einer vollständigen CSRD-Berichterstattung.